HOTRoom der Caritas verabschiedet sich mit Grüner Soße in die Sommerpause

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Zum Saisonabschluss des HOTRooms gab es Besuch aus Kirche und Politik (von links): Ansgar Erb, Bürgermeister Dag Wehner, Susanne Saradj, Ann-Katrin Jehn, Kristina Trupp, Bischof Dr. Michael Gerber, Dr. Markus Juch, Janina Wübbelsmann.

Mit einem vertrauten Ritual ist in Fulda das Winterangebot der Caritas zu Ende gegangen: Am Gründonnerstag wurde im HOTRoom in der Kanalstraße ein letztes Mal Grüne Soße mit Kartoffeln serviert. Für viele der Gäste, die hier in den vergangenen Monaten Zuflucht, Wärme und ein offenes Ohr fanden, markiert dieses Essen nicht nur einen Abschluss, sondern auch einen Übergang – weg von der Kältehilfe, hin zu den Angeboten der wärmeren Jahreszeit.

Seit Anfang Dezember 2025 hatten zehn Ehrenamtliche Woche für Woche gemeinsam mit Teilnehmenden eines tagesstrukturierenden Angebots für Menschen mit seelischen Einschränkungen den Betrieb aufrechterhalten. Jeden Donnerstag wurden rund 50 Portionen Pasta ausgegeben, geliefert von „Carisma“, einer Werkstatt der Caritas für psychisch erkrankte Menschen. Ein schlichtes, aber verlässliches Angebot, das für viele mehr war als nur eine Mahlzeit.

Dass der HOTRoom nun schließt, folgt einer einfachen Logik: Mit steigenden Temperaturen verschiebt sich auch der Bedarf. Die klassische Kältehilfe tritt in den Hintergrund, andere Anlaufstellen übernehmen. Doch die Bedeutung dieses Ortes lässt sich nicht allein in Jahreszeiten messen. Es waren vor allem die Gespräche, die Begegnungen, die kurzen Momente der Zugehörigkeit, die den Raum prägten.

„Zusammen geht was“ – das Jahresmotto der Caritas wurde hier greifbar, sagte Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch. Verschiedene Dienste, Einrichtungen und freiwillig Engagierte hätten Hand in Hand gearbeitet, um ein niedrigschwelliges Angebot aufrechtzuerhalten. Ein Satz, der schnell gesagt ist, dessen Umsetzung jedoch Woche für Woche Organisation, Verlässlichkeit und Einsatz verlangt.

Auch Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb verwies auf eine oft übersehene Dimension: die Einsamkeit. Gerade in den Wintermonaten, wenn Tage kurz und Nächte lang sind, wachse bei vielen Menschen das Gefühl des Abgehängtseins. Der HOTRoom habe dem etwas entgegengesetzt – nicht spektakulär, aber wirksam.

Zum Abschluss mischten sich auch prominente Unterstützer unter die Helferinnen und Helfer. Bischof Dr. Michael Gerber, Generalvikar Dr. Martin Stanke und Bürgermeister Dag Wehner packten mit an und suchten das Gespräch. Gerber zeigte sich zufrieden darüber, dass das Angebot über den gesamten Winter hinweg verlässlich bestanden habe. Es sei ein Zeichen dafür, dass Kirche und Caritas an der Seite derjenigen stünden, deren Alltag von Unsicherheit geprägt ist.

Wehner wiederum lenkte den Blick auf das Ehrenamt. Ohne freiwilliges Engagement, so der Bürgermeister, wären Projekte wie dieses kaum denkbar. Als sichtbares Zeichen der Unterstützung überreichte er im Namen der Stadt einen Zuschuss für den HOTRoom.

Ganz endet die Hilfe damit jedoch nicht. Bereits ab dem 7. Mai soll in der Wohnungslosenhilfe Haus Jakobsbrunnen der „Pasta-Day“ wieder aufgenommen werden – wöchentlich, donnerstags zur Mittagszeit. Möglich wird dies durch eine größere Spende. Parallel dazu plant die Caritas im Bistum Fulda erneut die Aktion „HOTPacks“, bei der Schulanfänger und Fünftklässler mit neuen Schulranzen und Rucksäcken ausgestattet werden.

Für Susanne Saradj ist das eine logische Fortsetzung: Im Winter gehe es um Wärme und Schutz, im Sommer rücke der Start ins Leben stärker in den Fokus. Hilfe, so könnte man sagen, folgt hier nicht einem starren Konzept, sondern den Bedürfnissen derjenigen, die sie in Anspruch nehmen.

Der HOTRoom schließt – vorerst. Doch die Idee dahinter bleibt. Und sie wird, wenn es wieder kälter wird, zurückkehren. +++


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