Hünfelder SV – Kampf, Zweite Bälle – und der Rest ist Weidenhausen am Chattenloh

Es gibt niemanden beim Hünfelder SV, der Johannes Helmke nicht ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machen möchte. Am Mittwoch feierte er, einen Tag später – am Gründonnerstag -, treten die von ihm trainierten Fußballer beim SV Weidenhausen an, Spielbeginn am Chattenloh: 19 Uhr. Die Aufgabe mit „unbequem“ zu etikettieren, scheint fast untertrieben. Denn jeder weiß, was ihn erwartet, wenn er dort aufkreuzt.

Die Tabellensituation zu benennen und den HSV deshalb als Favoriten auszumachen, ist irgendwie Blödsinn. Weidenhausen ist 17., Hünfeld 7. Die „Adler“ fühlen sich wohl in ihrer Rolle als „Gallier“ der höchsten hessischen Spielklasse – den Klassenerhalt in dieser Saison indessen noch zu realisieren, das wird ein hartes Brett. So hat der Gastgeber 16 Punkte zu Buche stehen – und damit 14 Punkte Rückstand auf Hummetroth, das derzeit den Relegationsplatz innehat, ebensoviele sind es auf den SC Hanau, den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Natürlich wäre ein Sieg gegen Hünfeld hilfreich, um vielleicht den Anschluss zu gewinnen an das unmittelbar vor Weidenhausen platzierte Trio CSC Kassel, Waldgirmes und Darmstadt U21. Doch lassen wir die Rechenspielchen und widmen uns dem HSV.

Dessen Form ist gut im neuen Jahr. Dessen Verfassung ist gut im neuen Jahr. Zehn Punkte aus vier Ligaspielen um Punkte plus der Einzug ins Pokalfinale im Kreis Lauterbach-Hünfeld – das ist so schlecht nicht. Das Team kommt stabil daher in seinen Auftritten. Natürlich werde das ein „ganz anderes Spiel“ als zuletzt gegen Eddersheim, ist sich Helmke sicher. Auch, weil sein HSV zuletzt am 25. Oktober auf Naturrasen Spielpraxis sammeln durfte und auf diesem Untergrund im Einsatz um Punkte war. Der Coach erstickt aber mögliche „Hängematten-Gedanken“ im Keim und wendet sich an seine Spieler an die psychische Arbeit im Kopf: „Das soll und darf aber nicht als Ausrede gelten.“ Für Helmke und den HSV zählt vor allem eine Formel: über den Kampf ins Spiel finden. Um dann, wie er ergänzt, eigene Stärken einbringen zu können. Man habe großen Respekt vor der Aufgabe, werde aber voller Selbstbewusstsein antreten, um vor Ostern noch etwas mitzunehmen.

Dennoch weiß jeder beim HSV, was ihn am Chattenloh erwartet. Kampf, Eins-gegen-eins, Zweite Bälle – und der Rest ist eben Weidenhausen. Ort, Verein und Selbstverständnis taugen zum Podcast „Kreisliga-Kult“. Echter Fußball auf dem Dorf, wo es nach Bier und Bratwurst riecht. Zudem möchten „die Adler“ das schiefe Bild korrigieren, das sie beim 0:6 im Hinspiel abgaben – ein Flutlichtspiel auf dem Kunstrasen. Zudem gewann Weidenhausen sein letztes Punktspiel, 2:1 gegen Darmstadts U21. Hünfeld sollte gewarnt sein – und ist es auch. Hauptsache, Johannes Helmke bringt ein Geschenk mit. +++ rl


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