Die Kliniken appellieren an die Politik, sie in der Zeit der Corona-Pandemie von Bürokratie zu entlasten und eine dauerhafte Finanzierung sicherzustellen. "Wir brauchen in dieser Notfallsituation Entlastung durch weniger überflüssige Bürokratie, durch weniger Dokumentationsaufgaben, die nicht zwingend für die medizinische und pflegerische Versorgung notwendig sind", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der "Rheinischen Post".
"Wir haben nach wie vor Anfragen des medizinischen Diensts, Strukturprüfungen, Rechnungsprüfungen. Hier appellieren wir an die Politik, mal inne zu halten und die Krankenhausmitarbeiter zu entlasten - wir brauchen die Leute am Patientenbett und nicht im Stationszimmer", so Gaß. Zur Frage der Finanzen sagte Gaß: "Wir haben einen Rettungsschirm, der den wirtschaftlichen Nachteil ausgleichen soll - ein Teil der Kliniken wird aber davon nicht erfasst. Die Politik hat einen Selbstbehalt eingeplant, zwei Prozent der Verluste müssen von den Kliniken selbst getragen werden, wie schon 2021, was für viele Kliniken den Weg ins Defizit bedeutet." Die DKG habe vorgeschlagen, dass die Kliniken quasi einen Vorschuss in Höhe des Jahres 2019 erhielten und dann individuell pro Klinik abgerechnet werde. "Interessant ist, dass die Krankenkassen für Krankenhausbehandlungen in den zwei Pandemiejahren weniger Geld ausgegeben haben als vor der Pandemie. Das Geld, das die Kliniken aus dem Rettungsschirm bekommen, kommt vom Steuerzahler aus dem Bundeshaushalt. Das geht in der Diskussion gerne unter", sagte Gaß.
[su_heading style="flat-light" size="15" align="left" margin="10"]Kliniken rechnen erneut mit Verschiebung planbarer Eingriffe[/su_heading]
Die Krankenhausträger in Deutschland gehen davon aus, dass es in den kommenden Wochen erneut zu Behandlungsengpässen in den Kliniken kommt. Er rechne damit, dass planbare Behandlungen verschoben werden müssen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir werden elektive Leistungen verschieben müssen." Dies betreffe orthopädische Operationen genauso wie Therapien für chronische Erkrankungen und Krebspatienten. "Wir können auch nicht ausschließen, dass das in vielen Fällen auch zu echten Schäden führt", so Gaß. Die zeitliche Verlegung von planbaren Eingriffen im Zuge der Pandemie führe auch "zu großen psychischen Belastungen für die Betroffenen". Als Gründe für die erwarteten Versorgungsengpässe nannte Gaß eine absehbar hohe Zahl von Omikron-Patienten, die auf den Normalstationen der Krankenhäuser behandelt werden müssten. Gleichzeitig stünden wegen Ansteckung und Quarantäne voraussichtlich weniger Mitarbeiter zur Verfügung. "Wir rechnen vermehrt mit Personalausfällen", sagte Gaß, "am Ende des Tages können wir das nur kompensieren. Und das können wir nur über das Rückfahren der Regelversorgung". Zugleich rief Gaß die Arztpraxen dazu auf, ihre Möglichkeiten der Behandlung von Covid-Patienten voll auszuschöpfen. "Um die Kapazitäten zu schützen, ist es wichtig, dass diese Patienten nicht in die Krankenhäuser kommen, sondern ambulant versorgt werden", sagte der DKG-Vorsitzende. Es werde viele Patienten geben, die mittelschwer erkrankten und auch zu Hause oder im Pflegeheim versorgt werden könnten, "weil sie nicht rund um die Uhr betreut werden müssen". +++

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