Synode stellt Weichen: Evangelischer Kirchenkreis wählt Vorstand

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Im Haus Oranien ging es am 7. März um Personal, Perspektiven und ein Stück kirchlicher Zukunft. Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises kam zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen – und stellte mit einer Reihe von Wahlen die Leitungsgremien für die kommenden sechs Jahre neu auf. 71 der insgesamt 87 Synodalen aus 24 Kirchengemeinden waren erschienen. Neben den Personalentscheidungen rückte auch ein Thema in den Mittelpunkt, das vielerorts wieder an Bedeutung gewinnt: die Stärkung der Pfadfinderarbeit im Kirchenkreis.

Kontinuität an der Spitze

Die Synodalen setzten auf Erfahrung. Andreas Maraun aus der Kirchengemeinde Bronnzell-Eichenzell wurde mit deutlicher Mehrheit erneut zum ehrenamtlichen Vorsitzenden der Synode gewählt. Für Maraun beginnt damit bereits die dritte Amtszeit. In seiner Vorstellung erinnerte er an die vergangenen Jahre, die er als von einer „harmonischen und konstruktiven Zusammenarbeit“ geprägt beschrieb. Maraun ist nicht nur im Kirchenkreis aktiv: Er gehört auch der Landessynode sowie dem Rat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) an. Kraft seines Amtes ist er zudem festes Mitglied im Kirchenkreisvorstand, der von Dekan Dr. Thorsten Waap geleitet wird.

Auch Pfarrer Marvin Lange aus der Bonhoeffergemeinde erhielt erneut das Vertrauen der Synodalen. Er bleibt sowohl stellvertretender Dekan als auch stellvertretender Vorsitzender der Synode. Diakoniepfarrer Lars Peter Rilke wurde zu seinem Stellvertreter bestimmt. Als nicht-ordinierte Mitglieder gehören künftig Simone Möhring von der Christuskirche sowie Hilde Hehr-Willhardt aus der Kirchengemeinde Burghaun-Rothenkirchen dem Kirchenkreisvorstand an. Ihre Stellvertreterinnen sind Edda Steinmetz aus der Kreuzkirche und Theresia Vonderau-Fern aus der Bonhoeffergemeinde.

Auch eine wichtige Vertretungsaufgabe wurde neu besetzt: Die Delegierten sprachen Rainer Knieper aus der Kirchengemeinde Flieden-Neuhof ihr Vertrauen aus. Er wird den Kirchenkreis künftig in der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vertreten. Neben diesen Personalentscheidungen standen weitere Wahlen auf der Tagesordnung. Besetzt wurden der Propst- und der Dekanfindungsausschuss sowie der Diakonieausschuss. Darüber hinaus bildete die Synode die Ausschüsse für Finanzen, Bau, Jugend und Kirchenmusik sowie das Kuratorium für die Telefonseelsorge.

Mehr Gewicht für die Diakonie

Dekan Dr. Thorsten Waap berichtete zudem von einem Vorhaben, das die Struktur des Kirchenkreises verändern könnte. Der Kirchenkreis hat bei der Landeskirche einen Antrag gestellt, den Kirchenkreisvorstand zu erweitern. Bislang besteht das Gremium aus fünf Personen: zwei Geistlichen und drei Laien. Mit einer Satzungsänderung soll künftig ein Vertreter der Diakonie einen dauerhaften Sitz im Kirchenkreisvorstand erhalten. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie enger zu verzahnen und strukturell zu stärken.

Neue Dynamik für die Pfadfinder

Einen Blick nach vorn richtete auch ein Programmpunkt, der besonders die Jugendarbeit betraf. Jonas Höchst vom Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) Hessen stellte den Synodalen unter dem Titel „Sieben Orte – ein Versprechen“ Pläne vor, die Pfadfinderarbeit im Kirchenkreis auszubauen. Während die bestehenden Pfadfinderstämme in Hettenhausen und Fulda bereits auf eine lange Tradition zurückblicken können, sollen die Gruppen in Bad Salzschlirf und Hofbieber stabilisiert werden. Darüber hinaus ist geplant, in weiteren Orten neue Stämme zu gründen. Die Idee dahinter: Netzwerke aus Eltern und Kirchengemeinden sollen die langfristige Existenz der Gruppen sichern und der Pfadfinderarbeit neue Stabilität geben.

Worte des Aufbruchs

Auch in den Grußworten klang das Thema Veränderung an. Pröpstin Sabine Kropf-Brandau setzte einen deutlichen Akzent auf die bevorstehenden Transformationsprozesse innerhalb der Kirche „Veränderung ist nicht immer unser Lieblingswort“, räumte sie ein. Gleichzeitig betonte sie, dass in jedem Neuanfang eine große Chance liege. Mit Vorfreude blickte die Pröpstin auf den kommenden Hessentag in Fulda. Dort wollen sich die Kirchen erstmals ökumenisch unter dem gemeinsamen Motto „Im Herzen eins“ präsentieren. Kropf-Brandau ermutigte Haupt- und Ehrenamtliche, diesen Auftritt aktiv mitzugestalten. „Herzliche Grüße von der ‚anderen Seite der Rhön‘“ überbrachte Dekan Ralf Gebauer vom Kirchenkreis Schmalkalden. Sein Gruß unterstrich die Verbundenheit der Kirchenkreise – über regionale Grenzen hinweg. +++


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