Reiseverband: Neue EU-Richtlinie könnte Reisebüros Existenz kosten

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Berlin. Die Pauschalreiserichtlinie der EU, die im vergangenen Jahr geändert wurde und nun in deutsches Recht umgesetzt werden muss, könnte nach Ansicht des Deutschen Reise-Verbands (DRV) vielen Reisebüros die Existenz kosten. Die neue Richtlinie erweitert den Pauschalreisebegriff und sieht besondere Regeln für so genannte verbundene Reiseleistungen vor: Beim Verkauf von Einzelleistungen, etwa Flug oder Hotel von unterschiedlichen Anbietern, bestehe nun die Gefahr, dass Reisebüros dann rechtlich wie ein Reiseveranstalter behandelt würden, warnte DRV-Vizepräsident Ralf Hieke im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. „Das heißt also, sie wären für den reibungslosen Ablauf der Reise verantwortlich und würden gegebenenfalls haften.“ Eine solche Veranstalterhaftung lässt sich zwar umgehen, wäre aber „sehr aufwändig und bürokratisch“, sagte DRV-Vizepräsident Andreas Heimann dem Blatt.

Weitere Belastungen entstünden dadurch, dass sich Reisebüros mit zusätzlichen Versicherungen gegen mögliche Haftungsrisiken absichern müssten. „Für viele Reisebüros wäre all dies kaum zu schultern und somit sogar existenzbedrohend. Denn sie müssten sich fragen, ob ihr Geschäftsmodell in der bisherigen Form noch wirtschaftlich ist“, ist Heimann überzeugt. Er erwarte daher von der Bundesregierung, dass sie sich für eine „verträglichere Lösung“ einsetzt. Der Referentenentwurf aus dem Justizministerium zur Umsetzung der EU-Reiserichtlinie wird nach Ende der Anhörungsverfahren vom Kabinett beschlossen und anschließend voraussichtlich Anfang September in den Bundestag eingebracht. Bis Anfang kommenden Jahres möchte das Ministerium den Gesetzgebungsprozess abschließen; bis Mitte Juli 2018 soll die Richtlinie dann umgesetzt sein. +++ fuldainfo


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