SPD-Fraktionsvize Lauterbach für Reform der Pflegeversicherung

Pflege

Berlin. Der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, hat sich dafür ausgesprochen, dass die Pflegeversicherung auf Wunsch künftig die gesamten Pflegekosten übernimmt. Es solle „auch das Angebot einer paritätisch finanzierten Vollkaskoversicherung“ geben, sagte der Gesundheitsexperte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die Versicherten sollen zu einem frühen Zeitpunkt, also nicht erst kurz vor Beginn der Pflegebedürftigkeit, wählen können, ob sie etwas höhere Beiträge zahlen, um später alle Pflegekosten erstattet zu bekommen“, erläuterte Lauterbach die Pläne. Dafür wolle die SPD in der nächsten Wahlperiode sorgen. Bis jetzt zahlt die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten. Laut einer Studie des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV), über die die Zeitungen berichten, zahlen Bewohner von Pflegeheimen bis zu 2.000 Euro pro Monat aus eigener Tasche. Dabei sind die Unterscheide in den einzelnen Bundesländern sehr groß. Während der Eigenanteil in Nordrhein-Westfalen 2.163 Euro pro Monat beträgt, sind es in Mecklenburg-Vorpommern 1.103 Euro. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Zuzahlung 1.696 Euro. In diesen Summen sind außer dem Eigenbeitrag der Pflegebedürftigen für die Pflegekosten auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung enthalten sowie eine Beteiligung an den Investitionskosten des Heimbetreibers. Der PKV leitet daraus einen Bedarf an Zusatzversicherungen ab. +++


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1 Kommentar

  1. Ein sehr guter Vorschlag, leider nicht zu realisieren, weil er gegen die Interessen der Privatversicherungen geht, die gutes Geld mit Zusatz-Pflege-Versicherungen verdienen. Gegen Allianz & Co. kann niemand in Deutschland regieren. Das weiß Herr Lauterbach auch und insoweit ist das ein weiteres Thema, das man unter Wahlkampf buchen kann.

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