In der Debatte über mögliche flächendeckende Stromausfälle im Herbst und Winter warnt der Deutsche Städtetag vor Panik. "Wir sollten jetzt nicht mit Panik reagieren, sondern mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der "Rheinischen Post". "Die Städte wollen 20 Prozent Gas einsparen. Wenn alle gemeinsam dieses Ziel verfolgen, sehe ich eine gute Chance, ohne Blackout durch den Winter zu kommen." Zugleich müsse aber auch Vorsorge betrieben werden; Notstrom-Reserven seien notwendig. "Da tragen im Katastrophenschutz Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung", sagte Dedy.
Energiewirtschaft fürchtet Stromnetz-Überlastung durch Heizlüfter
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hält eine Überlastung der Stromnetze im Winter durch die verstärkte Nutzung von elektrischen Heizlüftern für möglich. Zwar sei die Sorge der Menschen, ihre Wohnung nicht ausreichend heizen zu können, nachvollziehbar, "wir dürfen uns jedoch mit möglichen Alternativen nicht zusätzliche Probleme einhandeln", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, dem "Handelsblatt". Heizlüfter beispielsweise seien nicht dafür gemacht, eine Heizung zu ersetzen und sollten daher "nur mit Bedacht" eingesetzt werden. Zum einen brauchten sie sehr viel Strom, was zu hohen Stromrechnungen führen könne: "Zum anderen können sie die Stromnetze überlasten, beispielsweise wenn an einem kalten Winterabend gleichzeitig viele Haushalte in einem Stadtviertel ihre Heizlüfter anschalten", sagte Andreae. Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin erinnerte daran, dass die privaten Haushalte zu den geschützten Kunden zählten. "Das heißt, sollte trotz aller bereits eingeleiteter und noch anstehender Maßnahmen doch die Situation eintreten, dass das Gas knapper wird, dann werden sie stets vorrangig mit Gas beliefert", sagte Andreae. +++
