Kinderpornografie: Durchsuchungsaktion in Unterfranken - Umfangreiches Material sichergestellt

Polizei

Erneut hat die unterfränkische Polizei gemeinsam mit der Justiz ein deutliches Signal im Kampf gegen Kinderpornografie gesetzt. Im Rahmen einer groß angelegten Aktion wurden am Mittwoch und Donnerstag insgesamt 30 richterliche Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. In den vergangenen Jahren ist ein sehr starker Anstieg der Straftaten im Zusammenhang mit der Verbreitung pornografischer Schriften und speziell der Verbreitung von kinderpornografischen Schriften zu erkennen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Unterfranken war bereits von 2019 auf 2020 eine Steigerung der Fallzahlen von 263 Taten auf 496 Taten (88,6 Prozent) festzustellen. Auch im Jahr 2021 setzte sich diese Entwicklung fort und es gab einen nochmaligen Anstieg auf 635 Fälle (28 Prozent).

Um die Verbreitung von Kinderpornografie konsequent zu bekämpfen, unternehmen Polizei und Justiz bereits seit geraumer Zeit erhebliche Anstrengungen. Zur qualifizierten und effizienteren Abarbeitung des bisherigen und in Erwartung des zukünftigen Anzeigenaufkommens hat das Polizeipräsidium Unterfranken eigene „Arbeitsgruppen Kinderpornografie“ bei den drei Kriminalpolizeiinspektionen im Regierungsbezirk eingerichtet. Die dazugehörigen Beamten beschäftigen sich seit Juli 2021 schwerpunktmäßig mit allen Delikten im Zusammenhang mit dem Besitz und der Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie und arbeiten hierbei eng mit den unterfränkischen Staatsanwaltschaften und der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zusammen, bei der bereits seit Oktober 2020 das Bayerische Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) angesiedelt ist.

Am Mittwoch und Donnerstag vollzogen die Kriminalpolizeiinspektionen Schweinfurt, Aschaffenburg und Würzburg mit Unterstützungskräften der Zentralen Einsatzdienste des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Bayerischen Bereitschaftspolizei insgesamt 30 richterliche Durchsuchungsbeschlüsse, die im Vorfeld von den zuständigen Staatsanwaltschaften aufgrund neuester Ermittlungserkenntnisse erwirkt worden waren. Die durchsuchten Anwesen teilen auf die unterfränkischen Regionen auf. In der Region Main-Rhön waren es 13 Objekte, in der Region Untermain 11 u und in der Region Mainfranken 6 Objekte. Im Zuge der konzertierten Aktion stellten die polizeilichen Einsatzkräfte umfangreiches Beweismaterial sicher, welches nun ausgewertet muss.

Bei einem 41-Jährigen entdeckten die Beamten neben kinderpornografischem Material auch eine geringe Menge Amphetamin sowie eine scharfe Schusswaffe samt Munition, welche der Mann ohne Erlaubnis besaß. Darüber hinaus wurden bei einem 60-Jährigen eine geringe Menge Marihuana und bei einem 19-Jährigen ein verbotenes Butterflymesser sichergestellt. Gegen die drei Beschuldigten, die aus dem Raum Bad Kissingen stammen, wurden zusätzlich Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- bzw. gegen das Waffengesetz eingeleitet. Alle Tatverdächtigen, die im Rahmen der Aktion angetroffen bzw. vorläufig festgenommen worden waren, wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen mangels Haftgründen wieder entlassen. Die Beschuldigten sind allesamt männlich. Der Jüngste gerade einmal 14 und der Älteste 61 Jahre alt. Ihnen wird vorgeworfen, kinder- bzw. jugendpornografisches Material entweder besessen, erworben oder verbreitet zu haben. +++


Popup-Fenster