TTBL: Ochsenhausen gewinnt das Spitzenspiel

Grenzau holt den zweiten Sieg in Serie

Grenzaus Aleksandar Karakasevic. Foto: Wolfgang Heil

So manche Richtungsentscheidung hat der 17. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) gebracht. Während der 1. FC Saarbrücken TT und die TTF Liebherr Ochsenhausen, die das Spitzenspiel gegen den ASV Grünwettersbach gewannen, aussichtsreich im Rennen um die Play-offs der Tischtennis Bundesliga (TTBL) liegen, sorgte der TTC Zugbrücke Grenzau durch den zweiten Sieg in Serie wohl für Klarheit im Abstiegskampf.

Den TTF Liebherr Ochsenhausen ist am 17. Spieltag ein großer Schritt in Richtung der Play-offs der Tischtennis Bundesliga (TTBL) gelungen. Das Duell mit dem Tabellenvierten, dem ASV Grünwettersbach, entschied der Champion von 2019 mit 3:1 für sich und sicherte damit vorerst die Platzierung in den Top vier ab. Erst am vergangenen Freitag hatten die TTF mit 3:2 gegen Borussia Düsseldorf gewonnen. Mit 24:12 Punkten steht Ochsenhausen nun vier Zähler vor Rang fünf. „Wir sind natürlich sehr zufrieden mit diesem Sieg. Grünwettersbach ist derzeit in Topform und schwer zu schlagen. Darauf aber waren wir vorbereitet und haben alles gegeben“, sagte Ochsenhausens Simon Gauzy nach dem zwölften Saisonsieg seines Teams. Der ASV nämlich hatte zuvor sieben Siege in Serie aneinandergereiht und sich damit auf Platz vier vorgeschoben. Dort stehen die Badener trotz der Niederlage mit nun 22:14 Punkten aber weiterhin und dürfen somit nach wie vor von der ersten Play-off-Teilnahme der Vereinsgeschichte träumen.

Türöffner für den zwölften Saisonsieg Ochsenhausens war der Auftaktsieg von Gauzy. Der 26 Jahre alte Franzose setzte Dang Qiu von Beginn an unter Druck und ließ den Grünwettersbacher zu keinem Zeitpunkt in die Partie finden. Am Ende stand das 3:0 (13:11, 11:5, 11:9)-Break für Gauzy und die TTF. „Dieses Schlüsselspiel wollte ich unbedingt gewinnen“, sagte Gauzy. Die weiteren beiden Siege gingen auf das Konto von Hugo Calderano, der Deni Kozul mit 3:0 (11:6, 12:10, 11:5) und Qiu im Spitzeneinzel mit 3:0 (16:14, 11:5, 14:12) bezwang. Für Grünwettersbach hatte zwischenzeitlich Wang Xi durch ein 3:0 (11:8, 11:8, 11:6) gegen Kanak Jha verkürzt. „Es war klar, dass wir auch mal wieder verlieren würden“, sagte ASV-Manager Martin Werner. „Über die Play-offs habe ich mir noch gar nicht viele Gedanken gemacht. Wir müssen realistisch bleiben. Bereits jetzt ist es die erfolgreichste Saison unserer TTBL-Geschichte – alles, was noch kommt, ist ein Zubrot.“

Franziska führt Saarbrücken zu Sieg gegen Bremen

Punktgleich mit den TTF steht der 1. FC Saarbrücken TT, der damit als Tabellenzweiter ebenfalls vier Zähler Vorsprung auf den fünften Platz hat. In der Neuauflage des Vorjahres-Halbfinals setzte sich der amtierende Meister erneut mit 3:0 gegen den SV Werder Bremen durch. „Wir hatten zuletzt gesagt, dass jedes Spiel für uns ein Endspiel ist, weil der Kampf um die Play-offs unheimlich eng ist“, sagte FCS-Führungsspieler Patrick Franziska nach der Partie. „Entsprechend war es ein sehr, sehr wichtiger Sieg.“

Franziska selbst hatte zuvor das Schlüsselspiel bestritten. Wie bereits in den Play-offs der Vorsaison holte der 28-Jährige das Break gegen Mattias Falck, allerdings längst nicht so deutlich wie beim 3:0 im vergangenen Juni. Nach vier umkämpften Sätzen und immer wieder wechselnder Führung – Franziska holte im ersten Satz ein 3:8 auf, Falck im zweiten ein 2:6 – hatte der Saarbrücker im Entscheidungssatz schließlich alles im Griff und gewann 3:2 (11:8, 10:12, 8:11, 11:6, 11:3). „Wichtig war, dass einer von uns Mattias knackt“, sagte Franziska. „Das ist mir zum Glück gelungen.“ Recht deutlich machte es anschließend Darko Jorgic mit 3:0 (11:9, 11:6, 12:10) gegen Kirill Gerassimenko, ehe Shang Kun einen Rückstand gegen Marcelo Aguirre drehte. Aus 0:2 Sätzen machte der Chinese ein 3:2 (8:11, 4:11, 11:6, 11:9, 11:2) zum 3:0-Erfolg des FCS. „Gratulation an Saarbrücken“, sagte Bremen-Trainer Cristian Tamas. „Es fing etwas unglücklich für uns an, aber Patrick Franziska hat eine starke Leistung gezeigt. Leider haben wir es heute nicht geschafft, ins Spiel zu kommen.“

Zweiter Sieg in Serie für Grenzau

Am anderen Ende der Tabelle sorgte der TTC Zugbrücke Grenzau mutmaßlich für Klarheit im Abstiegskampf. Erst am Freitag hatte der sechsmalige Deutsche Meister beim 3:2 gegen Bad Königshofen den zweiten Saisonsieg geholt, beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gab es nun das gleiche Ergebnis. „Wir haben heute unsere Chance ergriffen. Wir sind jetzt ganz knapp davor, unser Saisonziel zu erreichen“, stellte Grenzau-Routinier Aleksandar Karakasevic fest. Mit 6:30 Punkten liegen die Westerwälder schließlich nun deutlich vor dem TTC OE Bad Homburg (2:34) und sind kaum noch von Platz elf zu verdrängen.

Wie schon am Freitag gegen Bad Königshofen ging der entscheidende Punkt erneut auf das Konto des Doppels. Cristian Pletea und Aleksandar Karakasevic rangen Ruwen Filus und Fan Bo Meng mit 3:1 (11:8, 6:11, 11:2, 15:13) nieder. Zuvor hatte „King Kara“ der Partie mit seinem 3:1 (8:11, 11:9, 11:6, 11:9)-Einzelsieg gegen Meng bereits eine entscheidende Wendung gegeben. Den dritten Punkt gab es dagegen kampflos: Quadri Aruna konnte im Spitzeneinzel gegen Ioannis Sgouropoulos aufgrund von Oberschenkel-Problemen nicht antreten, sonst hätte er womöglich einen 3:1-Sieg für Fulda hergestellt. Die ersten beiden Einzel waren nämlich in Hand der Osthessen: Aruna schlug Pletea mit 3:2 (8:11, 11:7, 11:6, 6:11, 11:6), Filus ließ ein  3:1 (11:7, 10:12, 14:12, 11:6) gegen Sgouropoulos folgen. „Wir wollten unbedingt die Punkte zu Hause behalten, aber das ist uns leider nicht gelungen. Es ist bitter, aber wir müssen nach vorne schauen“, meinte Filus anschließend. Der 32-Jährige steht mit den Fuldaern weiterhin auf Platz zehn und hat angesichts von acht Punkten Rückstand auf Bremen kaum noch Chancen auf Rang neun. „Gegen Ochsenhausen, Saarbrücken und Neu-Ulm wird es schwer – aber wir wollen noch die eine oder andere Überraschung schaffen“, meinte Filus mit Blick auf die weiteren Duelle. Zudem geht es für Fulda zum Hauptrunden-Abschluss noch im Hessenderby gegen Bad Homburg.

Bad Homburg hofft vergeblich auf den zweiten Sieg

Grenzaus Konkurrent im Abstiegskampf, der TTC OE Bad Homburg, hoffte unterdessen vergeblich auf den zweiten Saisonsieg. Der TTC Schwalbe Bergneustadt fuhr ein 3:0 in Hessen ein und damit den zweiten Sieg in Folge. Am Freitag hatten die Oberberger beim 3:1 gegen Fulda den ersten Erfolg im neuen Jahr gefeiert. „Ehrlich gesagt: Ich habe länger nicht auf die Tabelle geschaut“, sagte Bergneustadts Benedikt Duda nach der Partie. Dort steht Bergneustadt mit 20:16 Punkten auf Rang sieben und hat damit noch Chancen auf die Play-off-Teilnahme. In der Saison 2018/19 hatten Duda und Co. zuletzt den Sprung unter die besten vier Teams geschafft. „Wir haben noch vier Spiele, werden alles geben – und dann sehen, wofür es reicht“, erklärte das Bergneustädter Eigengewächs.

Das entscheidende Duell absolvierte am Sonntag Alvaro Robles. Der formstarke Spanier traf im Auftakteinzel auf Rares Sipos und bezwang den Rumänen mit 3:2 (9:11, 11:9, 11:6, 9:11, 11:5). „Sipos hat super gespielt und gut dagegengehalten. Das war das Schlüsselspiel“, meinte Duda zur Leistung seines Teamkollegen. Der 26-Jährige selbst hatte nach Robles’ Auftaktsieg keine größeren Probleme mit Maksim Grebnev und erhöhte mit 3:0 (11:5, 11:8, 11:9) auf 2:0. Dabei lag Duda im dritten Satz gar mit 3:8 hinten, nach einem Time-out biss er sich aber zurück und nutzte wenig später beim Stand von 10:9 seinen Matchball. Alles klar machte schließlich Alberto Miño, der beim 3:0 (11:7, 11:2, 11:8) gegen Lev Katsman im dritten Anlauf seinen ersten Saisonsieg feierte. „Bergneustadts Sieg geht auf jeden Fall in Ordnung. Woran es genau lag, kann ich so kurz nach dem Spiel noch nicht sagen“, sagte der sportliche Leiter Bad Homburgs, Sven Rehde, dessen Team mit 2:34 Punkten nun vier Zähler hinter Platz elf liegt. Am Dienstag treffen die Hessen ab 19 Uhr auf die TTF Liebherr Ochsenhausen. „Wir werden möglichst gut regenerieren und dann gegen Ochsenhausen alles geben. Im Sport ist alles möglich“, meinte Rehde.

Trotz Boll-Niederlage: Düsseldorf schlägt Neu-Ulm

Den nächsten und bereits 16. Saisonsieg fuhr unterdessen Borussia Düsseldorf ein. Der Tabellenführer braucht dank des 3:1-Erfolgs gegen den TTC Neu-Ulm nur noch einen Sieg aus den verbleibenden vier Partien, um den ersten Platz vorzeitig abzusichern. Die erste Chance dazu bietet sich am 19. Februar im Auswärtsspiel beim TTC Zugbrücke Grenzau. Mit 32:4 Punkten liegt Düsseldorf weiterhin acht Zähler vor Saarbrücken und Ochsenhausen. „Wir haben heute nicht so gut gespielt wie in den vergangenen Wochen“, stellte Borussia-Trainer Danny Heister fest. „Dennoch haben wir gewonnen. Die Jungs haben sich reingehängt und diesen Sieg gewollt. Das hat mir sehr gut gefallen. Jetzt haben wir ein paar Tage Zeit, um Energie aufzutanken und die nötige Frische für die nächsten Aufgaben zu bekommen.“

