Die Verbraucherpreise in Hessen sind im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent gestiegen. Damit hat sich die Teuerung im Vergleich zu 2024 wieder verstärkt, blieb aber deutlich unter den Höchstständen der Jahre 2022 und 2023. Während vor allem Dienstleistungen die Inflation antrieben, wirkten sinkende Energiepreise im Jahresdurchschnitt dämpfend. Auch bei Nahrungsmitteln schwächte sich der Preisanstieg im Verlauf des Jahres ab.
Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, lag die Inflationsrate – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahr – im Jahresdurchschnitt 2025 bei 2,4 Prozent. Im Jahr 2024 war sie noch auf 1,8 Prozent gesunken, nachdem sie 2023 bei 5,8 Prozent und 2022 sogar bei 6,8 Prozent gelegen hatte. Das Preisniveau zog damit 2025 wieder etwas stärker an als im Vorjahr.
Im Jahresverlauf zeigte sich eine vergleichsweise stabile Entwicklung. Von Februar bis August 2025 lag die monatliche Inflationsrate bei 2,3 beziehungsweise 2,4 Prozent. Im September 2025 stieg sie infolge eines Basiseffekts im Energiebereich auf 2,6 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert des Jahres. Im vierten Quartal ging die Teuerung wieder zurück, im Dezember 2025 sank die Inflationsrate schließlich auf 2,2 Prozent.
Energie wirkte im Jahresdurchschnitt 2025 insgesamt inflationsdämpfend. Die Preise sanken gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent, nachdem es 2024 noch einen deutlich stärkeren Rückgang von 5,7 Prozent gegenüber 2023 gegeben hatte. Von Januar bis August 2025 war Energie jeweils günstiger als im entsprechenden Vorjahresmonat. Erst im September lagen die Energiepreise mit einem Plus von 2,1 Prozent wieder über dem Vorjahresniveau. Ursache war unter anderem ein Basiseffekt: Im September 2024 waren die Energiepreise gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken, was den Vergleichswert für 2025 entsprechend niedrig ausfallen ließ.
Innerhalb der Energiepreise zeigte sich ein differenziertes Bild. Für Heizöl mussten Verbraucherinnen und Verbraucher 5,1 Prozent weniger bezahlen als 2024, Kraftstoffe verbilligten sich um 2,5 Prozent. Auch Brennholz und Holzpellets waren mit einem Minus von 0,1 Prozent leicht günstiger. Deutlich teurer wurden hingegen Erdgas mit einem Plus von 10,3 Prozent und Fernwärme mit einem Anstieg um 4,7 Prozent. Strom verteuerte sich um 1,0 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie stiegen die Verbraucherpreise 2025 um 2,6 Prozent und damit stärker als insgesamt, was den dämpfenden Effekt der Energiepreise im Jahresdurchschnitt unterstreicht.
Auch bei Nahrungsmitteln verlangsamte sich die Teuerung. Im Jahresdurchschnitt 2025 erhöhten sich die Preise um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lagen sie unter der Gesamtinflationsrate, stiegen jedoch wieder stärker als 2024, als lediglich ein Plus von 1,0 Prozent verzeichnet worden war. In den Jahren zuvor hatten die Preissteigerungen deutlich höher gelegen: 2023 bei 12,0 Prozent und 2022 bei 12,4 Prozent.
Im Verlauf des Jahres 2025 schwächte sich der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln weiter ab, insbesondere im vierten Quartal. Im Dezember 2025 lag die jährliche Teuerungsrate mit 1,1 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2024. Im Jahresdurchschnitt verteuerten sich vor allem Obst mit einem Plus von 6,5 Prozent sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren mit 4,9 Prozent. Molkereiprodukte kosteten 2,5 Prozent mehr, Milch sogar 5,0 Prozent. Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich um 2,4 Prozent, Gemüse um 1,7 Prozent und Brot sowie Getreideerzeugnisse um 0,4 Prozent. Günstiger wurden Speisefette und -öle mit einem Minus von 0,9 Prozent, wobei Butter im Jahresdurchschnitt dennoch um 6,2 Prozent teurer war.
