Para-Radsportler Maximilian Jäger inmitten der Elite beim Weltcup in Belgien

Er hat in seinem Leben schon einige Erfahrungswerte gewonnen - 2023 wurde er Weltmeister im Einzelzeitfahren in Glasgow, im vergangenen Jahr nahm er an den Paralympics in Paris teil. Jetzt kamen neue Werte, aus denen er schöpfen kann, hinzu: Der 25-jährige Maximilian Jäger aus Bad Brückenau startete fürs Team Deutschland beim Weltcup in Belgien: Zunächst wurde er Fünfter beim Einzelzeitfahren in Ostende, zwei Tage später Vierter des Streckenrennens in Brügge.

„Ich bin mit beiden Rennen sehr zufrieden“, sagte er, „ich weiß jetzt, wo ich stehe und kann darauf aufbauen im Lauf der Saison“. Schon in wenigen Tagen folgt der zweite Weltcup im italienischen Maniago nahe Venedig. Am 12. Mai steht die Anreise an, drei Tage darauf lädt das Zeitfahren mit dem ersten Wettbewerb, am 17. Mai schließt sich das Straßenrennen an.

In 24 Minuten und 43 Sekunden fuhr er beim Einzelzeitfahren über 13 Kilometer im Küstenort Ostende über die Ziellinie - als Fünfter. Und zum ersten Mal war es verdammt eng: nicht mal eine Sekunde fehlte Maxi zum Podium - Millisekunden gaben den Ausschlag. Der 25-Jährige hatte den Beweis bekommen, weiterhin zur Weltelite zu gehören. Sein Gefühl und auch sein Bewusstsein ließen ihn nicht im Stich. „Das Straßenrennen wird sehr spannend. Der Kurs ist nicht sehr selektiv, und ich gehe davon aus, dass es zu einer Entscheidung im Sprint kommt“, ahnte Maximilian. Und dies trog ihn nicht.

Zwei Runden über je 11,3 Kilometer standen an im Straßenrennen in Brügge. Und Maxi machte aus seiner Vorliebe keinen Hehl. „Ich mag eher selektive Strecken, in denen es bergauf und bergauf geht, und kurvig. In deren Verlauf man Attacken fahren kann.“ Doch der Kurs war unspektakulär und verlief im Uhrzeigersinn, das heißt mit vielen Rechtskurven. Es kam ein 36,3-Schnitt heraus - eine sehr hohe Durchschnittsgeschwindigkeit. Und es gab zwei Situationen, in denen es fast zum Crash gekommen wäre.

Doch am Ende landete Maximilian Jäger erneut eine Platzierung in der Weltspitze: Er fuhr als Vierter über die Ziellinie. Und er schilderte die spannende Geschichte - so, als wäre es erst Momente nach Beendigung des Rennens gewesen. „Es kam wie erwartet zum Sprint. Der Belgier zog ihn an und fuhr an, ich zog mit. Der Österreicher, ein weiterer Mitkonkurrent, überholte mich links. Und der Spanier, der sich im Windschatten ausgeruht hatte, zog auch knapp vorbei.“ Das Ergebnis aber sorgte aus Maxis Sicht für Freude - nicht nur in Bad Brückenau: Platz vier stand auf der Anzeigetafel. Nach einem sehr schnellen Rennen kam er in 38 Minuten und 16 Sekunden ins Ziel. Wie eng es war, zeigte sich auch darin: Die Fahrer auf den Rängen eins bis acht wurden mit derselben Zeit gewertet. Welch spannende Kiste.

Zunächst reist Maximilian Jäger zurück nach Potsdam an die Uni, an die Fachhochschule für Sport und Management (FHSMP). Hier ist er bis Donnerstag - ehe die Anreise nach Maniago ansteht am Montag. Und die Erfolge und Meriten, die er bereits als 25-Jähriger gesammelt hat, fahren mit und begleiten ihn. Und darauf kann er stolz sein. 2022 war sein herausragendes Jahr: Da wurde er zweifacher Deutscher Meister, Europameister im Einzelzeitfahren, Vize-Europameister im Straßenrennen und auch Vize-Weltmeister im Einzel. Ein Jahr später schälte sich ein Höhepunkt heraus, als er Weltmeister im Einzelzeitfahren wurde. Die Teilnahme an den Paralympics in Paris und die Ehrung durch Bad Brückenau, als er die Goldene Stadtplakette erhielt, schlossen sich an. +++ rl


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*