Merkels Versprechen – Frankreich bittet im Anti-Terrorkampf um Beistand

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Angela Merkel

Berlin. Moralisch stand Deutschland sofort wie eine Eins hinter Frankreich. Wir alle sind Franzosen, hieß es, und dass die Angriffe von Paris ein Angriff „auf uns alle“ seien. Politisch und militärisch aber behandelte man die Anschläge wie eine französische nationale Angelegenheit. Man müsse erst mal abwarten, was Paris mache, lautete die offizielle Auskunft. Die klammheimliche Hoffnung, man würde von François Hollande nicht noch mehr in den Kampf gegen den IS hineingezogen werden, nicht auch noch selbst ins Fadenkreuz der Terroristen geraten, war allzu deutlich spürbar.

Bei der Regierung wie bei einem Großteil der Bevölkerung. Man muss sich fragen, ob man das auch probiert hätte, wenn der Anschlag in einem kleinen europäischen Land stattgefunden hätte, das sich selbst nicht militärisch wehren kann. Wahrscheinlich ja. Gut, dass Paris dies mit der Anrufung des EU-Bündnisfalls durchkreuzt hat. Was wäre das auch für ein erbärmlicher Kontinent, wenn sich einige die Zurückhaltung von Terroristen durch Zurückhaltung bei ihrer Bekämpfung erkaufen wollten. Frankreichs Bitte um Beistand bedeutet freilich nicht, dass man jetzt alles und jedes mitmachen müsste. Es geht nach Eignung und Leistung und nach der Sinnhaftigkeit des Vorgehens.

Das wird man nun gemeinsam besprechen. Es bedeutet aber, dass es keine Scheinausreden geben darf und auch keine Angst. Dass es nicht am Geld scheitern darf und nicht an der Bereitschaft. Jetzt wird getestet, was europäische Solidarität gegen einen äußeren Feind wert ist. Jetzt wird auch getestet, was Angela Merkels Versprechen aus der Terrornacht von Paris wert ist. Es lautete: Jedwede Hilfe, so die Lausitzer Rundschau. +++ fuldainfo

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