Obwohl erneut ohne Spitzenspieler Emmanuel Lebesson angetreten, lieferte Neu-Ulm den Düsseldorfern hartnäckige Gegenwehr. Allen voran Tiago Apolonia: Der Portugiese lag im Auftakteinzel bereits mit 0:2 Sätzen gegen Timo Boll hinten, erkämpfte sich aber den 3:2 (5:11, 7:11, 11:8, 11:9, 12:10)-Erfolg. Für Boll war es die erst zweite Saisonniederlage. Die weiteren drei Einzel gingen dann aber an Düsseldorf. Ricardo Walther, der kurzfristig anstelle des angeschlagenen Kristian Karlsson aufgeboten wurde und selbst noch unter einer Fußverletzung litt, musste gegen Kay Stumper ebenfalls in den Entscheidungssatz, gewann aber 3:2 (11:5, 11:9, 7:11, 4:11, 11:8). Anschließend punkteten auch Anton Källberg mit 3:0 (13:11, 11:4, 11:4) gegen Vladimir Sidorenko und Boll mit 3:1 (11:7, 11:8, 4:11, 13:11) gegen Stumper. Für Neu-Ulm war es die dritte Niederlage in Serie, trotzdem haben die Schwaben mit 20:16 Punkten noch Chancen im Play-off-Rennen. Der Rückstand des Tabellensechsten auf Platz vier beträgt weiterhin nur zwei Zähler. „Über die Play-off-Teilnahme denken wir gar nicht groß nach“, sagte Stumper. „Wir schauen einfach von Spiel zu Spiel und versuchen, so viele Siege wie möglich zu holen.“

Steger lässt Bad Königshofen gegen Mühlhausen jubeln

Punktgleich mit Neu-Ulm steht der Post SV Mühlhausen, der als Tabellenfünfter ebenfalls noch auf den Sprung unter die Top vier hoffen darf. Am Sonntag kassierten die Thüringer allerdings einen Rückschlag: Der TSV Bad Königshofen setzte sich mit 3:1 gegen Mühlhausen durch und wahrte mit nun 20:18 Punkten ebenfalls die Mini-Chance auf die Play-offs. „Wir haben nur noch eine kleine Chance auf die Play-offs, aber noch ist sie vorhanden“, stellte TSV-Trainer Koji Itagaki unverdrossen fest. Am vergangenen Freitag hatte sein Team überraschend mit 2:3 gegen Schlusslicht Grenzau verloren und damit im Rennen um die Top vier an Boden verloren. „Wir haben heute die richtige Reaktion gezeigt, dieser Sieg war sehr wichtig“, ergänzte Itagaki. „Wenn wir weitere Siege folgen lassen, sind wir weiterhin im Rennen.“

Matchwinner für Bad Königshofen war Bastian Steger. Der 39-Jährige gewann erst gegen Ovidiu Ionescu mit 3:1 (15:13, 11:6, 5:11, 11:4) und später im Spitzeneinzel mit 3:2 (7:11, 14:12, 11:8, 8:11, 11:9) gegen Daniel Habesohn. „Wir haben versucht, Druck zu machen, und Ionescu gegen Steger gesetzt. Dieser Plan ging leider nicht auf“, erklärte Post-SV-Trainer Erik Schreyer. Mit Blick auf das abschließende Duell ergänzte er: „Was Steger gegen Habesohn gespielt hat, war die beste Werbung für den Tischtennis-Sport.“ Der weitere Punkt Bad Königshofens ging auf das Konto von Kilian Ort, der Steffen Mengel mit 3:1 (9:11, 11:8, 11:5, 11:9) bezwang. Für Mühlhausen war Habesohn mit 3:2 (11:5, 9:11, 6:11, 11:7, 11:9) gegen Filip Zeljko erfolgreich. „Es war ein hochklassiges, spannendes und tolles Spiel. Bad Königshofen hat es gut gemacht. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Schreyer. +++ pm

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