„Impfangebot bis zum Sommer“ nur für Erstimpfung

Die Bundesregierung schränkt ihr Versprechen, allen Bürgern „bis zum Sommer“ ein „Impfangebot“ zu machen immer weiter ein. Nachdem der Begriff „Sommer“ zunächst auf „bis 21. September“ konkretisiert wurde, wurde nun klargestellt, dass dies nur die Erstimpfung betrifft. „Das Angebot umfasst den Zugang zu einer Impfung und damit den Beginn der Immunisierung durch die Erstimpfung“, heißt es in der Antwort der parlamentarischen Staatssekretärin der CDU im BMG, Sabine Weiss, auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle, berichtet das Magazin „Cicero“. „Die Zweitimpfung soll im von der Zulassungsbehörde für den jeweiligen Impfstoff empfohlenen Intervall erfolgen.“ Konstantin Kuhle sagte zu Cicero, angesichts der „massiven Startschwierigkeiten“ sei die Aussage, bis Ende September alle Interessenten zumindest mit der Erstimpfung versorgen zu wollen, ein ambitioniertes Ziel. „Besonders in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs im September werden die Menschen sehr genau darauf achten, ob dieses Ziel auch tatsächlich erreicht wird“, sagte Kuhle „Cicero“.

Wissenschaftler bilden Strategie gegen Pandemie und Polarisierung

Sieben Wissenschaftler, darunter die Virologin Sandra Ciesek, die Physikerin Viola Priesemann und der Soziologe Armin Nassehi, legen einen Plan zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor, mit dem der Jojo-Effekt vermieden werden soll, also die ständige Wiederkehr hoher Infektionszahlen aufgrund verfrühter Lockerungen. Man müsse dabei beachten, dass niedrige Fallzahlen nicht leicht zu erreichen und zu halten seien, „wenn es dafür keinen starken gesellschaftlichen Konsens gibt und es den Menschen nicht auch praktisch möglich ist, sich an die Regeln zu halten“, zitiert die Wochenzeitung „Die Zeit“ aus dem Dokument. Sie schlagen unter anderem Überbrückungshilfen, staatliche Kredite sowie Stabilisierungsprogramme nicht nur für Unternehmen, „sondern auch für private Haushalte“ vor. Es sollte auch immer klar kommuniziert werden, welche Überlegungen und welche Evidenz bestimmte Maßnahmen begründen. „Wir brauchen gut durchdachte Stufenpläne, die transparent aufzeigen, welche Teile des öffentlichen Lebens in welcher Reihenfolge und auf Basis welcher Überlegungen geöffnet werden können“, schreiben die Autoren. Zugleich beklagen sie, dass sich die Debatte über die Strategie der Pandemiebekämpfung polarisiere: „Es werden hauptsächlich Befürworter und Gegner von Lockdowns identifiziert“, eine Differenzierung finde kaum statt. „Diesem Klima wollen wir als Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Disziplinen entgegenwirken.“

Virus-Mutationen breiten sich in Deutschland schnell aus

Die Virus-Mutationen breiten sich in Deutschland schnell aus. Laut neuester Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) mache der Anteil der ursprünglich in Großbritannien entdeckten Variante mittlerweile über 22 Prozent aus, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwochmorgen. Dies sei aus einer „repräsentativen Stichprobe“ von 23.000 Tests ermittelt worden. Bei der letzten Ermittlung vor zwei Wochen lag der Anteil dieser Mutation in Deutschland bei 5,8 Prozent. „Wir müssen damit rechnen, dass die Variante bald auch bei uns die dominierende werden könnte“, sagte Spahn. Der Anteil der mit Südafrika in Verbindung gebrachten Variante liege derzeit hingegen nur bei 1,5 Prozent, so der Gesundheitsminister. Das RKI werde im Laufe des Tages weitere Details bekannt geben. Die vom Gesundheitsminister veröffentlichten Daten lassen den Schluss zu, dass sich die Infektionen mit der sogenannten „britischen“ Variante in absoluten Zahlen seit Januar deutlich er höht haben, während die Neuinfektionen insgesamt zurückgingen. Experten sprechen auch von einer „unsichtbaren Welle“, die sich aufbauen könnte. +++


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