Friedrich Merz will nicht unbedingt ein drittes Mal für den CDU-Vorsitz kandidieren. „Nein, davon bin ich weit entfernt“, sagte Merz am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Ob ich nochmal für den Parteivorsitz kandidiere oder nicht ist eine Frage, mit der ich mich noch nicht abschließend beschäftigt habe“, sagte er. Gleichzeitig plädierte er für die von Noch-CDU-Chef Armin Laschet vorgeschlagene „Konsenslösung“. „Ich werde nicht noch einmal in eine streitige Abstimmung auf einem Bundesparteitag gehen, das schließe ich aus“, sagte Merz weiter. Gleichzeitig deutete er an, bei einem Mitgliederentscheid womöglich doch anzutreten. In jedem Fall müsse ein Verfahren gefunden werden, wie man künftig den Parteivorsitzenden wähle, und auch, wie man zusammen mit der CSU den Kanzlerkandidaten bestimme. Merz war in dem letzten Jahren zweimal in einer Kampfabstimmung um den CDU-Vorsitz unterlegen, 2018 gegen Annegret Kramp-Karrenbauer, in diesem Jahr Armin Laschet.
Die Deutschen trauen noch am ehesten dem Außenpolitiker Norbert Röttgen zu, Nachfolger von Armin Laschet an der CDU-Spitze zu werden. Nach einer Kantar-Umfrage für die Funke-Mediengruppe sagen 32 Prozent der Befragten, Röttgen eigne sich als CDU-Vorsitzender, während 41 Prozent dies verneinen. 27 Prozent wollten sich nicht festlegen oder machten keine Angabe. Auf dem zweiten Platz landete der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz, den 31 Prozent für geeignet und 48 Prozent nicht für geeignet halten. Dritter wurde Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (30 Prozent geeignet, 40 Prozent ungeeignet). Erst auf dem vierten Rang folgt Gesundheitsminister Jens Spahn, den ebenfalls 30 Prozent als geeignet, aber 55 Prozent als ungeeignet einstufen. Bei der Umfrage standen zwei weitere CDU-Politiker zur Bewertung: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, dem 17 Prozent Laschets Nachfolge zutrauen, während 33 Prozent dies bezweifeln. Und die die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Silvia Breher, die 10 Prozent für geeignet und 34 Prozent für nicht geeignet halten. In der Anhängerschaft von CDU und CSU ergibt sich ein anderes Bild. Zwei Politiker liegen in der Bewertung deutlich im Plus: Merz halten 49 Prozent für geeignet und 40 Prozent für nicht geeignet. Röttgen trauen 46 Prozent der Unionswähler den CDU-Vorsitz zu, 35 tun dies nicht. Spahn halten im eigenen Lager 41 Prozent für geeignet, allerdings 55 Prozent für nicht geeignet. Auf den weiteren Plätzen folgen Kretschmer (34 Prozent geeignet, 46 Prozent ungeeignet), Günther (23 Prozent geeignet, 34 Prozent ungeeignet) und Breher (12 Prozent geeignet, 34 Prozent ungeeignet). Kantar befragte für die Erhebung am 5. und 6. Oktober 1.012 Bürger. Die Fragestellung lautete: „Für den Fall, dass Armin Laschet zurücktritt: Welche der folgenden Personen sind nach Ihrer Meinung für das Amt des Vorsitzenden der CDU Deutschlands geeignet, welche nicht?“ Zur Auswahl standen die sechs genannten Politiker. +++

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