Städte- und Gemeindebund sieht Chance auf „Sommermärchen-Feeling“

Veranstaltungswirtschaft will Events ohne Abstandsregeln

Fußball-Fans

Auch mit vielen kleinen Events könnte die EM ein großer Wirtschaftsfaktor sein, um die von der Pandemie gebeutelte Gastronomie und Eventbranche zu stützen. Das sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Diese Chance sollten wir bei aller Vorsicht nicht verstreichen lassen.“ Dass ein gemeinsames Fußballschauen möglich ist, sorgt laut Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbands, nicht nur bei Fans, sondern auch bei den Betrieben für gute Stimmung.

Viele, insbesondere die Gartenlokale, Biergärten und Terrassen, würden sich derzeit auf das Event vorbereiten. „Nach vielen Monaten ohne echtes Live-Fußballerlebnis ist die Sehnsucht nach Ausgehen mit Freunden und nach Mitfiebern in der Gemeinschaft groß. Wie erfolgreich die Fußball-Wochen sein werden, hängt entscheidend davon ab, ob das Wetter für Public-Viewing-Veranstaltungen mitspielt“, so die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin. Damit das gemeinsame Fußball-Event ein Erfolg wird, setzt Landsberg auf Kompromissbereitschaft: „Es gibt gute Mittelwege abseits des heimischen Fernsehers und der großen Fanmeilen.“ Gleichzeitig warnt er vor einer Beschränkung öffentlicher Veranstaltungen. „Das würde nur dazu führen, dass im privaten Kreise eine Vielzahl von Leuten gemeinsam in Innenräumen in großer Runde schaut.“ Im Vergleich zur Außengastronomie sei dabei das Infektionsrisiko im Zweifelsfall höher. Hartges sieht Fans wie Gastronomen in der Pflicht. „Trotz der Lockerungen sind die Auflagen wie Hygiene- und Abstandsregeln konsequent einzuhalten. Das gilt für Gastgeber und ihre Mitarbeiter wie die Gäste gleichermaßen.“ Und auch Landsberg sagt: „Natürlich müssen alle Hygienekonzepte eingehalten werden, und wir können nur an die Fans appellieren, vorsichtig und solidarisch zu sein. Dann besteht die Chance auf ein bisschen Sommermärchen-Feeling.“

Veranstaltungswirtschaft will Events ohne Abstandsregeln

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) hat vor dem Bund-Länder-Treffen am Donnerstag die Corona-Politik kritisiert. „Es ist nicht erkennbar, was noch geschehen soll, damit die Branche endlich wieder Geld verdienen kann anstatt auf staatliche Hilfen angewiesen zu bleiben“, sagte BDKV-Präsident Jens Michow den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Branche sei in der Lage, nur geimpften, getesteten oder genesenen Personen den Zutritt zu Veranstaltungen zu gewähren. Das staatliche Handeln müsse verhältnismäßig sein, mahnte der BDKV-Präsident. „Sofern sich die aktuelle Entwicklung der Inzidenzrate fortsetzt, ist für mich nicht erkennbar, wieso Kapazitätseinschränkungen in Veranstaltungsstätten noch verhältnismäßig sein sollten“, sagte Michow. Er forderte, dass Rahmenbedingungen genannt werden, wie Veranstaltungen ohne Abstandsregeln wieder möglich sein können. +++

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