Was bald auf den Wiesen entlang der Fulda westlich von Gläserzell zu sehen sein wird, sind keine Kühe im Wellnessurlaub, sondern robuste Landschaftspfleger. Es handelt sich um ein besonders Naturschutzprojekt in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Fulda, der Lüdertaler Büffelranch und weiteren Akteuren. Ziel ist es, den Artenreichtum entlang der Fulda weiter zu erhöhen und neue Biotope zu schaffen.

Die Rede ist von Wasserbüffeln – besonderen Rindern, deren Name Programm ist. Denn die Tiere haben eine ausgeprägte Leidenschaft fürs Wasser und legen von sich aus Schlammsuhlen an, welche ihnen Abkühlung und schützende Schlammpackungen gegen Insekten versprechen. Wo herkömmliche Weidetiere wegen hoher Bodenfeuchtigkeit Hufprobleme bekommen und Traktoren stecken bleiben würden, befinden sich Wasserbüffel in ihrem Element und können durch Fressen und Suhlen einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt naturnaher Feuchtlebensräume leisten.
Genau dies ist auch das erklärte Ziel für den ca. fünf Hektar großen Flächenkomplex entlang der Fulda, westlich von Gläserzell, welcher sich im Besitz von HessenMobil und der Stadt Fulda befindet. Aktuelle Kartierungen zeigten, dass das ökologische Potential der bislang unbewirtschafteten Auenflächen durch eine Beweidung besser ausgeschöpft werden kann. So etablierten sich auf der Fläche in den vergangenen Jahren etwa zunehmend konkurrenzstarke Arten wie Brennnessel und Kletten-Labkraut.
Durch die Beweidung erfährt die Fläche eine ökologische Aufwertung hinschtlich der Struktur- und Artenvielfalt. Die Büffelsuhlen bieten auch Amphibien einen attraktiven Lebensraum. Die Wasserbüffel werden eine ganze Bandbreite von Lebensräumen generieren – angefangen bei den bereits angesprochenen Suhlen über kurzrasige Bereiche bis hin zu Abschnitten mit einer höheren Krautschicht.

Kurzum: Die Büffel schlüpfen sozusagen in die Rolle von Landschaftspflegern und Lebensraumarchitekten. Doch um genau zu wissen, wer sich in das neu gestaltete Reich einmieten wird, bedarf es noch etwas Geduld. Ziel ist es, die Entwicklungen auf der Fläche im Blick zu behalten. Den Anstoß für die Büffel-Beweidung hatte die AG Amphibien des Nabu-Kreisverbands Fulda e.V. gegeben. Umgesetzt und finanziert wird das Projekt durch die Obere- und Untere Naturschutzbehörde unter Mitwirkung der HLG und HessenMobil. Die Fläche ist mit einem Festzaun eingezäunt. Dieser steht dauerhaft unter Strom und ermöglicht es der Tierwelt somit bestens, sich darauf einzustellen. Der Zaun ist durch die Art der Montage weiterhin für Niederwild durchlässig. Bei Hochwasser wird durch ein eigens verbautes System die untere Litze stromlos geschaltet.
Für Fragen steht die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Fulda zur Verfügung: naturschutz@fulda.de – Telefon: (0661) 102-1686
