Künzell. Die Hygiene und Gesundheit in Kindertagesstätten stand im Mittelpunkt des 5. Hygieneforums, zu dem das Gesundheitsamt des Landkreises Fulda ins Rathaus Künzell eingeladen hatte. Mehr als 100 Erzieherinnen und Leiterinnen hiesiger Kindertageseinrichtungen waren der Einladung gefolgt. Vier Fachvorträge spannten den Bogen vom Hygienemanagement über den Umgang mit Infektionskrankheiten bis hin zur Zahn-, Mund- und Lebensmittelhygiene. Ziel der Veranstaltung war es, konkretes Wissen rund um geltende gesetzliche Vorschriften, wirksame Hygienemaßnahmen und Handlungsoptionen zu vermitteln.
„Das Infektionsschutzgesetz ist die zentrale Grundlage, auf der das Gesundheitsamt tätig wird“, erklärte Gesundheitsamtsleiter Roland Stepan zu Beginn der Veranstaltung. Das Gesetz, das im Jahr 2001 in Kraft getreten ist, stellt die Präventionsarbeit in den Vordergrund. „Das Hygieneforum ist daher eine geeignete Plattform, um Basishygienemaßnahmen in der Breite bekannt zu machen, diese zu etablieren und so Infektionskrankheiten nach Möglichkeit zu verhindern“, betonte der Amtsarzt.
Wie das Hygienemanagement in einer Kindertagesstätte aussehen kann, erläuterte Gesundheitsaufseherin Claudia Nüchter, die zunächst auf geltende, kitarelevante Rechtsvorschriften verwies. Denn neben dem Infektionsschutzgesetz müssen sich die Leiterinnen der Kindertageseinrichtungen – bei denen die Verantwortung für das Hygienemanagement liegt – auch mit der Trinkwasserverordnung, den Richtlinien im Rahmen der Betreiberverordnung sowie mit der Lebensmittelverordnung auseinandersetzen. Nüchters Empfehlung lautete, einen einrichtungsbezogenen Hygieneplan zu erstellen, in dem Infektionsrisiken erfasst und durch geeignete Hygienemaßnahmen minimiert werden können. Der Plan sollte auch Leitfäden zum Umgang mit bestimmten Infektionskrankheiten enthalten. Zudem informierte die Gesundheitsaufseherin über die hygienisch besonders problematischen Bereiche in einer Kindertagesstätte. Sie erläuterte die Bedeutung der Händehygiene und gab Tipps zur korrekten Desinfektion von Händen, Flächen und Gegenständen.
Um Erreger, Übertragungswege und den Umgang mit Infektionskrankheiten ging es im zweiten Fachvortrag. Amtsarzt Roland Stepan berichtete über die am häufigsten in Kindertageseinrichtungen vorkommenden Infektionskrankheiten und erläuterte die wichtigsten Hygiene- und Präventionsmaßnahmen sowie Auszüge aus dem Infektionsschutzgesetz. Das Gesetz sieht beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen ein Besuchsverbot der Gemeinschaftseinrichtungen vor, um eine Weiterverbreitung der Infektion zu verhindern. Zudem ging der Amtsarzt auf die gesetzlich verankerte Mitwirkungs- und Meldepflicht für Eltern und Einrichtungsleitungen ein.
Hilfreiche Informationen und Tipps zum Thema Zahn- und Mundhygiene bei Kindern lieferte Cornelia Hirschfeld-Jutzi. Die Jugendzahnärztin erläuterte den Sinn und Zweck des Zahnputztrainings in Kindertageseinrichtungen sowohl aus zahnmedizinischer Sicht als auch unter dem Blickwinkel der Chancengleichheit. Mit den Lebensmittelhygienevorschriften und konkreten Hilfestellungen für die Ausrichtung von Veranstaltungen in Kindertageseinrichtungen beendete Dr. med. vet. Eugen Kraus die Reihe der Impulsvorträge. Das interessierte Auditorium nutzte im Anschluss die Möglichkeit, zahlreiche Fragen an die Hygieneexperten zu richten. +++ fuldainfo

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