Müll in der Innenstadt nimmt zu

Größere Abfallgefäße aufgestellt

So sieht es morgens auf der Domtreppe aus.

Die Lockerungen der Corona-Bestimmungen und auch das überwiegend schöne Wetter in den vergangenen Wochen sind auch in Fulda genutzt worden, um sich wieder vermehrt in kleineren Gruppen in der Öffentlichkeit zu treffen, in geselliger Runde zusammenzusitzen und den Sommer zu genießen. Die Verantwortlichen in der Stadt Fulda freuen sich mit den Bürgerinnen und Bürgern, dass so viel Normalität und Austausch sowie ein weitgehend unbeschwerter Einkaufs- oder Kneipenbummel wieder möglich sind, heißt es in einer Mitteilung.

Doch gleichzeitig mahnt die Stadt Fulda zu mehr Sauberkeit, insbesondere rund um den Domplatz, dessen weitläufigen Rasenflächen, Treppenbereiche und Bänke sich zu einem beliebten abendlichen Open-Air-Treffpunkt entwickelt haben, an dem sich Abstandsgebote gut einhalten lassen. Die Kehrseite des bunten Treibens: Viele lassen die Überreste von Essen und Getränken oder sonstigen Müll einfach auf den Stufen, im Gras oder auf der gepflasterten Fläche liegen – und das, obwohl die Stadt bereits reagiert hat und zusätzliche und größere Abfallgefäße, die sonst auf dem Weihnachtsmarkt im Einsatz sind, bereitgestellt hat.

„Viele sind offenbar einfach zu bequem, ein paar Schritte zu gehen und den Müll in den Eimer zu werfen“, mahnt OB Dr. Heiko Wingenfeld, „dabei ist es doch nicht schwierig, unsere schöne Stadt sauber zu halten – wenn wirklich alle mitmachen!“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreinigung mühen sich nach Kräften, den Domplatz mit Kehrmaschinen und manueller Reinigung in Schuss zu halten, jedoch hat das Ausmaß der Verschmutzung eine Dimension angenommen, die in diesem Bereich der Innenstadt bislang unbekannt war. Offenbar wurde der abendliche Domplatz als stimmungsvoller Ort zum Verzehr mitgebrachten Essens entdeckt, als die Gastronomie in der Innenstadt lediglich Außer-Haus-Essen anbieten durfte.

„Es freut mich zu sehen, wenn die Sehenswürdigkeiten Fuldas generationenübergreifend angenommen und gewertschätzt werden. Aber die Würde dieses besonderen Ortes muss gewahrt bleiben – Vandalismus, Lärm und Vermüllung haben gerade dort nichts zu suchen!“, so der OB. Das städtische Ordnungsamt werde seine Streifen im Bereich Domplatz verstärken, kündigte er an. Dabei gelte natürlich auch: Die Stadtpolizei kann nicht ständig und überall präsent sein. „Deshalb kommt es in unserer freiheitlichen Gesellschaft vor allem auf die Vernunft, den Anstand und die Verantwortung eines/einer jeden einzelnen an!“, betonte Wingenfeld. +++

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4 Kommentare

  1. “Die Stadtpolizei kann nicht ständig und überall sein.” – Und dann die Appelle an die Vernunft. – Das funktioniert schon seit vielen Jahren in Fulda nicht!

    Als Bewohner der Unterstadt sehe ich täglich frühmorgens den hinterlassenen Müll und menschliche Exkremente, welche in der Nacht zuvor dort hinterlassen wurden, quer über die Straßen verteilt liegen.

    Solange diese Probleme nicht richtig angefasst werden, brauchen wir uns keine Gedanken über eine interessante Innenstadt zu machen. Jeder Besucher wendet sich mit Grausen ab!

    Mitunter wird auf Großstädte hingewiesen, wo dieses Problem noch größer sei. Das mag sein, aber ich kenne viele Großstädte im In- und Ausland, in denen es sauberer ist als in Fulda.

    Auch wenn es die Stadt nicht zur Kenntnis nehmen mag: Die Stadtpolizei muss gar nicht überall sein! Es genügt durchaus, bei den täglichen Kontrollen einige Verwarngelder zu kassieren; das wird sich schnell herumsprechen. Aber dazu fehlt der Fuldaer Politspitze der Mut. Man möchte ja keine “Polizeistadt” sein. Die Beispiele aus anderen Städten und Ländern zeigen aber: Dort wo kassiert wird, gibt es keinen weggeworfenen Müll mehr. – Appelle reichen leider nicht aus!

    Übrigens tun mir die städtischen Mitarbeiter leid, die täglich diesen Mist aufräumen müssen. Die Leute machen wirklich eine gute Arbeit, sind aber selbst recht frustriert angesichts der immer mehr zunehmenden Vermüllung unserer Stadt.

    • Ein Blick nach Singapur wäre hilfreich, denn dort zahlt der Vetschmutzer 400£ für nur einen weggeworfenen Zigarettenstummel. Das Saubermachen muss ja schließlich finanziert werden und die Vernunft kann nur käuflich erworben werden….

Demokratie braucht Teilhabe!