Personalführung in der Sozialwirtschaft: Der Schlüssel für gute soziale Dienstleistungen

Wie gelingt gute Führung im Gesundheits- und Bildungswesen, in sozialen Organisationen, der Sozialverwaltung oder anderen Bereichen der Sozialwirtschaft? Ein neues Studienbuch liefert dazu wissenschaftliche Erkenntnisse verbunden mit vielen praktischen Tipps für den Führungsalltag. Die Anforderungen an Führungskräfte im sozialen Bereich sind hoch: Sie sollen Orientierung und Sicherheit in einer unsicheren, viele Optionen bereithaltenden Welt vermitteln. Zugleich sollen sie die Selbstbestimmtheit und Selbstwirksamkeit der Mitarbeitenden fördern. Wie kann das gelingen? Und was macht eine gute Führung aus? Diesen Fragen gehen Professor Dr. Frank Unger, Professor Dr. Uli Sann und Carolin Martin in ihrem neu erschienenen Studienbuch „Personalführung in Organisationen der Sozialwirtschaft“ nach. Auf Basis der neusten nationalen wie internationalen Erkenntnisse von Wissenschaft und Praxis zeigen sie, wie eine nachhaltig wirksame, zukunftsfähige Führung aussieht.

Aktuelle Forschung und praktische Empfehlungen werden verknüpft

Die Autoren verbinden dabei den aktuellen Stand der Führungsforschung mit vielen praktischen Handlungsempfehlungen für den Führungsalltag. Vor allem wollen sie dazu anregen und befähigen, sich an die Umsetzung zu machen und selbstbestimmt die Wirksamkeit der geschilderten Ansätze zu erleben. Dass Kommunikation dabei eine zentrale Rolle spielt, kann nicht überraschen, ist sie doch ein, wenn nicht das wesentliche Werkzeug für eine gelingende Führung. Über die üblichen kommunikativen Ratschläge hinaus liefert das Autoren-Team empirisch fundiert handfeste Informationen über die zentralen Wirkfaktoren für eine gelingende Führungskommunikation. Auch ein Blick in die Zukunft fehlt nicht: Wie muss sich Führung weiterentwickeln, um den Herausforderungen der modernen Welt gerecht zu werden? Auf was sollten sich insbesondere auch zukünftige Führungskräfte vorbereiten? Und was sind die zentralen Fragenstellungen hinsichtlich einer professionellen Führungskräfteentwicklung in der Sozialwirtschaft? Auch darauf liefern die Autoren Antworten.

Gute Führung: Ökonomisch wie gesellschaftlich ein Vorteil

Die Kernbotschaft lautet: Erfolgreiche Personalführung ist die Basis für nachhaltigen ökonomischen Erfolg. Und mehr noch: Sie kann auch einen gesellschaftlich-wertstiftenden Beitrag leisten. Für die Bereiche der Arbeitszufriedenheit, der Motivation und Bindung von Mitarbeitenden sowie für Themen wie virtuelle, gesunde oder agile Führung wird das im Buch erläutert. „Gute Führung im Sinne einer Berücksichtigung sowohl ökonomischer beziehungsweise organisationaler Ziele als auch der individuellen menschlichen Bedürfnisse leistet aus unserer Sicht einen entscheidenden Beitrag für einen (sozial)wirtschaftlich sicheren und lebenswerten Standort. Und dies wünschen wir uns schon im eigenen Interesse, insbesondere aber für all die Menschen, die auf irgendeine Art und Weise auf Unterstützung angewiesen sind“, sagt Professor Dr. Frank Unger.

Entwicklungsbedarf in der Sozialwirtschaft

Dass die Autoren den Fokus speziell auf die Sozialwirtschaft richten, hat einen guten Grund: Denn dort hängt der Organisationserfolg unmittelbar von erfolgreichen Teams ab. „Kein Vorgesetzter, keine Vorgesetzte kann auf Dauer glänzen, wenn er oder sie nicht auch das jeweilige Team zum Glänzen bringt“, ist Professor Unger überzeugt. „Wir erleben täglich, wie groß der Unterschied zwischen einer guten und weniger guten Führung sein kann, was jedoch meist an ´Kleinigkeiten´ liegt, die diesen Unterschied ausmachen.“ Dass sich Motivation, Leistung, Wohlbefinden und Zufriedenheit von Mitarbeitern wie deren Bindung an den Arbeitgeber deutlich verbesserten, wenn zumindest an einigen relevanten Stellschrauben im Sinne guter Führung „gedreht“ werde, hätten sie immer wieder feststellen können. Gleichzeitig würden sie, durchaus besorgt, wahrnehmen, dass das noch viel zu selten geschehe. Das Studienbuch richtet sich sowohl an erfahrene Personen mit Leitungsverantwortung als auch Nachwuchsführungskräfte, Studierende und darüber hinaus all diejenigen, die sich mit Personalführung beschäftigen. Denn wirksame Personalführung bedeutet, wie es im Vorwort heißt, „vor allem gute Menschenkenntnis, motivierende Kommunikation und qualitativ hochwertige Beziehungsgestaltung.“ Und diese Fähigkeiten würden tagtäglich benötigt – privat wie beruflich, ob man für Menschen Dienstleistungen erbringe oder in einem Team arbeite.

Zu den Autoren

Die Autoren sind seit vielen Jahren in unterschiedlichen Funktionen mit Fragen der Personalführung, Selbstführung, Kommunikation und Gesprächsführung, insbesondere im Bereich der Sozialwirtschaft, befasst. Prof. Dr. Frank Unger lehrt seit 2013 an der Hochschule in Fulda vor allem zu den Themen Bildungs-, Sozial- und Verwaltungsmanagement mit dem Schwerpunkt Personalführung sowie Personal-/ Organisationsentwicklung. In Forschung, Aus- und Weiterbildung (als Führungstrainer und Coach) beschäftigt er sich darüber hinaus mit Fragen der (Führungs-)Kommunikation, Mitarbeiter-/Veränderungsmotivation und betrieblichen Gesundheitsförderung. Zuvor war er über zehn Jahre auf unterschiedlichen Leitungspositionen innerhalb der Bundesagentur für Arbeit tätig. Prof. Dr. Uli Sann ist seit über 25 Jahren als Berater, Trainer und Coach für eine Vielzahl von Profit- und Non-Profitorganisationen unterwegs. Er ist Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und forscht und lehrt vor allem in den Bereichen Beratung, Gesprächsführung, Veränderungsprozesse, Lernen, Motivation, Selbstmanagement, Emotionsregulation, und Kompetenzentwicklung. Seit 2008 ist er an der Hochschule Fulda tätig. Carolin Martin (M.A.) war gut zehn Jahre in verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit (Kinder- und Jugendhilfe, Arbeit mit beeinträchtigten Menschen, Jugendberufshilfe) tätig. Dabei war sie selbst als Führungskraft im Einsatz und mehrfach für die Neukonzeptionierung von Angeboten und die Entwicklung neuer Organisationsbereiche zuständig. In dem gleichzeitigen Erleben von Führung als Mitarbeitende und dem Gestalten von Führung als Führungskraft erfuhr sie die Relevanz und Notwendigkeit von gelingender Führung als grundlegende Voraussetzung für gute soziale Dienstleistungserstellung. +++ pm

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