Juso-Landeschef fordert Bas und Klingbeil zur Ämtertrennung auf

Philipp Türmer
Juso-Vorsitzender Philipp Türmer

Nach dem Juso-Bundesvorsitzenden Philipp Türmer fordern nun auch Landesvorsitzende klare personelle und inhaltliche Konsequenzen. „Wir müssen mal anecken, uns was trauen“, sagte Benedict Lang, Chef der bayerischen Jungsozialisten, dem „Tagesspiegel“. Statt Stimmung zu prägen, laufe man Stimmung nach und gebe den gesellschaftlichen Gestaltungswillen an der Garderobe ab. Aus seiner Sicht liegt das auch daran, dass beide Parteivorsitzenden Teil des Merz-Kabinetts sind. „Diese Ämterhäufung ist eindeutig gescheitert und muss zeitnah aufgelöst werden“, sagte Lang.

Inhaltlich fordert er, Verteilungsfragen in den Fokus zu nehmen. „Wenn die SPD so selbstbewusst den Kampf gegen die Überreichen führen würde, wie Klingbeil seine Macht verteidigt, wären wir schon einen guten Schritt weiter“, sagte Lang.

Auch seine Amtskollegin aus Nordrhein-Westfalen will den Kampf gegen Ungerechtigkeit stärker ins Zentrum rücken. „Wir leben in einem Land, in dem die reichsten ein Prozent sich von der Gemeinschaft tragen lassen und im Gegenzug viel zu wenig beitragen“, sagte Nina Gaedike dem „Tagesspiegel“. Das Geld des Elternhauses entscheide mehr über die Zukunft eines Kindes als dessen Interessen und Fähigkeiten. All das könne man ändern. Dafür müsse die SPD vom Reden endlich wieder ins Handeln kommen. Aus ihrer Sicht sollten die Steuern für Normalverdiener pro Monat um 200 Euro gesenkt und im Gegenzug die für Superreiche erhöht werden.

Einen Rückzug von Klingbeil und Bas fordert die NRW-Landesvorsitzende zwar nicht. Doch auch sie warnt vor Abschottung und Selbstbeschäftigung. „Ich reihe mich gerne ein in einen sozialdemokratischen Kampf mit dem Ziel von mehr Gerechtigkeit für all die, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sind – nicht in eine Wagenburg.“ +++


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