Schulz will Rente stärker aus Steuermitteln finanzieren

Martin Schulz (SPD)
Martin Schulz (SPD)

Berlin. SPD-Chef Martin Schulz hat seine Pläne für eine Rentenreform konkretisiert: Er sei dafür, auch Selbstständige in die Rentenversicherung zu holen, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Und wir müssen offen darüber reden, einen größeren Teil der Rente aus Steuermitteln zu finanzieren, zum Beispiel bei den sogenannten versicherungsfremden Leistungen.“ Schulz sprach von einer enormen Herausforderung. „Immer weniger Beschäftigte zahlen für immer mehr Rentenbezieher in die Versicherung ein – und die Bezugsdauer wird immer länger, weil wir alle glücklicherweise immer länger leben“, sagte Schulz. Das könne man nicht allein über die Beiträge regeln. Der Faktor Arbeit dürfe nicht weiter verteuert werden. „Rentenbeiträge von 25 Prozent wären nicht zu verkraften.“ +++


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2 Kommentare

  1. Auch der immer wieder oberschlaue Fuchs kommt nicht auf die einfache Lösung des Rentenproblems!
    Weder Vertagen noch Aussitzen noch Stückwerk helfen weiter! Man muß das Thema nur richtig anpacken, um die Rente wetterfest zu machen. Und im übrigen: Es gehen auch höhere Renten bei gleichbleibenden Beiträgen! Postfaktisch argumentieren die, die dies unterschlagen, also fast alle!
    Fallen Sie nicht auf diese einäugigen Ökonomen, diese unbelehrbaren Rentenpolitiker, diese unsozialen Arbeitgeber, diesen fantasielosen Bsirske, diese fantasielosen Medien herein! Nicht Beamtennüchternheit, nicht Haltelinie ist gefragt, sondern Kreativität und Mut! Hier muss Martin Schulz, trotz guter Auflage, noch nachlegen!
    Außergewöhnliche Zeiten (Herausforderung durch Demografie) erfordern außergewöhnliche Maßnahmen! So wie z.B. 1957, als Adenauer eine umfassende Rentenreform im Sinne eines Paradigmenwechsels durchsetzte. Heute ist es wieder soweit. Warum nicht auch eine grundsätzliche Änderung der Rentenformel in Betracht ziehen? Neben Arbeit auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital beitragspflichtig machen, d.h. endlich auch die Wohlhabenderen entsprechend ihren Möglichkeiten in die Finanzierung mit einbeziehen (dieser Vorschlag wird interessanterweise von keiner Seite verfolgt, obwohl naheliegend!)? Dies würde auch die Problematik des Schrumpfens des Produktionsfaktors Arbeit durch die fortschreitende Digitalisierung und Sharing Economy lösen!
    Das Ziel ist klar: Altersarmut beseitigen bzw. verhindern, daher Erhöhung des Rentenniveaus auch für die nächste Generation, ohne die Rentenbeiträge der arbeitenden Bevölkerung weiter zu erhöhen! Das soll nicht gehen? Gehirn einschalten und kreativ rangehen! Auch Adenauer hat seinerzeit das Unmögliche geschafft. Aber wo ist heute Adenauer? Wenn es Martin Schulz gelänge, die zusätzlich erforderlichen Beiträge jetzt auf die Vermögenden zu lenken (wie oben beschrieben), dann wäre seine Rentenreform der von Adenauer ebenbürtig!
    Das kann man aber nicht mit Merkel und ihrer Union erreichen, wie Volker Kauder und der selbst-gefühlte Unions-Heilsbringer und Pensionsanwärter Jens Spahn anlässlich Martin Schulz‘ Rentenkonzept mit ihrer alten Leier „alt gegen jung“ einmal mehr eindrucksvoll bestätigten. Und im Wahlkampf hatte die Union bei der Rente auch noch die Segel gestrichen! Das heißt, die Union nimmt eine weitere Absenkung des Rentenniveaus bis 2030 um bis zu 20% (inkl. „Rente mit 70“) in Kauf! Das sollten die Rentner wissen, auch wenn es Merkel mit ihrer Ablenkungsstrategie „keine Rente mit 70“ verschweigt.
    Also, ihr Rentner: Nicht Alte gegen Junge, sondern Arme gegen Reiche ist die Devise!

    Bis das passiert, mein Tip:

    http://youtu.be/BgVWI_7cYKo
    http://youtu.be/TgAi7qkD8qg
    http://youtu.be/mQvThNJkKbA

    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören.

  2. Die Ausführungen von Herrn Schulz zeigen leider, dass dieser recht wenig vom Rentenversicherungssystem versteht und auch volkswirtschaftlich wohl nur sehr begrenzte Kenntnisse hat. Das Elend begann mit der rot-grünen Koalition unter Schröder/Fischer. Seinerzeit wurden die Weichen für die Niedriglöhne in Deutschland gestellt, die Gewerkschaften wurden geschwächt und die Tarifflucht der Arbeitgeber begünstigt. Dadurch stiegen die Löhne nicht mehr wie in der Vergangenheit mit dem Produktivitätswachstum und der Anteil der Löhne am Volkseinkommen sank ständig, während der Anteil der Kapitaleigner ständig steigt. Das ist das eigentliche Problem der Rentenversicherung! Dazu kam die Demontage durch die Riester-Rente. Diesen verhängnisvollen Weg ist unser Nachbarland Österreich nicht gegangen und steht daher bei der Altersversorgung der Bevölkerung viel besser da. Warum ist ein Beitrag von 25 Prozent nicht finanzierbar? Weil das die Arbeitgeberverbände sagen? In Österreich zahlen die Arbeitgeber bereits seit 2005 12,55 Prozent Anteil. Das sind sogar mehr, als Herr Schulz für möglich hält. Bei wachsender Wirtschaft und wachsender Produktivität kann auch der Beitragssatz steigen. Dann bleiben immer noch mehr für die Kapitaleigner und die Beschäftigten. Man muss nur die Grundrechenarten beherrschen und nicht den neoliberalen Sprüchen der Wirtschaft folgen, Herr Schulz!

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