Main-Kinzig-Kreis will seine Gesellschaftsanteile an den Kreiswerken erhöhen

Kommunale Position vor Ort sichern und entwickeln

Die Kreisspitze hat die Weichen gestellt für die Erhöhung der Geschäftsanteile und damit für die zukunftsweisende Unternehmensentwicklung

Der Main-Kinzig-Kreis will seine Geschäftsanteile an den Kreiswerken Main-Kinzig von 51 auf 75,5 Prozent erhöhen und steht damit vor „einer bedeutenden Veränderung der Energielandschaft“, erklärte Landrat Thorsten Stolz in einer Pressemitteilung. Der Kreisausschuss hat dazu bereits grünes Licht gegeben, am kommenden Donnerstag befasst sich der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Thema. Am Freitag, 13. September, soll dann der Kreistag darüber final entscheiden.

Die Beschlussvorlage sieht vor, dass der Main-Kinzig-Kreis die bisherigen Gesellschaftsanteile der RhönEnergie Fulda und der „BGS Beteiligungsgesellschaft gemeinsamer Strombezug“ (BGS) ankauft. Der verhandelte Kaufpreis liegt bei rund 16,5 Millionen Euro. „Die Zeit ist reif, diesen zukunftsweisenden Schritt zu gehen und die guten finanziellen sowie politischen Rahmenbedingungen zu nutzen. Die bisherigen Gesellschafter an den Kreiswerken sind verkaufsbereit für diese Neuordnung in Richtung Rekommunalisierung“, erklären Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann.

In den zurückliegenden Monaten hatte es intensive Verkaufs- und Vertragsverhandlungen zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und der RhönEnergie Fulda sowie der BGS gegeben. Für den Erwerb der Anteile der RhönEnergie Fulda (14,5 Prozent) muss ein Kaufpreis in Höhe von 9.790.400 Euro gezahlt werden. Für die Anteile der BGS (10 Prozent) werden 6.752.000 Euro fällig. „Wichtig ist für uns, dass ein solcher Schritt für den Landkreis auch wirtschaftlich darstellbar ist“, macht der Landrat deutlich. Ein Teil der Investition sei mit einer Rücklage aus früheren Gewinnausschüttungen der Kreiswerke und den Erlösen aus der Beteiligung an der EAM abgedeckt.

Abgewickelt wird der Kauf über den Eigenbetrieb Jugend- und Freizeiteinrichtungen des Main-Kinzig-Kreises, in dem die Beteiligungen des Landkreises an den Kreiswerken und der EAM eingelegt sind. „Die Betriebskommission des Eigenbetriebs hat bereits dem Erwerb der Anteile zugestimmt und sieht darin auch die Chance, die wirtschaftliche Situation des Eigenbetriebs weiter zu verbessern“, erläutert die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler.

Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann ergänzt: „Die Energiewirtschaft ist im Wandel und daher ist es nur richtig, die eigene Position vor Ort auszubauen und noch stärker unsere Verantwortung für die Region in den Vordergrund zu stellen.“ Um die Transaktion für den Eigenbetrieb Jugend- und Freizeiteinrichtungen wirtschaftlich tragfähig darstellen zu können, ist auch die günstige Refinanzierung eine wesentliche Voraussetzung. Diese Punkte sind aktuell alle zeitgleich gegeben.

Bereits im Mai hatte Landrat Thorsten Stolz im Zuge eines interfraktionellen Gesprächs alle Fraktionen im Kreistag über diesen wegweisenden Schritt informiert. „Mir war es von Anfang an wichtig, bevor diese Entscheidung in den regulären Geschäftsgang des Kreistags gehen wird, die Gremien einzubinden und zu unterrichten“, sagt Landrat Thorsten Stolz.
Die Kreiswerke Main-Kinzig GmbH versorgt über 125.000 Menschen mit Trinkwasser und rund 100.000 Menschen mit Strom. Darüber hinaus erschließt das Unternehmen die Neubaugebiete im Main-Kinzig-Kreis mit einer Glasfaser-Infrastruktur. Nach dem Vollzug des Geschäftsanteilskauf- und Abtretungsvertrages sind der Main-Kinzig-Kreis mit 75,5 Prozent und die EAM mit 24,5 Prozent die einzig verbleibenden Gesellschafter der Kreiswerke-Main-Kinzig GmbH.

Wie Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann gemeinsam hervorheben, ist diese Erhöhung der Beteiligung ein wichtiger Baustein, um die Zukunft der Kreiswerke mit ihren Ausbildungs- und Arbeitsplätzen langfristig als kommunales Versorgungsunternehmen sichern und entwickeln zu können. Wie in der Vorlage an den Kreistag bereits zu lesen ist, soll auf dieser Basis unter anderem „eine engere organisatorische Zusammenarbeit mit der Gasversorgung Main-Kinzig“ angegangen werden. Auch hier wurde im Vorfeld bereits Zustimmung der entsprechenden Gesellschafter signalisiert. Der Übergang der Anteile soll noch in diesem Jahr zum 1. November erfolgen. Im Anschluss will sich der Kreisausschuss mit hoher Priorität der weiteren strategischen Ausrichtung der beiden kommunalen Unternehmen Kreiswerke Main-Kinzig und Gasversorgung Main-Kinzig widmen.

“Bisher wurde kein Vertrag über eine Anteilsveräußerung abgeschlossen. Selbstverständlich bewerten wir unsere Finanzbeteiligungen laufend in Bezug auf ihre Werthaltigkeit. Dabei sind Buchwertkorrekturen ein völlig normales kaufmännisches Mittel, um sich ändernde Rahmenbedingungen auch bilanziell abzubilden. Die RhönEnergie Fulda ist derzeit mit 14,5 Prozent an den Kreiswerken direkt beteiligt und mit 42,63 Prozent an der BGS, die wiederum einen Anteil von 10 Prozent an den Kreiswerken hält. Diese Beteiligungen bestehen seit 1993”, heißt es aus der Pressestelle der Rhön-Energie-Fulda. +++ pm

 
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