Fulda. Gestern Abend hatte im Museumscafé Fulda ein Statement-Abend für die Pressefreiheit stattgefunden. Unter dem Motto „Free Press – Free Laugh – Free Deniz“ hielten Pressevertreter regionaler Medien, Politiker, Stadtverordnete sowie Kulturschaffende und Literaten, mit ihrer Anwesenheit an diesem Abend ein Plädoyer für die Presse- und Meinungsfreiheit.
Einige der Anwesenden – darunter die Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes Fulda Sibylle Herbert, die Stadtverordnete der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Fulda Karin Masche (DieLinke.OffeneListe/Menschen für Fulda) oder der Fraktionsvorsitzende des SPD-Stadtverbandes in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Fulda Jonathan Wulff – lasen Texte u. a. von Deniz Yücel – dem derzeit wohl prominentesten inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten – und anderen inhaftierten Journalisten und Autoren.
Initiatoren des Statement-Abends waren die bekannte Fuldaer Kulturschaffende und Entertainerin (Dinner-Show „Gernsehen & Abendessen“) Marianne Blum sowie der Fuldaer Schriftsteller Guido Rohm (u. a. Mitglied der P.E.N., einer der bekanntesten internationalen Autorenverbände). Anlass des initiierten Statement-Abends für die Presse- und Meinungsfreiheit, war die derzeit noch andauernde Inhaftierung des deutschen-türkischen „Welt“-Autoren Deniz Yücel.
Unter der Schirmherrschaft des hiesigen Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU) MdB, der gestern Abend ebenso anwesend war und sich aktiv am Geschehen beteiligte, gedachte man am Freitagabend in Fulda gemeinsam an Deniz Yücel sowie an alle anderen Autoren und Journalisten, die sich zurzeit in Haft befinden. Als Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Menschenrechte und Humanitäre Hilfe“ engagiert sich Michael Brand für die Freilassung von Deniz Yücel und vielen weiteren inhaftierten Journalisten; daneben hat Brand die Parlamentspatenschaft für den „Welt“-Korrespondenten übernommen.
Einen gemeinsamen Beitrag für die Presse- und Meinungsfreiheit leisten sowie sich im Gemeinsamen für die Freilassung inhaftierter Autoren und Journalisten auszusprechen – eine eindeutige Botschaft, die es seit gestern Abend vom osthessischen Fulda im gleichnamigen Landkreis gilt, in die Welt hinauszutragen umso auf salonfähigem Boden weiter für Präsenz in der medialen Öffentlichkeit in diesem Kontext zu sorgen, dieses Ziel Marianne Blum und Guido Rohm fest verinnerlicht haben.
Marianne Blum: „Gewiss – Fulda ist keine Metropole, wie Hamburg, Berlin oder anderen großen Städten, in diesen sich Demonstrationen oder Auflehnungen dieser Art häufen; dennoch gilt es, all denen Journalisten*innen und Autoren*innen, die sich derzeit immer noch in Haft befinden, mit heutigem Abend zu zeigen sowie mit guten Beispiel voranzugehen, dass es auch in kleineren Städten Menschen, Gruppierungen und Organisationen, gibt, die diese Menschen nicht aufgeben, an sie glauben und ihnen von Fulda aus Kraft und Mut zusprechen, weiter zu bestehen, weiter durchzuhalten und sie nicht verloren glauben.“
Mit gestrigem Abend hat Fulda bewiesen, dass es nicht darauf ankommt, wie groß oder populär eine Stadt zu sein braucht, um sich all den Menschen, die scheinbar etwas Schlimmes verbrochen haben und sich deshalb in Haft befinden, nahe zu fühlen. Denn die Menschen, um die es hier geht, sind lediglich dem und für sie das einzig Richtige gefolgt – etwas, das sich auch in Fulda immer weiter zu entfernen scheint… +++ jessica auth

Ich bin überrascht, dass sich wenigstens einige Pressevertreter bereit zum Lesen erklärt haben. Darunter ein freier Journalist und eine freie Journalistin. Dass nicht gelebte Pressefreiheit auch in Fulda ein Thema ist, hat sich daran gezeigt, dass nur ein einziger Chefredakteur dabei war und vorgelesen hat. Alle anderen haben durch Abwesenheit geglänzt. Das zeigt mir, dass man hier keinesfalls frei ist … In diesem Sinne: #freepressefulda
Den Mund aufzumachen und Missstände anzuprangern – die wichtigste Aufgabe von kritischen Journalisten, Autoren und Kulturschaffenden. Wieviel Schmerz und Verfolgung Menschen in anderen Ländern dabei auf sich nehmen müssen, sollte uns allen hier ein Vorbild sein. Es ist gut, daß es hier in Fulda einen solchen Abend gegeben hat und alle politisch-demokratischen Kräfte der Stadt sich einig darin sind, sich für die Inhaftierten in der Türkei und anderswo einzusetzen.
Dieser Abend sollte aber auch denen, die sich hier in Fulda bisher nicht getraut haben, lokale Missstände offen zu kritisieren, Mut machen, ihre Stimme zu erheben. Denn dazu gehört gerade bei uns nicht viel.
Gesellschaft und die Stadt in der wir leben kann und muss sich immer wieder verändern. Wichtig dabei sind die Menschen, die diese Veränderung formen. Und eine wichtige Rolle als Sprachrohr dieser Menschen spielen dabei die Journalisten, die die Meinungen der Menschen UND der Politik publik machen.
Genau deshalb halte ich Online Medien wie Fuldainfo für so wichtig. Weil nur hier Menschen weitgehend frei ihre Meinung äußern können. Und damit manchmal auch ein wenig zur Veränderung beitragen können. Genau das ist gelebte Demokratie!
Eine wichtige Botschaft aus Fulda
Tolle Aktion und prima Veranstaltung. Danke für den Beitrag. Bei solchen Aktionen machen sich andere anscheinend unsichtbar. Gibt’s ja auch nichts dafür gelle…