Wenn der Winter endgültig weicht und die ersten warmen Tage den Frühling ankündigen, kehrt auch auf Schloss Fasanerie das Leben zurück. Pünktlich vor Ostern öffnet Hessens prachtvolles Barockschloss am Samstag, 28. März, wieder seine Tore – und lädt Besucherinnen und Besucher ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern zu erleben.
Für Museumsdirektor Dr. Markus Miller ist dieser Moment mehr als ein bloßer Saisonstart. Es sei jedes Jahr ein besonderer Augenblick, auf den das gesamte Team hinarbeite. Denn erst mit den Menschen, die durch die Säle gehen, Führungen besuchen und die Sammlung entdecken, entfaltet das Sommerschloss seine volle Wirkung.
Mit der Öffnung beginnt zugleich ein Veranstaltungsjahr, das bewusst auf Vielfalt setzt. Rund 20 Termine stehen im Kalender – eine Mischung aus bewährten Publikumslieblingen und neuen Impulsen. Ein Höhepunkt bleibt das Fürstliche Gartenfest über Christi Himmelfahrt, das unter dem Motto „Gärten voller Leben“ erneut zahlreiche Besucher anziehen dürfte. Musikalisch setzt dabei die Band Uusikuu mit „Vintage Sounds of Finland“ im Orangeriegarten einen besonderen Akzent.
Nur eine Woche später wird die Kulisse des Schlosses erneut zur Bühne: Am Pfingstwochenende eröffnet hier der 27. Kultursommer Main-Kinzig-Fulda. Zum Auftakt spielt am 22. Mai das Peter Reiter Quartett im Großen Saal – ein Konzert, das den Ton für die kommenden Wochen setzen soll. Auch danach bleibt die Reihe hochkarätig: Am 7. Juni gastiert das Neos Ensemble mit ausgewählter Kammermusik.
Neben den klassischen Konzertformaten öffnet sich das Schlossgelände auch für Veranstaltungen unter freiem Himmel. So wird am 10. Juni Macbeth als Open-Air-Theater in englischer Sprache inszeniert. Filmfreunde kommen beim Open-Air-Kino im Obstgarten auf ihre Kosten, wenn am 24. Juli Downton Abbey gezeigt wird. Im August schließlich verwandelt die „Zeitreise ins 18. Jahrhundert“ das Gelände in eine lebendige Bühne historischer Darstellungen, bevor traditionsreiche Formate wie „Hör mal im Denkmal“ und der Lions-Charity-Lauf die Saison beschließen.
Ein besonderer Höhepunkt erwartet Besucher im Spätsommer: die „Lange Nacht der Museen“ am 5. September. Wenn Ausstellungsräume bis tief in die Nacht geöffnet bleiben, entsteht eine Atmosphäre, die viele Kulturinteressierte längst schätzen. Auf Schloss Fasanerie reicht das Programm von Führungen mit kostümierten Schlossbewohnern über Wandelkonzerte bis hin zu Sternenspaziergängen – Kultur zu einer ungewohnten, reizvollen Stunde.
Auch die Ausstellungen im historischen Badehaus setzen in dieser Saison markante Akzente. Vom 18. April bis 5. Juli zeigt der Fotograf Frank Kunert unter dem Titel „Miniaturwelten – Räume des Unmöglichen“ detailreiche Szenen, die vertraut wirken und doch mit überraschenden Perspektiven spielen. Im Anschluss, vom 7. August bis 11. Oktober, folgt „Natur.Struktur.Spur.“ des Malers Jens Rausch, der mit Materialien wie Asche, Bitumen oder Eisenoxid künstlerische Prozesse sichtbar macht.
Einen besonderen Blickfang hält die Sammlung selbst bereit: Ein chinesisches Goldfischbecken aus dem 18. Jahrhundert kehrt nach aufwendiger Restaurierung zurück in die Ausstellung. Jahrzehntelang lag es zerbrochen im Depot, ehe es im Zuge von Recherchen wiederentdeckt und mit großem Aufwand instand gesetzt wurde. Heute präsentiert es sich wieder in seiner ganzen Größe – ein Stück Geschichte, das beinahe verloren gewesen wäre.
Dass Schloss Fasanerie nicht nur ein Ort für Erwachsene ist, zeigt das umfangreiche Programm für Kinder und Familien. Neu ist die Führung „Die Falken-Prinzessin“, bei der junge Besucher auf eine märchenhafte Spurensuche gehen. Ergänzt wird das Angebot durch ein umhergehendes Schlossgespenst am Freitag sowie regelmäßige Familienführungen an Sonn- und Feiertagen. Für Gruppen aus Kitas und Schulen wurde zudem das interaktive Format „Das rätselhafte Schloss“ entwickelt, bei dem Kinder spielerisch Rätsel lösen und das Schloss entdecken.
So präsentiert sich Schloss Fasanerie zum Saisonstart nicht nur als Museum, sondern als lebendiger Ort – zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen stiller Betrachtung und buntem Veranstaltungsleben. Ein Frühling, der hier hinter barocken Mauern beginnt, hat viele Facetten. +++

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