Schienenverkehrsbeauftragter hält 69-Euro-Ticket nicht für sinnvoll

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Der sogenannte "Schienenverkehrsbeauftragte" der Bundesregierung, Michael Theurer (FDP), kritisiert die debattierten Nachfolgeangebote für das Neun-Euro-Ticket. "Vom 0-Euro-Ticket halte ich nichts. Es ist weder finanzierbar noch sinnvoll. Preise haben ja auch eine Lenkungswirkung und das Bahnnetz ist teilweise stark überlastet", sagte er der "Rheinischen Post". Aber auch das 69-Euro-Ticket sieht er kritisch: "Das 69-Euro-Ticket wiederum könnte dazu führen, dass Netzkarten in bestimmten Verkehrsverbünden wie Berlin teurer werden. Auch das wäre wenig sinnvoll."

Sein Fazit zum Neun-Euro-Ticket ist aber positiv: Es sei ein "ermutigendes Signal, das durch attraktive Preise auf die Schiene gelockt hat. Wenn das auch funktioniert, ohne Milliarden in den Ausbau der Schieneninfrastruktur zu investieren, lässt sich das wichtige Ziel des Koalitionsvertrags, nämlich Verdopplung der Fahrgäste bis 2030, leichter erreichen", so Theurer. Zugleich warnt er vor neuen Baustellen im Bahnnetz von Nordrhein-Westfalen: "Leider müssen sich die Menschen auf ständige Baustellen in den kommenden zehn Jahren einstellen. Große Sorgenkinder bleiben der Knoten Köln und die sanierungsbedürftigen Rheinbrücken. Dort stehen nicht genügend Umleitungen mit entsprechenden Kapazitäten zur Verfügung. Voraussichtlich wird zeitweise ein Teil der Bahnfahrer aufs Auto umsteigen müssen." Theurer ist Dezember 2021 Parlamentarischer Staatssekretär für Digitales und Verkehr sowie Schienenbeauftragter der Bundesregierung.

Theurer dringt auf Schenker-Verkauf

Michael Theurer (FDP), hält einen Verkauf von DB Schenker für realistisch. "Schenker stützt den Konzern mit 1,2 Milliarden Euro Ergebnisbeitrag enorm. Aber aus meiner Sicht braucht Schenker eine Entwicklungsperspektive", sagte er der "Rheinischen Post". "Und da stellt sich die Frage: Ist es Aufgabe des deutschen Steuerzahlers, die Expansion des international tätigen Logistikunternehmens zu finanzieren?" Theurer betonte: "Das unternehmerische Risiko ist hoch, deshalb tendiere ich zu Nein. Schenker braucht Eigentümer, die die globale Expansion auch in Zukunft stemmen können." Der Verkauf von DB Schenker könne zudem eine Möglichkeit sein, die Digitalisierung des bundeseigenen Schienennetzes zu bezahlen. "Bei der Frage der Finanzierung spielt auch das Thema private Finanzierung und Schenker-Verkauf eine Rolle", sagte Theurer. Theurer ist Dezember 2021 Parlamentarischer Staatssekretär für Digitales und Verkehr sowie Schienenbeauftragter der Bundesregierung. +++


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