Union plant Arbeitszeitkonten für Familien

Das Familienzeitkonto hilft Familien in jeder Lebensphase

Berlin. Die Union will es Familien mit der Einführung von Arbeitszeitkonten ermöglichen, flexibler auf eigene Bedürfnisse und Ereignisse reagieren zu können. Wie das Nachrichtenmagazin Focus meldet, soll auf so genannten Familienzeitkonten, ähnlich wie bei einem Girokonto, Arbeitszeit angespart und bei Bedarf abgebucht werden können. Mit der angesparten Zeit sollen Familien die Chance für Elternzeit, Weiterbildung oder Sabbaticals erhalten. Ein neues digitales Bürgerportal soll Daten aus gesetzlichen Zeitguthaben wie Elternzeit, Familienpflegezeit mit Tarif-Leistungen wie Urlaub zusammenführen.

Ob Familienzeitkonten am Ende beim Finanzamt, bei der Rentenversicherung oder anderswo verwaltet werden, sei noch offen, hieß es. Die Vorsitzende der Frauen Union, Annette Widmann-Mauz (CDU), zeigte sich optimistisch, dass Familienzeitkonten nach der Bundestagswahl zügig eingeführt werden könnten. “Das Familienzeitkonto hilft Familien in jeder Lebensphase”, sagte Widmann-Mauz gegenüber Focus. “Sie brauchen mehr zeitliche Spielräume und wirtschaftliche Stabilität.” Mit “starren Arbeitszeitkorridoren” würden Eltern bevormundet. “Wir wollen ihnen mehr individuelle Flexibilität ermöglichen – von der Geburt der Kinder bis zur Pflege ihrer Eltern.”

Mit den Tarifpartnern sollten entsprechende Modelle ausgearbeitet werden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßte die Pläne. Das sei angesichts des aktuellen Fachkräftemangels eine gute Möglichkeit zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung, hieß es. Allerdings dürfe es keine starren Regeln geben, um gerade kleine und mittelgroße Betriebe nicht zu benachteiligen, hieß es warnend vom ZDH. Es sei Sache der Tarifparteien, zu einem Ergebnis zu kommen. +++

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1 Kommentar

  1. Flexibilisierung der Arbeit ist ein Stichwort aus dem neoliberalen Duden. Deshalb ist der Vorschlag vor allem ein Angebot an die Arbeitgeber, über die Arbeitszeit der Beschäftigten nach Gutdünken zu verfügen. Diese kann man dann ja auf das Arbeitszeitkonto verweisen. Außerdem: Fast die Hälfte der Betriebe sind inzwischen aus der Tarifbindung raus – der Agenda 2010 sei Dank. Welche Tarifpartner meint die CDU da? Oder soll alles auf die Betriebsräte abgewälzt werden, welche betriebsintern entsprechend “gesteuert” werden können. In Frankreich wird gerade das jetzt zur Schwächung der Gewerkschaften durchgesetzt. Etwas, von dem FDP und Unternehmensverbände hierzulande schon lange träumen. Was lange wärt, wird endlich gut und niemand wehrt sich.

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