Ohne Energie und Nahrungsmittel lag die Inflationsrate 2025 bei 2,6 Prozent und damit über der Gesamtteuerung. Das verweist auf überdurchschnittliche Preissteigerungen in anderen Bereichen, insbesondere bei den Dienstleistungen.
Die Preise für Waren insgesamt stiegen 2025 um durchschnittlich 1,3 Prozent gegenüber 2024. Maßgeblich war dabei der Anstieg bei Verbrauchsgütern um 1,9 Prozent. Dazu zählten neben Energie und Nahrungsmitteln unter anderem Kaffee, der sich um 16,8 Prozent verteuerte, Tabakwaren mit einem Plus von 5,0 Prozent sowie Mineralwasser, Limonaden und Säfte, die um 4,6 Prozent teurer wurden.
Gebrauchsgüter verteuerten sich im Jahresdurchschnitt um 0,6 Prozent. Höhere Preise wurden unter anderem für Personenkraftwagen mit einem Plus von 3,1 Prozent und für Bekleidungsartikel mit 1,2 Prozent gemessen. Preisrückgänge gab es hingegen bei Fernsehgeräten mit minus 7,9 Prozent, Computern mit minus 6,6 Prozent, Mobiltelefonen mit minus 6,2 Prozent sowie bei elektrischen Haushaltsgroßgeräten mit minus 1,8 Prozent.
Als stärkster Inflationstreiber erwiesen sich die Dienstleistungen. Ohne Wohnungsmieten stiegen deren Preise 2025 im Durchschnitt um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich verteuerten sich Versicherungen für den Verkehr mit einem Plus von 14,6 Prozent. Verbundfahrkarten im öffentlichen Personennahverkehr kosteten durchschnittlich 9,8 Prozent mehr. Auch Wartung und Reparatur von Fahrzeugen wurden mit einem Plus von 4,8 Prozent teurer, Pauschalreisen verteuerten sich um 4,6 Prozent. Flugtickets stiegen dagegen unterdurchschnittlich um 1,0 Prozent.
Dienstleistungen sozialer Einrichtungen kosteten 2025 um 7,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Wasserversorgung und andere wohnungsbezogene Dienstleistungen verteuerten sich um 4,3 Prozent. Gaststättendienstleistungen wurden um 3,6 Prozent teurer, Übernachtungen um 2,3 Prozent. Brief- und Paketdienstleistungen legten um 8,4 Prozent zu, während Telekommunikationsdienstleistungen um 1,1 Prozent günstiger wurden. Die Nettokaltmieten lagen im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
Im Dezember 2025 stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1 Prozent. Energie war 1,4 Prozent günstiger als im November, darunter Heizöl mit minus 4,5 Prozent, Kraftstoffe mit minus 2,8 Prozent und Strom mit minus 0,6 Prozent. Erdgaspreise blieben unverändert. Nahrungsmittel verbilligten sich um 0,2 Prozent. Deutlich teurer wurden hingegen Flugtickets mit einem Plus von 22,6 Prozent sowie Pauschalreisen mit 6,0 Prozent.
Im Vergleich zum Dezember 2024 lagen die Verbraucherpreise im Dezember 2025 um 2,2 Prozent höher. Damit erreichte die Inflationsrate nach 2,5 Prozent im November ihren Jahrestiefststand. Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,6 Prozent, Nahrungsmittel um 1,1 Prozent und Waren insgesamt um 0,9 Prozent. Dienstleistungen ohne Nettokaltmieten kosteten 3,8 Prozent mehr, die Nettokaltmieten stiegen um 3,0 Prozent.
Die Ergebnisse für Dezember 2025 und das Gesamtjahr gelten zunächst als vorläufig. Ein umfangreiches und detailliertes Datenangebot zu den endgültigen Landesergebnissen wird nach Angaben des Statistischen Landesamtes ab dem 9. Januar 2025 auf der Fachseite zu den Verbraucherpreisen veröffentlicht. +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar