Umfrage: Nur jeder vierte Ungeimpfte will sich noch impfen lassen

Einschränkungen für Ungeimpfte befürwortet

Nur etwa jeder vierte Ungeimpfte hat laut einer Umfrage vor, sich noch gegen Corona impfen zu lassen. Demnach wollen 54 Prozent derer, die das Impfangebot bis heute nicht angenommen haben, sich auch grundsätzlich nicht impfen lassen, so eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA für die „Bild am Sonntag“. Nur 27 Prozent können sich eine Impfung vorstellen, das entspräche gut fünf Millionen Erwachsenen. 19 Prozent sind noch unentschlossen, hochgerechnet etwas über 3,5 Millionen Erwachsene. Als Hauptgrund nennen 67 Prozent der Impfverweigerer mangelndes Vertrauen in die Impfstoffe.

Stimmen die Zahlen, könnten mit Glück noch knapp neun Millionen Erwachsene geimpft werden, wenn man alle Unentschlossenen überzeugt, die Impfquote bei den Über-18-Jährigen läge dann bei maximal 85 Prozent, in der Gesamtbevölkerung bei 72 Prozent zuzüglich noch weiterer Jugendlicher zwischen 12 und 17 Jahren, die aber maximal noch vier weitere Prozent in die Gesamtrechnung beisteuern können. Denn ein Fünftel von ihnen ist schon geimpft. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht unterdessen fest davon aus, dass Ungeimpfte in naher Zukunft mit neuen Einschränkungen rechnen müssen. „Im Herbst, wenn die Fallzahlen sehr hoch sind, wird es eine Reihe von Einschränkungen für Ungeimpfte geben müssen: Sie werden etwa nicht mehr in die Innenräume von bestimmten Restaurants, in Bars oder Clubs gehen können, also an Orte mit einem hohen Ansteckungsrisiko“, sagte Lauterbach der „Bild am Sonntag“. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet Einschränkungen für Ungeimpfte bei steigenden Fallzahlen. So sind 61 Prozent der Meinung, dass Ungeimpfte bei hohen Fallzahlen keine Sportveranstaltungen mehr besuchen dürfen sollen. 58 Prozent wollen Theater-, Kino- und Museumsbesuche für Ungeimpfte verbieten, 54 Prozent Restaurantbesuche. Selbst Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte fänden 53 Prozent richtig.

Für die „BamS“ hatte das Meinungsforschungsinstitut INSA 1.001 Personen am 30. Juli 2021 befragt. Fragen: Sind Sie gegen das Coronavirus geimpft (mindestens eine Impfdose)? (ja, nein, weiß nicht) Falls nein: Wollen Sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen? (ja, nein, weiß nicht) Falls nein: Warum wollen Sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen? (Ich traue den zugelassenen Impfstoffen nicht; Ich glaube nicht, dass die Impfungen notwendig sind; Ich habe keine Angst vor einer Corona-Infektion; Ich kann mich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen; Ich hatte bislang keine Zeit; Ich weiß nicht, wie ich an eine Impfung komme; Aus anderen Gründen) Welche Maßnahmen sollte es bei steigenden Infektionszahlen Ihrer Meinung nach ausschließlich für Ungeimpfte geben? (Ungeimpfte sollten nicht mehr ins Stadion bzw. zu Sportveranstaltungen gehen dürfen; Ungeimpfte sollten nicht mehr ins Theater, Kino oder Museum gehen dürfen; Ungeimpfte sollten nicht mehr in Restaurants und Bars gehen dürfen; Für Ungeimpfte sollten Kontaktbeschränkungen gelten; Für Ungeimpfte sollten Ausgangssperren verhängt werden; Es sollte keine Maßnahmen ausschließlich für Ungeimpfte geben). +++

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1 Kommentar

  1. Ich befürworte eine Impfpflicht für verschiedene Berufsgruppen, z. B. im Gesundheitsbereich, ErzieherInnen, LehrerInnen, in der Personenbeförderung so wie es auch von Mitgliedern aus dem Ethikrat mittlerweile gefordert wird. Und ich bin mir relativ sicher, dass – wenn private Veranstalter von sich aus den Zugang zu Veranstaltungen nur Geimpften garantieren – dann doch noch mehr Menschen sich impfen lassen, auch die aus den Kreisen der ImpfgegnerInnen. Ich kenne da einige, die wirklich der Meinung sind, sie lassen sich nicht impfen, es reicht ja, wenn sie dadurch ihr Risiko minimieren, dass andere sich impfen lassen haben.

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