„#offen geht“ – Auftaktveranstaltung der Interkulturellen Woche 2021

„Eine Stadt, in der man gemeinsam zuhause ist, zu lieben und sich für sie einzubringen“

Am Samstag wurde in Fulda unter dem Motto „# offen geht“ die Interkulturelle Woche 2021 eröffnet. Den Auftakt des dreiwöchigen beliebten Veranstaltungsformates markierte ein vielseitiges Bühnenprogramm bestehend aus unterschiedlichen Live-Acts – darunter musikalische Darbietungen und Tanzeinlagen – auf dem Platz „Unterm Heilig Kreuz“ unterhalb der Stadtpfarrkirche. Noch bis zum 3. Oktober finden im Fuldaer Stadtgebiet insgesamt 50 verschiedene Veranstaltungen statt. Vereine, Initiativen, Wohlfahrtsverbände sowie religiöse Gemeinden und öffentliche Einrichtungen setzen mit der Interkulturellen Woche in Fulda ein Zeichen für Offenheit, Toleranz und Akzeptanz.

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld hieß die Anwesenden von Seiten der Stadt herzlich willkommen. Er freute sich, dass der Auftakt der Interkulturellen Woche in Fulda von Sonnenschein begleitet wurde. Besonders willkommen geheißen wurden der Ausländerbeirat der Stadt Fulda unter seinem Vorsitzenden, Abdulkerim Demir, Stefan Mölleney vom Amt für Jugend, Familie und Senioren, Michaela Kersting, Birgit Dabringhausen, Muneer Soudi, Leila Ahmadi-Mardakhi, Christiane Herchenhein und Daniela Drilling von der Fachstelle Vielfalt und Teilhabe sowie stellvertretend für den Magistrat der Stadt Fulda und alle Stadtverordneten die Landtagsabgeordnete Silvia Brünnel MdL (Bündnis 90/Die Grünen).

Seit 2015 haben Menschen mit 70 Nationalitäten in Fulda ein neues Zuhause gefunden

 Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld lobte die Interkulturelle Woche, die in gemeinsamer Arbeit unterschiedlicher Menschen aus unterschiedlichen Nationalitäten entstanden ist und bat in diesem Zusammenhang um Verständnis, dass es vor dem Hintergrund der noch andauernden Pandemie Einschränkungen gibt. „Uns erwartet ein vielfältiges Programm unter dem # offen geht. Jetzt könnte man sich die Frage stellen, ob alles, was man möchte, in unserer Gesellschaft geht. Natürlich nicht!“, so der OB, der anführte: „Darum geht es gerade nicht bei dieser interkulturellen Woche. Aber es geht um Offenheit, die wir füreinander aufbringen innerhalb unserer Stadt. Und da sind wir immer wieder gefordert.“ „Ich bin sehr froh, dass es jetzt zunehmend wieder möglich wird, endlich wieder Gemeinschaft zu erleben, miteinander ins Gespräch zu kommen und in Dialog zu treten“, so der Oberbürgermeister. Vor dem Hintergrund, dass sich Fulda in den vergangenen Jahren verändert und weiterentwickelt habe, sagte er: „Inzwischen haben Menschen mit 70 Nationalitäten in Fulda ein neues Zuhause gefunden.“ Alleine in 2015 seien viele Menschen nach Fulda gekommen. In diesem Zusammenhang ging er auf den für viele Menschen oftmals schwierigen und langatmigen Integrationsprozess ein. „Die Sprache zu erlernen, einen Ausbildungsplatz zu finden, sich mit den Behörden zurecht zu finden, all das war in den vergangenen Jahren besonders schwierig.“

„Es ist unwichtig, woher jemand kommt und welchen kulturellen Hintergrund jemand hat“

 Der Ob weiter: „Wir sind als Stadt, als Land, umso mehr gefordert, das zu tun, was wir tun können. Damit wir nicht nebeneinanderher leben in unserer Stadt, sondern immer wieder aufs Neue die Botschaft senden – und auch leben -, dass es unwichtig ist, woher jemand kommt, und dass es auch unwichtig ist, welchen kulturellen Hintergrund jemand hat.“ Vielmehr komme es darauf an, eine Stadt, in der man gemeinsam zuhause ist zu lieben und sich für sie einzubringen. Dazu gehöre auch, sich auf gemeinsame Regeln zu verständigen. Dies gehöre auch zur Offenheit dazu. „Wir feiern in diesem Jahr 75 Jahre Verfassung des Landes Hessen. Das sind wunderbare Werte, die uns dazu einladen, offen und ohne Vorbehalte für den Nächsten zu sein, diesen zu achten und ihn in seiner Individualität zu schätzen. Die Würde des Menschen und die Freiheit in diesem Land, das sind unsere Spielregeln und auf diese kommt es an, und diese wollen wir gemeinsam leben.“ Der Fuldaer Oberbürgermeister lud am Samstag dazu ein, gemeinsam in den interreligiösen Dialog zu treten, der ein friedvolles Miteinander in unserer Stadt erst möglich macht. Dies sei die Zielsetzung, die bei allen Veranstaltungen im Rahmen der diesjährigen interkulturellen Woche in Fulda die große Überschrift sein werde. Wingenfeld bedankte sich abschließend bei allen an der Programmzusammenstellung beteiligten und auch bei denen, die dieses Programm annehmen. Weiter dankte er denjenigen, die zur gestrigen Auftaktveranstaltung erschienen sind. Nach Wingenfeld stünden sie dafür ein, dass Fulda eine vielfältige Stadt sei und sich zu einer Gemeinschaft in dieser Stadt bekennen mitsamt in ihr geltenden demokratischen Regeln.

