Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johann Wadephul (CDU), hat ein Ende der Bundeswehrmission im Irak nach der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani durch einen US-Raketenangriff nahe dem Flughafen von Bagdad abgelehnt. "Es gibt keinen Grund, den Einsatz gegen den islamistischen IS-Terror zu beenden", sagte Wadephul der "Rheinischen Post". Damit widersprach er einem Vorstoß der Grünen, die das sofortige Aussetzen der Mission angemahnt hatten. "Die Forderung bringt manches durcheinander: Auch iranische Kräfte und deren Verbündete kämpfen gegen IS", so der CDU-Politiker weiter. Deutschland habe ein Interesse an der Stabilisierung der Region. "Die erreicht man nicht durch Rückzug und Wegschauen", sagte Wadephul.
Trittin verlangt sofortigen Abzug von deutschen Truppen aus dem Irak
Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat der Bundesregierung eine Mitschuld an der Eskalation des US-Iran-Konflikts gegeben und einen sofortigen Abzug aller deutschen Truppen aus dem Irak gefordert. "Es rächt sich, dass die Bundesregierung bei der angekündigten Rettung des Atomabkommens total versagt hat", sagte Trittin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der UN-Sicherheitsrat müsse sofort zu einer Krisensitzung einberufen werden, um eine weitere Eskalation zu verhindern. "Außerdem erwarte ich, dass die Bundesregierung umgehend die deutschen Soldatinnen und Soldaten im Irak abzieht", so der Grünen-Politiker weiter. Die Sicherheitslage sei "nicht mehr verantwortbar. Dieser Einsatz ist auch darüber hinaus nicht mehr zu rechtfertigen", sagte Trittin. Die Bundeswehr ist mit rund 160 Soldaten bei Bagdad sowie im Nordirak an der Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte beteiligt. Der Grünen-Außenpolitiker reagierte auf den US-Luftangriff im Irak, bei dem ein hoher iranischer Militär getötet worden war. "Was mit der einseitigen Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA seinen Anfang nahm, hat jetzt seine leider zu erwartenden katastrophalen Folgen: Das Pulverfass im Nahen Osten droht zu explodieren", sagte Trittin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Strategie, die sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei betrieben, heiße "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Es drohe "ein Krieg, der nur Verlierer kennt. Er bedroht die Sicherheit Israels und Europas", warnte der Grünen-Politiker. +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar