Wiesbaden. Vertreter der Landtagsfraktionen haben die Entscheidung des Freilichtmuseums Hessenpark, Flüchtlingen freien Eintritt zu gewähren, unterstützt. Im Freilichtmuseum Hessenpark sind Tradition und Geschichte unseres Landes hautnah erlebbar: für Hessinnen und Hessen und für solche, die es werden wollen. Dass der Hessenpark mit seinem Angebot des kostenlosen Eintritts für angemeldete und betreute Flüchtlingsgruppen seit dem vergangenen Sommer einen aktiven Beitrag zur Integration leistet, hat in den vergangenen Tagen nicht nur, aber auch für Zustimmung gesorgt. Heute besuchte Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland, die zugleich Vorsitzende des Aufsichtsrats Hessenpark ist, gemeinsam mit weiteren Unterstützern das große Freilichtmuseum des Landes. Zu den anwesenden Mitgliedern aus Aufsichtsrat, Beirat und Förderkreis gehörten auch Neu-Anspachs Bürgermeister Klaus Hoffmann und die Landtagsabgeordneten Holger Bellino, Elke Barth, Martina Feldmayer, Hermann Schaus und Nicola Beer.
„Kritiker machten ihrem Unmut unter anderem in den sozialen Netzwerken Luft. Die Entscheidung des Aufsichtsrates muss nicht jedem gefallen und sie darf auch gerne diskutiert werden. Teil der Diskussion darf es aber nicht sein, dass der Hessenpark und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beleidigenden Äußerungen und Anfeindungen ausgesetzt werden. Das dürfen wir nicht akzeptieren! Es sollte sich jeder an den respektvollen Umgang miteinander halten, den wir mit Recht auch zu unseren Werten zählen und von anderen erwarten“, so Dr. Weyland. Die Finanzstaatssekretärin und Aufsichtsratsvorsitzende weiter: „In den vergangenen Tagen haben wir auch sehr viel Zuspruch erfahren. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger bestärken den Aufsichtsrat und das Museum darin, den eingeschlagenen Kurs beizubehalten. Mir ist es heute besonders wichtig, diesen Aspekt deutlich herauszustellen. Vielen Dank für die vielen ermutigenden Kommentare und den Rückenwind, den wir erhalten haben! Diese positive Botschaft überwiegt am heutigen Tag.“
Die Hessische Landesregierung hat sich darauf verständigt, Integration, Menschenrechte und gelebte Humanität in den Mittelpunkt ihrer Asyl- und Flüchtlingspolitik zu stellen. „Das Freilichtmuseum Hessenpark möchte als Landeseinrichtung ein Zeichen setzen: Flüchtlinge sollen unsere Kultur kennenlernen, unsere Werte achten und unser Leben verstehen. Von Flüchtlingen einzufordern, sich darauf einzulassen ist für erfolgreiche Integration genauso wichtig, wie ihnen unterstützende Angebote zu unterbreiten. Genau das machen wir. Wir laden dazu ein, im Hessenpark Tradition und Geschichte unseres Landes zum Anfassen zu vermitteln. Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zur Integration und unterstützen das ehrenamtliche Engagement bei der Betreuung von Flüchtlingen“, erklärte die Finanzstaatsekretärin. „Angemeldeten, von Betreuern begleiteten Flüchtlingsgruppen den kostenlosen Eintritt zu ermöglichen war, ist und bleibt für mich daher eine richtige Entscheidung. Der Hessenpark steht im Übrigen seit seinem Bestehen für eine äußert faire und familienfreundliche Preispolitik, die niemanden in unserer Gesellschaft benachteiligt. Der Hessenpark ist und bleibt ein Ort der Begegnung und des Austausches, für alle Menschen, die sich Hessen verbunden fühlen. Niemand wird ausgeschlossen!“, so Dr. Bernadette Weyland abschließend.
„Die getroffene Regelung ist richtig und bietet so die Chance, dass die geflüchteten Menschen Einblick in die Kultur und in die Geschichte Hessens erhalten können. Dies ist schlicht und ergreifend ein Beitrag zur Integration und weicht nicht von der Linie ab, die deutschlandweit in vergleichbaren Kultureinrichtungen praktiziert wird. Jede Besucherin und jeder Besucher, die den Hessenpark besuchen wollen, können dies auch tun. Keinem wird der Zutritt durch hohe Preise oder andere Hürden verwehrt. Die Menschen, die plötzlich eine Regelung kritisieren, die bereits seit September 2015 gilt, entlarven sich selbst. Die Verbreitung von Hetze, Drohungen und Beleidigungen in übelster Form sind nicht zu tolerieren. Wir lassen nicht zu, dass Menschen und gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt werden. Stimmung zu machen gegen Menschen, die vor Krieg, Vertreibung und Verfolgung bei uns Schutz suchen, ist nicht hinnehmbar und muss mit aller Entschiedenheit entgegen getreten werden“, so der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel.
Die Grünen im Landtag stehen gegen Anfeindungen und Bedrohungen an der Seite des Aufsichtsrates und der Beschäftigten des Freilichtmuseums Hessenpark. „Die Entscheidung, Flüchtlingsgruppen mit ihren Betreuern ohne Eintrittsgebühr einzulassen, ist aus unserer Sicht richtig“, erklärten Mathias Wagner, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Hessischen Landtag, und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martina Feldmayer, die zugleich Mitglied im Aufsichtsrat des Museums ist. „Der Hessenpark dokumentiert die vielfältige und bunte Geschichte unseres Bundeslandes in vorbildlicher Weise“, so Wagner und Feldmayer weiter. „Ein wichtiger Bestandteil sowohl dieser Geschichte als auch der Ausstellung sind Flucht und Vertreibung nach 1945. Im Hessenpark wird deutlich, welchen wichtigen Anteil Menschen auf der Flucht und der Umgang mit ihnen am Werden dieses Bundeslandes hatten und haben. Diese Kapitel der hessischen Geschichte zu kennen, ist für Menschen, die hier leben, sehr wichtig, ganz gleich, ob ihre Familien seit vielen Jahrzehnten in Hessen verwurzelt sind oder sie erst noch Wurzeln hier schlagen wollen.“ „Es ist legitim, Kritik an der Preispolitik des Hessenparks zu äußern. Es ist aber völlig inakzeptabel, dies in rassistischer, hetzerischer und sogar von Drohungen durchsetzter Form zu tun, wie es derzeit geschieht“, so Wagner und Feldmayer bei einem Besuch des Hessenparks. „Der Hass, der sich in den Sozialen Medien über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Freilichtmuseums entlädt, ist unerträglich. Wir rufen alle Hessinnen und Hessen dazu auf, gerade jetzt das Freilichtmuseum zu besuchen. Wenn Rassisten und Hetzer zum Boykott aufrufen, ist es umso wichtiger, ein Zeichen dagegen zu setzen – und dabei auch noch einen lebendigen und unterhaltsamen Einblick in die Geschichte und die Kultur Hessens vermittelt zu bekommen.“ +++ fuldainfo
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