„Offen geht, in dem wir zusammen kommunizieren und soziale Kontakte aufbauen“

 Der Vorsitzende des Ausländerbeirates der Stadt Fulda, Abdulkerim Demir, hieß die Anwesenden vonseiten des Ausländerbeirates der Stadt Fulda willkommen. „Offen geht, in dem wir zusammen kommunizieren, soziale Kontakte aufbauen“, sagte Abdulkerim Demir in seinen einleitenden Worten zur Begrüßung. Und weiter: „In diesem Zusammenhang wünsche ich mir sehr, dass die zugewanderte und die einheimische Gesellschaft zu mehr sozialen Kontakten und gegenseitigem Austausch zusammenkommen. Wenn wir uns nicht bemühen, uns gegenseitig kennenzulernen, werden wir in der Stadt, in der wir leben, einander fremd bleiben.“ Auf die Corona-Pandemie eingegangen, sagte Demir: „Das Corona-Virus hat uns allen seit Beginn im vergangenen Jahr gezeigt, dass wir alle im selben Boot sitzen. Wenn dieses Boot untergeht, gehen wir alle zusammen mit unter.“ Und weiter: Angesichts dieser Problematik müssen wir feststellen, dass Nationalismus und Rassismus keinen Sinn ergeben und umgekehrt gegen die Menschenrechte verstoßen. Solange es nicht möglich ist, dass Einheimische und Zugewanderte in Kontakt treten, werden Vorurteile bestehen bleiben. Diese können nur durch soziale Interaktion und permanente Selbstreflexion abgebaut werden. Wenn wir aufeinander zugehen, so werden wir feststellen, dass es in unserer Gesellschaft für Rassismus keinen Platz gibt. Ein friedliches Miteinander und die Integration in die deutsche Gesellschaft können nur gelingen, wenn das Grundgesetz und die Prinzipien der Bundesrepublik Deutschland von uns allen akzeptiert und respektiert werden.

Aufruf zur Bundestagswahl

 Weiter ging Abdulkerim Demir auf die bevorstehende Bundestagswahl heute in einer Woche ein: „Die Bundestagswahl, die in diesem Jahr zum 20. Mal seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland stattfindet, ist für eingebürgerte Menschen sehr wichtig. Leider ist es gesetzlich nicht vorgesehen, dass alle in Deutschland lebende Migrantinnen und Migranten an dieser Wahl teilnehmen dürfen. Es ist umso wichtiger, dass die eingebürgerte Bevölkerung von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, um in der Politik etwas verändern zu können, wenn sie nicht wählen gehen, so können sie auch nichts verändern.“

Corona können wir nur gemeinsam die Stirn bieten

 Noch einmal auf Corona eingegangen, sagte Demir: „Das Corona-Virus trifft uns alle. Ich begrüße es sehr, dass es nach wie vor die freiwillige Entscheidung eines jeden Einzelnen ist, ob er sich impfen lässt oder nicht. Ich und einige meiner Kollegen werden uns im Laufe der nächsten Woche impfen. Ich weiß, dass viele, was das Impfen anbetrifft, skeptisch sind, aber wir haben nur diese eine Welt und eine andere Möglichkeit, dem Virus die Stirn zu bieten, gibt es leider nicht. Ich appelliere hiermit an alle Migrantinnen und Migranten, sich impfen zu lassen, damit wir dieses Problem bis zum Jahresende hinter uns gelassen haben. Ich lade Sie hier und heute dazu ein, die Programme der Interkulturellen Woche 2021 wahrzunehmen und an den Möglichkeiten der vielfältigen Aktivitäten teilzunehmen. Nutzen Sie dieses vielfältige Angebot, um sich gegenseitig auszutauschen und unterschiedliche Kulturen kennenzulernen.“ Im Anschluss an die Grußworte des Fuldaer Oberbürgermeisters und Vorsitzenden des Ausländerbeirates fand ein interreligiöses Gebet statt. Die Auftaktveranstaltung wurde moderiert von Elena Varntoumian vom Ausländerbeirat der Stadt Fulda und der stellvertretenden Vorsitzenden des Ausländerbeirates der Stadt Fulda, Dilvin Osman. +++ jessica auth

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