Eine große Mehrheit der Deutschen erhofft sich von Joe Biden als neuem Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Demnach wird aber auch deutlich, dass das Vertrauen der Deutschen in die Vereinigten Staaten, das auch schon vor 2016 gelitten hatte, in den vier Jahren der Präsidentschaft Donald Trumps noch weiteren Schaden genommen hat. Bidens Vorgänger ist der bei den Deutschen mit Abstand unpopulärste Amtsinhaber, seit das Institut in den frühen sechziger Jahren begann, die Beliebtheit der US-Präsidenten zu erfragen.
Während Kennedy und Johnson noch von überwältigen Mehrheiten der Deutschen positiv beurteilt wurden, betrachteten die Deutschen in den späteren Jahren manche Präsidenten durchaus mit Skepsis. So hatten sich bei Carter und Reagan die positiven und negativen Meinung en ungefähr die Waage gehalten. Der unpopulärste Präsident bei den Deutschen war bisher George W. Bush, doch dieses Urteil hatte sich erst mit dem Irak-Krieg 2003 durchgesetzt, der von den Deutschen abgelehnt wurde. Trump dagegen wurde dem Institut zufolge von Anfang an von den Deutschen mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Im November 2016, unmittelbar nachdem Trump gewählt worden war, hatten laut Allensbach-Umfrage vier Prozent der Befragten angegeben, sie hätten von dem künftigen Präsidenten eine gute Meinung, 85 Prozent äußerten keine gute Meinung. In der aktuellen Umfrage sind die Werte mit fünf beziehungsweise 84 Prozent fast auf das Prozent genau die gleichen. Biden wird dagegen laut der aktuellen Umfrage von der deutschen Bevölkerung mit Wohlwollen betrachtet: 47 Prozent, die angeben, sie hätten von Biden eine gute Meinung, stehen nur neun Prozent mit einem negativen Urteil gegenüber. Biden löst damit bei den Deutschen zwar keine Begeisterung aus wie Obama nach seiner Wahl 2008, doch seine Werte liegen immerhin etwa gleichauf mit denen Bill Clintons, den nach seiner Wahl 1992 48 Prozent der Deutschen positiv beurteilt hatten. Ähnlich positiv wie die Popularitätswerte Bidens sind demnach auch die der designierten Vizepräsidentin Kamala Harris: Immerhin 74 Prozent der Befragten sagten in der Umfrage, sie hätten schon einmal von ihr gehört. Von diesen sagte eine Mehrheit von 57 Prozent (42 Prozent der Gesamtbevölkerung), sie hätte von Harris eine gute Meinung. Nur drei Prozent (zwei Prozent der Gesamtbevölkerung) widersprachen.
Zwei Drittel der Befragten sagten laut Allensbach, sie erwarteten, dass unter Biden die deutsch-amerikanischen Beziehungen besser würden als in den vergangenen Jahren, nur ein Prozent rechnet mit einer Verschlechterung. Zu Beginn der Amtszeit Obamas, nach dem Ende der aus deutscher Sicht sehr schwierigen Amtszeit George W. Bushs, hatten 59 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung der Beziehungen gerechnet. Trotz des Machtwechsels in Washington gibt es laut den Umfrage-Ergebnissen bei den Deutschen keine Rückkehr zu dem Vertrauen, dass die Bevölkerung den Vereinigten Staaten in früheren Jahrzehnten entgegenbracht hat. Dies zeige sich am deutlichsten an den Antworten auf die Frage: "Welches Land der Welt betrachten Sie als den besten Freund Deutschlands?" Seit 1977, als die Frage zum ersten Mal gestellt wurde, antwortete rund zwei Jahrzehnte lang rund jeder zweite Befragte, die Vereinigten Staaten seien der beste Freund Deutschlands. Mit der Irak-Krise 2003 hatte sich dies dramatisch und endgültig geändert. Die Zahl derjenigen, die die Vereinigten Staaten als besten Freund Deutschlands bezeichnen, fiel auf elf Prozent. Von 2003 an wurde von den Befragten meistens Frankreich an die erste Stelle gesetzt. Daran änderte sich auch in der Amtszeit Obamas nichts Grundlegendes. Für die Erhebung wurden vom 28. November bis 10. Dezember 1.022 Personen befragt. +++

Was sollen solche Umfragen eigentlich bringen? Nach vier Jahren medialem Trommelfeuer gegen Trump war nichts anderes zu erwarten. Trump ist nicht besonders hoch von Biden geschlagen worden, es war äußerst knapp. Insofern waren auch seine Bedenken von Wahlmanipulationen durchaus angebracht, zumal das Briefwahlsystem in den USA eine Katastrophe ist und durchaus Fälle von Wahlfälschungen vorkamen. Interessant ist auch, dass Trump über 9 Millionen Stimmen mehr bekam als seinerzeit der Heilsbringer Obama. Eine Wahlschlappe sieht anders aus.
Die USA waren schon immer ein gespaltenes Land, vor allem was die Situation der einfachen Bürger gegenüber dem unermesslichen Reichtum der Oberschicht betrifft. Gegen diese Oberschicht, die vom politischen Establishment getragen wird, richten sich viele enttäuschte US-Amerikaner.
Nun wurde jemand Präsident, der genau zu diesem Establishment gehört und die alte Spaltung des Landes weiterführt. Hinzu kommt, dass um ihn herum die Berater allesamt beste Kontakte zur Rüstungsindustrie haben und somit sehr bald eine neue kriegerische Auseinandersetzung irgendwo in der Welt angezettelt wird, um den Absatz der Rüstungsindustrie wieder zu fördern.
Trump wollte diese endlosen Kriege beenden und er hat als erster Präsident seit langer Zeit keine neuen kriegerischen Auseinandersetzungen begonnen. Alles das zählt natürlich nicht; es ist im Trommelfeuer der bezahlten Propagandisten des Establishments untergegangen und insbesondere die Deutschen sind darauf mehr als alle anderen in der Welt hereingefallen.
Was soll sich denn bei Biden ändern? Alle Präsidenten der USA haben die Interessen der USA und deren Oligarchie zu vertreten, ob sie Obama, Trump oder Biden heißen. Es wird hierzulande sehr bald eine Ernüchterung in dieser Frage einkehren; spätestens, wenn der nächste Krieg mit US-Beteiligung beginnt.