Stadt Fulda lehnt die Trassenkorridore für „SuedLink“ entschieden ab

Fulda. Nach der Demonstration im Ehrenhof des Schlosses, einer anschließenden Gesprächsrunde mit den Ortsvorstehern der Stadt hat sich nun auch der Fuldaer Magistrat mit den vom Netzbetreiber Tennet vor kurzem überraschend vorgestellten Alternativtrassen-Korridoren für die Höchstspannungsleitung „SuedLink“ im Fuldaer Westen beschäftigt. Klares Ergebnis der Debatte: Unbeschadet der noch folgenden raumordnerischen und Planfeststellungsverfahren lehnt die Stadt Fulda die jetzt in die Diskussion gebrachten Alternativvarianten entschieden ab. Die Trassen-Korridore würden nach dem derzeitigen Stand der Planungen in einer Breite von rund 1.000 Metern die Gemarkungen von 10 Stadtteilen durchschneiden. Damit, so begründete Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller die aktuelle Vorlage des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung, seien die „Interessen Fuldas an der im Westen lebenden Stadtteilbewohner massiv betroffen.“

In Übereinstimmung mit der vom Kreistag von Fulda am 12. Oktober verabschiedeten Resolution fordert der Magistrat die Bundesregierung und die Hessische Landesregierung auf, Klarheit darüber herzustellen, ob für die in Planung befindliche Stromleitung „SuedLink“ nach wie vor eine energiewirtschaftliche Notwendigkeit besteht. Bei einem zügigen, dezentralen, effektiven und bürgernahen Ausbau erneuerbarer Energie wie Wind- und Solarenergie sowie Investitionen in Speichertechnologien und einem größeren Engagement im Bereich Energieeinsparung könnte sich nach Worten Möllers der Bedarf dieser Leitung erübrigen. Sollte die Leitung aber nach wie vor notwendig sein, ist bei einer Trassenführung durch das Kreisgebiet die Trassenvariante „Ost“, also durch Sachsen-Anhalt und Thüringen zu favorisieren. Möller forderte Bund und Land deshalb auf, sich für diese Trassenvariante einzusetzen. Verfahrensmäßig sei von der Weiterführung solange abzusehen, wie auch für die Weiterführung in Bayern durch das von dort eingeforderte Moratorium keine Klarheit besteht. Für die Stadt Fulda ist klar, sollte unbeschadet dieser Forderung das Projekt der „SuedLink“-Trasse weitergeführt werden, dürfe „unter keinen Umständen im weiteren Verfahren die alternative Trassenführung durch den Westen unserer Stadt weiterverfolgt werden.“ Die Korridor-Varianten tangieren zum Teil in erheblichem Umfange alle zu beachtenden Schutzgüter: Siedlungsgebiete, Natur und Landschaft, Wasserschutzgebiete, Landwirtschaft, Tourismus und Erholung, Faune und Flora.

Die zahlreichen Vorranggebiete für schützenswerte Güter machen aus Sicht des Oberbürgermeisters deutlich, dass aufgrund hoher Raumwiderstände die jetzt ins Spiel gebrachten westlichen Alternativ-Trassen aus der weiteren Diskussion der Korridore ausscheiden müssen. Fuldas Verwaltungschef wörtlich: „Wir fordern deshalb noch einmal eindringlich den Trassenbetreiber Tennet wie auch die Bundesnetzagentur auf, die alternativen Trassenkorridore im Westen unserer Stadt aus dem Verfahren herauszunehmen und nicht weiter zu verfolgen.“ Die Leistungsfähigkeit des Oberzentrums Fulda sei für die Entwicklung der Gesamtregion von entscheidender Bedeutung. Sie dürfe nicht durch weitere massive Einschränkungen bedroht oder gar behindert werden. +++ fuldainfo

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