Umfrage: Mehrheit für aktive Sterbehilfe in Deutschland

Berlin. Die Bundesbürger plädieren offenbar mehrheitlich dafür, dass ein Arzt aktive Sterbehilfe leisten darf. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für das Nachrichtenmagazin Focus. Demnach sind 74 Prozent der Deutschen dafür, dass ein Arzt bei tödlichen Krankheiten Sterbehilfe leisten darf. 20 Prozent der Befragten lehnen das ab. Besonders hoch ist die Zustimmung unter den 30-39-Jährigen mit 81 Prozent. Die über 65-Jährigen befürworten einen durch den Arzt assistierten Suizid nur zu 68 Prozent. In Deutschland gibt es gegenwärtig kein spezielles Gesetz, welches das Sterben durch Sterbehilfe bei unheilbaren Krankheiten regelt.

Zu diesem Thema hat der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand eine Runde führender Autoren für ein außergewöhnliches Buch gewinnen können, das jetzt unter dem Titel „Sterbehilfe oder Sterbebegleitung? Die Debatte“ im Herder-Verlag erschienen ist. Von Kardinal Lehmann über Bischof Huber, Ärztepräsident Montgomery und den Fuldaer Palliativmediziner Thomas Sitte bis hin zu Ärzten, Juristen, Ethikrat, Pflegern und Betroffenen finden sich zahlreiche Fakten und Facetten, die in der Öffentlichkeit bislang in dieser Form nicht präsentiert wurden.

In diesem Band melden sich diese Experten u.a. aus Medizin, Recht und Ethik deutlich zu Wort, und sie alle eint das Plädoyer für eine menschliche Begleitung beim Sterben statt einer Hilfe zum Sterben. Für ihre Positionen finden sie fundierte Argumente für eine große und emotionale Debatte. Wie sollen Sterbende begleitet werden? Wie ist die Rolle von Ärzten und Angehörigen? Was bedeuten geschäftsmäßige Angebote zur Suizidbeihilfe für Menschen, die sich schwach oder als Last für andere fühlen?

Diese und andere existenzielle Fragen werden aktuell in Gesellschaft und Politik diskutiert. Dazu gehören auch die Herausforderungen rund um Sterbehilfe und Sterbebegleitung, um Palliativmedizin und Hospiz sowie um ärztlich assistierten Suizid und Tötung auf Verlangen. Für die Debatte im Deutschen Bundestag und darüber hinaus haben die Autoren auf 176 Seiten lesenswerte einzelne Kapitel erstellt, zum Nachschlagen und zum Nachdenken. Es ist im Buchhandel oder beim Herder-Verlag zu beziehen. +++ fuldainfo

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