Nein, Pokal ist vorbei und längst abgehakt. Elf Tage nach dem Einzug ins Finale des Hessenpokals hat es die SG Barockstadt erneut mit Kickers Offenbach zu tun – dieses Mal im Punktspiel-Alltag der Fußball-Regionalliga Südwest. Und nach der Pokal-Stimulans geht die SGB mit den heimischen Fans im Rücken ins Hessenderby, das am Samstag um 14 Uhr in der Johannisau angepfiffen wird.
Es ist nicht überliefert, was so mancher der Zuschauer auf dem Weg ins Städtische Stadion denkt. Ob er sich bewusst macht, dass die SG Barockstadt an Kickers Offenbach vorbeigezogen ist. Wenn es auch nur eine Momentaufnahme sein mag in der Tabelle – oder eine Aussagekraft dieser Tage und Wochen. Die SGB ist Elfter der Tabelle, der OFC 13. 36 Punkte hat die SGB dank ihres guten Starts ins Jahr 2026 angesammelt, der OFC 32. Damit belegt der Traditionsverein vom Bieberer Berg den ersten oder vielleicht auch den zweiten Nicht-Abstiegsplatz. Mit 36 erhaltenen Toren verfügt die SGB über einen guten Wert – der OFC mit 46 über einen weniger guten. Denken Fans und Anhänger der SGB eigentlich darüber nach, dass Vorstellung und Bewusstsein, vor dem Kultverein aus Offenbach zu stehen, vor Jahren noch undenkbar war? Vor Kurzem noch undenkbar schien? Auch diese Gedanken gehören zur Realität.
Doch von all den Zahlenspielchen muss sich die SGB befreien – ebenso vom 3:2-Sieg nach Elfmeterschießen auf dem Bieberer Berg in Offenbach im Pokal. Eher sollte sie sich damit befassen, dass der OFC letzthin einen 2:0-Heimsieg gegen den SV Sandhausen – bei dem dieser Tage der ehemalige Profi Olaf Janßen entlassen wurde -, hinlegte. Es war Offenbachs erster Sieg unter Neu-Trainer Mark Zimmermann – und zugleich ein erster Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Siegbringende OFC-Attribute in diesem Spiel: Läuferische Stärke, Zähigkeit und Biss im Zweikampfverhalten, Siegeswille.
Gutes Wetter ist angesagt, und Cimen sagt: „Ich hoffe, dass die Zuschauer und Fans guten Fußball sehen.“ Er gibt zu bedenken, dass in den verbleibenden acht Spielen noch einiges passieren könne. Der Coach schätzt die „Kickers“ durchaus wert: „Wir treffen auf einen Gegner, der durch den Sieg zuletzt Selbstvertrauen getankt hat. Vorher war Offenbach oft von Verletzungen geplagt, dann kamen Sperren hinzu, mit denen auch der neue Trainer noch zu kämpfen hatte.“ Deshalb gibt Cimen aus: „Wir wissen, was wir leisten müssen, um bestehen zu können. Wir wollen weiter erfolgreichen Fußball spielen und unser eigenes Maximum herausholen. Dann ist vieles möglich in dieser Liga.“
Zurecht klärt der Trainer weiter auf, und er ergänzt: „Wir spielen eine bessere Rück- als Hinrunde. Die Siege tun uns gut. Wir haben eine turbulente Englische Woche hinter uns. Doch die ist in unseren Köpfen abgehakt.“ Und die Bilanz gibt ihm, gibt der SG Barockstadt recht: Nimmt man die drei Siege zum Abschluss vergangenen Jahres hinzu, kommen überdurchschnittliche 19 Punkte aus acht Spielen heraus. Das spricht für sichtlich gewonnene Festigkeit als Team. Dass Tim Korzuschek noch fehlt, dürfte klar sein. Auf Sebastian Schmitt könnte das „tendenziell“ auch zutreffen, die „Waffe mit dem linken Fuß“ hat sich zuletzt gegen Steinbach Haiger leicht gezerrt. Dafür steht vermutlich Kevin Hillmann als weitere Option bereit. „Hille“ habe die gesamte Woche über gut trainiert und ging auch im Zweikampf tüchtig zu Werke. Frohe Kunde zudem: Max Stadler befindet sich im Aufbautraining, ist jetzt noch keine Option für den Kader, könnte es aber in der nächsten Woche werden. +++ rl

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