Umfrage: 45 Prozent halten Hartz-IV-Regelsatz für angemessen

Sozialleistung, Hartz

Berlin. 45 Prozent der Deutschen empfinden die Grundsicherung von 416 Euro, die der Staat an Personen bezahlt, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können, alles in allem als angemessen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Umfrage für „RTL Aktuell“. 40 Prozent sind demnach der Meinung, dass die Grundsicherung zu niedrig bemessen ist. Zehn Prozent finden, dass diese zu hoch ist. Während die jüngeren Befragten (unter 30 Jahre), die Anhänger der Union sowie der FDP die Grundsicherung mehrheitlich als angemessen empfinden, sind überdurchschnittlich häufig die Anhänger der SPD (48 Prozent) und insbesondere der Linkspartei (77 Prozent) und der Grünen (63 Prozent) der Meinung, dass die Grundsicherung zu niedrig ist.

51 Prozent der Befragten finden es laut Umfrage grundsätzlich richtig, dass man erst dann Geld vom Staat erhalten kann, wenn das eigene Vermögen aufgebraucht ist oder man nicht vom Lebenspartner finanziell mitversorgt werden kann – so, wie es durch die sogenannten Hartz-IV-Reformen von 2003 beschlossen wurde. 46 Prozent sind der Meinung, dass diese Regelung einer Änderung bedarf. Dass sie dieses Prinzip grundsätzlich richtig finden, meinen die unter 30-Jährigen (61 Prozent), die formal höher Gebildeten (Abitur, Studium: 54 Prozent) sowie die Anhänger von Union (55 Prozent) und FDP (56 Prozent) vergleichsweise häufig.

Auf die offene, ohne jedwede Antwortvorgabe gestellte Frage, was die wesentlichen Gründe dafür sind, dass Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit geraten, meinen 28 Prozent der Bürger in Deutschland, dies läge an der Faulheit beziehungsweise Bequemlichkeit der betroffenen Personen. 26 Prozent sind der Ansicht, Menschen würden vor allem aufgrund ihrer mangelnden Bildung beziehungsweise Qualifikation in Langzeitarbeitslosigkeit geraten. Jeweils 19 Prozent meinen, Menschen würden wegen des fehlenden Angebots an Arbeitsplätzen beziehungsweise gesundheitlicher Probleme in Langzeitarbeitslosigkeit geraten und zwölf Prozent glauben, dass das Alter der Betroffenen ein wesentlicher Grund für Langzeitarbeitslosigkeit ist. Für die Umfrage wurden am 25. und 26. April 2018 genau 1.001 Personen befragt. +++


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3 Kommentare

  1. Nur die Betroffenen können sagen, ob die Mittel angemessen sind. Wer nicht betroffen ist, sollte sich da raus halten. Natürlich ist der Satz angemessen, wenn man wie die neoliberalen Vordenker davon ausgeht, dass es reicht, wenn die Menschen nicht verhungern. Er ist aber nicht angemessen, wenn man will – wie es in einem Sozialstaat eigentlich sein sollte – , dass die Menschen, vor allem die Kinder, am gesellschaftlichen Leben teilhaben sollen. Teilhabe ist also das Zauberwort, dass die Neoliberalen Heilsbringer nicht so gerne hören. Wer nach jahrzehntelanger Arbeit und Einzahlen in die Sozialsysteme nach wenigen Monaten Erwerbslosigkeit in Hartz IV landet, soll zunächst seine Ersparnisse verlieren und in die unbegrenzte Armut versetzt werden, so meinen wohl viele Menschen. Selber mal ausprobieren, kann ich da nur empfehlen!

  2. Noch eine Ergänzung:

    Wer freiwillig auf einen ordentlichen Lohn, eine tolle Frau, eine schöne Wohnung, ein schnelles Auto und die Bestätigung im Kollegenkreis, ein toller Hecht zu sein neben dem Glück und der Bestätigung, die ein guter Job mit sich bringt, verzichtet muss wohl nach Meinung von RTL entweder bekloppt oder furchtbar faul sein. Siehe RTL 2 – Sendung über Hartzler.

    Doch denken Sie einmal darüber nach, ob Sie freiwillig auf all das, was Arbeit Ihnen bringt verzichten, um dann in einer schäbigen Bude von 416 EUR ein mehr als kümmerliches Dasein zu fristen. Ohne Frau, ohne Sportwagen und ohne Bestätigung im Leben?

    Irgendwas kann da ja nicht stimmen, oder?

    Und wenn man nach vielen Jahren vergeblicher Jobsuche dann irgendwann den Mut verliert, weil man den Glauben an das System verloren hat und begreift, daß einen niemand mehr braucht, was dann? Sich die Kugel geben?

    Es ist immer leicht, auf andere herabzuschauen oder über sie zu urteilen, wenn man selbst nicht genau weiß, was das bedeutet: Hartz IV. Und wer einmal da drinn ist kommt so schnell da auch nicht wieder raus.

    Aber das will ja auch keiner wissen.

  3. Dazu sollte man einiges wissen: RTL gehört zum Bertelsmannkonzern, der gehört der gemeinnützigen Bertelsmannstiftung und die sind die eigentlichen Erfinder von Hartz IV.

    Glauben Sie nicht?

    Dann sollten Sie im Internet mal nach der ZDF Satiresendung „Die Anstalt“ recherchieren. Die letzte Sendung vom 24. April 2018 befasst sich ausführlich mit diesem Thema. Es gibt dort auch einen Faktencheck, der über alles in der Sendung Gesagte Zeugnis ablegt.

    Eigentlicher Hintergrund ist aber: solange der Regelsatz so niedrig ist werden Menschen in Deutschland niedrigste Löhne akzeptieren. Denn sonst würde niemand mehr mit Blick auf Hartz IV schwere Arbeit für einen Hungerlohn machen. Also Lohndumping zu Lasten vieler schwer arbeitender Menschen in Deutschland. Und wenn du nicht kuschst, droht Dir Hartz IV!

    Im Übrigen: der Miterfinder von Hartz IV, Altklanzler Schröder von der SPD kann sich ja derzeit aufgrund seiner vielen Aufsichtsratsposten – u.a. bei Putin und Co. – nicht über zu wenig Kohle auf dem Konto beklagen. Und so jemand hat uns diesen Sch.. eingebrockt.

    DANKE, Herr Schröder, danke BERTELSMANN!

    Übrigens: die beste Freundin von Angela Merkel ist neben Friede Springer (Bild) … Liz Mohn, die Chefin von Bertelsmann! Noch Fragen?

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