Studium ohne Abitur – Neben dem klassischen Weg gibt es weitere Zugangsmöglichkeiten für ein Hochschulstudium

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„Wer studieren möchte, sollte Abitur haben, aus einer Akademiker-Familie stammen und direkt nach der Schule mit dem Studium beginnen.“ Meinungen wie diese sind verbreitet – aber entsprechen sie auch den Tatsachen?

In den letzten Jahren hat sich vieles verändert: Nach Angaben des CHE Centrum für Hochschulentwicklung hat sich die Zahl der Studierenden ohne Abitur seit 2011 mehr als verdoppelt. Derzeit sind über 70.000 Menschen an deutschen Hochschulen eingeschrieben, die kein Abitur haben.

„Schätzungsweise vier von fünf Personen in Deutschland könnten aufgrund ihrer schulischen oder beruflichen Qualifikation ein Studium aufnehmen – und immer mehr nutzen auch diese Option“, sagt Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE.

Neben der schulischen Hochschulzugangsberechtigung wie beispielsweise Abitur oder Fachoberschule (FOS) gibt es drei Zugangsmöglichkeiten für ein Studium an hessischen Hochschulen.

Weg 1: Die Aufstiegsfortbildung

Inhaber*innen von bestimmten beruflichen Fort- und Weiterbildungen besitzen die sogenannte Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung (HZB). Sie ermöglicht prinzipiell den Zugang zu allen Studiengängen, eine fachliche Einschränkung gibt es dabei nicht.

Ein konkretes Beispiel: Meisterinnen und Meistern wird die allgemeine HZB für alle Studiengänge an hessischen Hochschulen zuerkannt. Der Meistertitel ist damit dem Abitur faktisch gleichgestellt. Meisterinnen und Meister können sich damit, genau wie Abiturient*innen, für alle Studiengänge bewerben.

Neben dem Meistertitel gibt es weitere berufliche Aufstiegsfortbildungen, die dem Abitur gleichgestellt sind.

Weg 2: Berufsausbildung + Berufserfahrung + Hochschulzugangsprüfung

Fachkräfte können die so genannte „fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung“ erwerben, indem sie eine Hochschulzugangsprüfung ablegen. Um für die Prüfung zugelassen zu werden, gibt es zwei Voraussetzungen:

  • Eine anerkannte mindestens zweijährige Berufsausbildung in einem zum angestrebten Studiengang fachlich verwandten Bereich und
  • Eine mindestens zweijährige hauptberufliche Tätigkeit in einem Bereich, der mit dem Studiengang verwandt ist.

Diese fachbezogene Studienberechtigung ist auf bestimmte fachlich nahestehende Studiengänge begrenzt. Das heißt konkret: Wer eine Ausbildung im Gesundheitswesen absolviert und dort Berufserfahrung gesammelt hat, kann ein Studium im Fachgebiet Gesundheitswissenschaften aufnehmen. Mögliche Studiengänge an der Hochschule Fulda wären hier zum Beispiel „Pflege“, „Management in der Gesundheitsversorgung“ oder „Berufspädagogik Gesundheit“.

Weg 3: Fachhochschulreife

Auch dieser Weg ermöglicht den Zugang zum Studium – ohne Berufserfahrung und ohne fachliche Bindung.

Folgende Voraussetzungen gelten:

  • Mittlerer Schulabschluss und
  • Abgeschlossene Berufsausbildung (Dauer: mindestens drei Jahre).
    Note in der Abschlussprüfung: 2,5 oder besser.

„Das Studium ohne Abitur ist insbesondere für Menschen interessant, die schon länger im Berufsleben stehen und sich weiterqualifizieren möchten“, sagt Corinna Steinebronn, Studienberaterin an der Hochschule Fulda. Eine häufige Motivation ist, beruflich aufzusteigen, etwa in eine Leitungsposition. Auch ein geplanter Wechsel in einen anderen Beruf kann ein guter Grund sein.

Doch wie lassen sich ein Studium, der Beruf und gegebenenfalls die Familie unter einen Hut bringen? „Die Finanzierung ist in der Beratung ein großes Thema “, sagt Steinebronn. Eine wichtige Option ist deshalb das berufsbegleitende Studium. Entsprechende Studiengänge sind so angelegt, dass die Studierenden weiterhin in ihrem Job arbeiten können. Der Großteil der Lerninhalte wird in der Regel über eine Online-Plattform vermittelt, ein kleinerer Teil als Präsenzstudium an festen Tagen.

Berufserfahrung als Vorteil

Eine Befürchtung, die Steinebronn häufig hört: „Alle anderen sind bestimmt jünger als ich.“ Tatsächlich gibt es viele Studierende mit Berufserfahrung. „Das Alter und den eigenen beruflichen Hintergrund sollte man nicht als Nachteil empfinden“, sagt die Studienberaterin. Ganz im Gegenteil: Ihrer Erfahrung nach profitieren Studierendengruppen davon, wenn sie gemischt sind. Das Bildungssystem sei in den letzten Jahren viel durchlässiger geworden, betont Corinna Steinebronn. „Das Gute daran ist: Die Schulzeit bestimmt nicht mehr über den Rest des Lebens.“

Ein gutes Beispiel hierfür ist Juliane Jobst. Sie hat nach ihrem Realschulabschluss eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin gemacht. Inzwischen ist sie Geschäftsführerin einer Jugendhilfeeinrichtung. Möglich wurde diese Entwicklung durch den berufsbegleitenden Studiengang Soziale Arbeit an der Hochschule Fulda – und durch ihren Mut, den Schritt ins Studium zu wagen. „Durch die Online-Module ist das Studium definitiv auch mit Job und Familie zu schaffen“, sagt Juliane Jobst. „Ich würde es jederzeit wieder machen.“

Mehr Infos: https://www.hs-fulda.de/studium/ihre-bewerbung/studieren-ohne-abitur?mtm_campaign=advertorial-fz&mtm_source=fz&mtm_medium=advertorial-fz-studium-ohne-abi


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