Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben an der Spitze der AfD. Beim Bundesparteitag in Erfurt wurde Weidel nach Parteiangaben mit 81,3 Prozent der Stimmen als Vorsitzende bestätigt. Chrupalla erhielt 70,1 Prozent und wurde ebenfalls im Amt bestätigt.
Im Vergleich zur Vorstandswahl vor zwei Jahren in Essen konnte Weidel ihr Ergebnis leicht verbessern. Damals war sie mit rund 80 Prozent gewählt worden. Chrupalla hingegen verlor Zustimmung. Er war 2024 mit 83 Prozent bestätigt worden. Gegenkandidaten gab es bei beiden Wahlen erneut nicht.
Im Anschluss wählte der Parteitag auch die stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Mit Sven Tritschler, Stefan Möller und Katrin Ebner-Steiner gehören künftig drei neue Gesichter der Parteispitze an. Sven Tritschler setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 50,7 Prozent gegen den bisherigen Parteivize Kay Gottschalk durch, der auf 36,1 Prozent kam. Stefan Möller, Thüringer AfD-Co-Landeschef und enger Vertrauter von Björn Höcke, wurde ohne Gegenkandidaten mit 76,5 Prozent gewählt. Katrin Ebner-Steiner, Vorsitzende der bayerischen AfD-Landtagsfraktion, erhielt 55,7 Prozent. Sie profitierte dabei unter anderem davon, dass der bisherige Amtsinhaber Peter Boehringer auf eine Kampfkandidatur verzichtete.
Damit bilden Sven Tritschler, Stefan Möller und Katrin Ebner-Steiner gemeinsam mit Alice Weidel und Tino Chrupalla künftig die Führungsspitze der Partei.
Die Parteiführung hatte im Vorfeld darauf gesetzt, mögliche Konflikte während des Parteitags weitgehend zu vermeiden. Der Schwerpunkt lag deshalb auf den Wahlen zu den verschiedenen Parteigremien. Der einzige größere Streitpunkt wurde bereits zu Beginn ausgeräumt. Ein Antrag zur Überarbeitung der Unvereinbarkeitsliste, der unter anderem vom Thüringer AfD-Chef Björn Höcke unterstützt wurde, kam mit Zustimmung der Antragsteller nicht zur Abstimmung. Stattdessen soll sich der neu gewählte Bundesvorstand mit dem Thema befassen.
Mit dem Parteitag in Erfurt will sich die AfD nach eigenen Angaben mit Blick auf eine mögliche Regierungsverantwortung in ostdeutschen Bundesländern nach den Wahlen im Herbst positionieren. Vor ihrer Wiederwahl erklärte Alice Weidel, die AfD sei „die neue Volkspartei in Deutschland“. Zugleich verwies sie auf den Anstieg der Mitgliederzahl von 30.000 auf 75.000 innerhalb von drei Jahren. Die Marke von 100.000 Mitgliedern werde nach ihrer Einschätzung „bald und sehr schnell“ erreicht. Die Partei sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. +++
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