Katholikenrat berät über Synodalität und Zukunft von Kirchengebäuden

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Zu seiner Frühjahrs-Vollversammlung kam der Katholikenrat im Bistum Fulda vor Kurzem zusammen. Foto: Ralph Leupolt

Die Frühjahrs-Vollversammlung des Katholikenrates im Bistum Fulda hat sich mit zentralen Zukunftsfragen kirchlichen Lebens befasst. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Weiterentwicklung synodaler Prozesse sowie der künftige Umgang mit Sakralgebäuden. An dem Austausch mit der Laienvertretung beteiligten sich auch Bischof Dr. Michael Gerber, Generalvikar Dr. Martin Stanke und Domkapitular Thomas Renze.

Ein zentrales Thema war die Frage, wie synodale Formen der Zusammenarbeit im Bistum weiterentwickelt werden können. In diesem Zusammenhang griff die Vollversammlung die Idee einer möglichen diözesanen Synodalkonferenz auf, die bei der Synodalversammlung im März als denkbarer Ansatz benannt worden war. Grundlage der Beratungen bildete ein erster Entwurf zur möglichen Zusammensetzung eines solchen Gremiums. Zugleich wurde deutlich, dass sich der Prozess noch in einem frühen Stadium befindet. Die Ergebnisse der zuständigen Projektgruppe sollen in einer weiteren Vollversammlung, auch in digitaler Form, beraten und zur Abstimmung gestellt werden.

Die Diskussion knüpfte an jüngste Entwicklungen auf diözesaner und bundesweiter Ebene an. Im Bistum Fulda hatte es zuvor einen breiten Austausch aller Gremien gegeben, zudem fand Anfang des Jahres eine Synodalversammlung auf Bundesebene statt. „Der Weg geht weiter“, betonte Marcus Leitschuh für den Katholikenrat. Ziel bleibe es, synodale Formen der Beteiligung im Bistum weiter zu stärken.

Über den Stand der Umsetzung synodaler Beschlüsse informierte Bischof Gerber. Er hob die Bedeutung von Transparenz und Rechenschaft hervor und bezeichnete synodale Prozesse als langfristige Aufgabe für das Bistum. Zugleich verwies er auf pastorale Herausforderungen sowie auf die Bedeutung von „Berufung“ und „Sendung“. Der Glaube sei eine wichtige Ressource, um Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten.

Breiten Raum nahm auch die Frage ein, wie kirchliche Gebäude künftig genutzt werden können. Hintergrund sind notwendige Schritte zur Haushaltskonsolidierung, die das Bistum vor weitreichende Entscheidungen stellen. Dabei wurde deutlich, dass neue Nutzungskonzepte nur im Zusammenwirken mit Kommunen und weiteren gesellschaftlichen Akteuren entwickelt werden können.

Zum Stand der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs berichtete Generalvikar Stanke und sprach von einem schmerzhaften, aber notwendigen Lernprozess. Darüber hinaus befassten sich die Projektgruppen mit weiteren Themen, darunter Nachhaltigkeit und Klimaneutralität, Ökumene, Öffentlichkeitsarbeit, politische Positionierung sowie die Rolle der Kirche in der Gesellschaft.

Die Arbeit in den Projektgruppen des Katholikenrates wird fortgesetzt und teilweise neu ausgerichtet. In den kommenden Monaten sollen sich eigene Gruppen unter anderem mit Fragen synodaler Strukturen sowie mit der Nutzung kirchlicher Gebäude befassen. Die Vollversammlung nutzte die Beratungen für einen intensiven Austausch und die Bündelung unterschiedlicher Perspektiven. Die Vorsitzende Stefanie Klee zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf und betonte den gemeinsamen Willen, die anstehenden Themen weiter voranzubringen. +++


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