Stadion Johannisau: Riesen-Förderung für „zukunftsfähige Sportstätte“

Große Freude bei der Stadt Fulda und den Vereinen, die das Stadion in der Johannisau nutzen: Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth war am Freitag zu Besuch und übergab Förderbescheide für die umfangreiche Sanierung des Stadions an die Stadt, die außerdem im kommenden Jahr Host-Town für die Special Olympics sein wird. Das Gesamtvolumen der Förderung des Landes beträgt eine Million Euro.

Schon vor ein paar Jahren förderte das Land Umbaumaßnahmen am Stadion, damals unter anderem den Kunstrasen, auch die Laufbahn war dran, nun sind viel weitreichendere Maßnahmen im Gange. „Wir mussten grundlegend ran“, betonte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, nachdem die letzten großen Erneuerungen nun schon über 60 Jahre zurückliegen. Die Stadt will die Johannisau umfassend zu einer „zukunftsfähigen Sportstätte“ aufstellen, so der OB, der sich über den Förderbescheid freute: „Das sind gesamtgesellschaftlich notwendige und sinnvolle Investitionen“.

Vertreter der SG Barockstadt, die als Fußballverein das Stadion natürlich vor allem für das Regionalliga-Team nutzt, sowie der LG Fulda, die ihre Leichtathletik-Trainings und -Wettkämpfe im Stadion abhält, waren gekommen, und freuten sich ebenfalls über die Fortschritte – baulich wie nun auch finanziell. „Einen der größten Bescheide in der Sportförderung“, übergab Sportminister Peter Beuth dann an Stadtbaurat Daniel Schreiner. Eine Million Euro macht das Land locker für die Sanierungsmaßnahmen und den Tribünen-Neubau. „Wir brauchen Sportinfrastruktur, im Fußball aber auch der Leichtathletik“, betonte der Minister: „Sport ist wichtig für den Zusammenhalt in der Gesellschaft und bringt Menschen zusammen, die vielleicht sonst aneinander vorbei gehen würden“. Beuth hob dabei auch die Bedeutung der 150.000 Ehrenamtlichen im Land Hessen in gut 8000 Vereinen hervor: „Sie organisieren den Zusammenhalt“.

Der Minister ließ verlauten, dass der Standort Fulda für die Vereine noch attraktiver würde, die Modernisierung des Stadions für die gesamte Stadt von großer Bedeutung sei und Fulda zum sportlichen Zentrum der Region Osthessen würde. Er wünschte den Beteiligten aus Sport und Politik alles Gute „sowie tolle Sportevents und viele Gänsehautmomente“ in Zukunft.

Stadtbaurat Schreiner erläuterte die Maßnahmen, die anstehen beziehungsweise schon im Gange sind. Die Arbeiten gehen bis runter an die Grundleitungen, viele davon seien gar nicht sichtbar, aber mindestens genauso notwendig. Die Stehtribünen nehmen langsam Form an, es fehlen noch Handläufe und einige Kleinigkeiten, doch auch in Sachen Beschallung und Beleuchtung wird viel gemacht. Zur neuen Fußballsaison im nächsten Jahr soll alles erledigt sein, so Schreiner. Frank Volmer, Amtsleiter des Fuldaer Gebäudemanagements, erläuterte außerdem, warum sich bei den Tribünen für eine Stahlskelett-Konstruktion entschieden wurde. So sei darunter Platz für Toiletten oder Notstromaggregate. Er sehe „beste Aussichten“, dass das Stadion im Sommer 2023 fertig ist. Nach Fertigstellung der Nord- und Südtribüne bieten diese Platz für jeweils rund 2400 Zuschauer, wodurch das Fassungsvermögen des gesamten Runds nach dem ersten Bauabschnitt bereits auf 8000 Plätze ansteigt.

Kleine Förderung vor den Special Olympics

Einen kleineren, „aber nicht weniger bedeutenden“ Förderbescheid überreichte Beuth Fuldas Bürgermeister Dag Wehner: Als „Host-Town“ der Special Olympics 2023 erwartet Fulda im kommenden Jahr parallel zur Landesgartenschau eine Delegation aus Argentinien, für die ein großes Rahmenprogramm organisiert wird. Die Special Olympics steigen später in Berlin mit 7000 geistig behinderten Sportlern aus 190 Ländern, zur Vorbereitung werden alle in verschiedenen deutschen Städten untergebracht. Beuth bezeichnete das Event als „große Chance, den Fokus auf den Sport als Mittel und Weg für Teilhabe in unserer Gesellschaft zu lenken“. Mit insgesamt 2500 Euro wird vom Land dabei auch das Projekt „PingPongParkinson“ unterstützt, Silke Kind ist hier Fuldas Aushängeschild als international erfolgreiche Athletin.

Bürgermeister Wehner stellte den engen Austausch der Stadt mit dem Sportkreis, der Hochschule sowie dem Netzwerk antonius in Vorbereitung auf die Ankunft der Argentinier heraus. OB Wingenfeld ergänzte: „Es ist ein schönes Zeichen, dass der Sport weltweit verbindet und Grenzen überschreitet“. Es müsse „der Anspruch in einer inklusiven Gesellschaft sein“, Menschen mit jeglicher Behinderung Möglichkeiten zu bieten, Sport zu treiben und zuzuschauen, sagte Wehner. Genau diese Barrierefreiheit wird auch beim Umbau des Stadions großgeschrieben. „Ein sehr großes Anliegen“, untermauerte der Oberbürgermeister, auch in Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Sebastian Müller, Thomas Hering (beide CDU) und Silvia Brünnel (Grüne), die bei der Übergabe im Stadion vorbeischauten. +++

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