Hochschule Fulda – Kreiker: „Wir sind zwar gut aufgestellt, können aber noch besser werden.“

Seit 1. Oktober 2021 ist Professor Dr. Jörg Kreiker Vizepräsident für das neugeschaffene Querschnittresort „Digitalisierung“

Professor Dr. Jörg Kreiker

Seit 1. Oktober dieses Jahres komplementiert Professor Dr. Jörg Kreiker als Vizepräsident für das an der Hochschule Fulda neugeschaffene Querschnittsressort „Digitalisierung“ das Präsidium. Seit Juli 2016 ist er Professor für Programmierung am Fachbereich „Angewandte Informatik“ der Hochschule Fulda. Zu seinen Aufgabengebieten gehören die Digitalisierung und IT-Infrastruktur. Im Gespräch mit fuldainfo.de erzählt er, dass er sich seit geraumer Zeit in der Selbstverwaltung der Hochschule engagiert. Bereits seit 2017 ist er durchgehend im Fachbereichsrat tätig. Das Amt des Studiendekans im oben genannten Fachbereich hatte er von 2018 bis zu seiner Wahl als Vizepräsident inne. Auch in der Gleichstellungskommission und im Senat war er bis dahin aktiv. Seine technische Expertise hat Professor Kreiker bereits bei verschiedenen Digitalisierungsprojekten der Hochschule Fulda einbringen können. Bei ihm sollen künftig die vielfältigen Digitalisierungsansätze aus den verschiedenen Bereichen der Hochschule zusammenlaufen.

„Seit Jahren gibt es viele Digitalisierungsinitiativen an der Hochschule Fulda, vieles läuft schon sehr gut, aber der Digitalisierungsprozess insgesamt ist noch nicht ausreichend koordiniert. So kommt es, dass manchmal mehrere Leute loslaufen. Und plötzlich stellen sie fest, dass sie alle dasselbe getan haben, ohne etwas voneinander zu wissen“, so der Vizepräsident für Digitalisierung an der Hochschule Fulda, Professor Dr. Kreiker. „Das ist kein technisches Problem, sondern ein kommunikatives.“ Kommunikation versteht der Informatiker daher auch als einen wichtigen Teil seiner Aufgabe. Deshalb will er zunächst die notwendigen Strukturen an der Hochschule schaffen – Gremien einrichten, wie es im Hochschuljargon heißt, in denen alle Maßnahmen koordiniert werden können.

Auch die Erarbeitung einer übergeordneten Digitalisierungsstrategie will Professor Kreiker vorantreiben. “Wir müssen uns fragen: Wo wollen wir hin? Was wollen wir erreichen?“, sagt er und macht das an einem Beispiel außerhalb der Hochschule klar: „Es kann nicht sein, dass man W-Lan in der Schule, Glasfaser und Breitbandausbau vorantreibt und denkt, damit ist es getan. Im Gegenteil: Damit fängt die Arbeit erst an.“ Welche Prozesse sollen digitalisiert werden? Welche Software soll zum Einsatz kommen? Sind alle Mitarbeitenden mit den neuen Systemen vertraut? Sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, sei entscheidend, damit Digitalisierung tatsächlich einen Nutzen bringen könne.

Die Hochschule Fulda sieht Kreiker derzeit in einem sehr heterogenen Zustand. In manchen Bereichen sei die Digitalisierung schon sehr weit, zum Beispiel beim Campusmanagement. „Von der Immatrikulation bis zur Ausstellung des Zeugnisses wickeln wir inzwischen alle Prozesse digital ab. Hier sind wir sehr gut aufgestellt“, betont er. Auch durch die Onlinelehre sie die Hochschule aus technischer Sicht sehr gut gekommen. Alle virtuellen Angebote seien von Anfang an stabil gelaufen. Was die Verwaltung angehe, könne man allerdings hier und da noch etwas nachlegen. Schriftverkehr und Dokumente würden derzeit noch – auch wenn sie per E-Mail gesendet wurden – ausgedruckt und abgeheftet, weil es die behördlichen Bestimmungen so verlangten. Dies mittelfristig zu ändern, wäre ein wichtiger Schritt. Doch auch hier gebe es mehr als nur technische Fragen zu bedenken: „Beim Thema E-Akte geht es auch um Datenschutz und juristische Anforderungen. Auch damit müssen wir uns beschäftigen“, sagt Kreiker.

IT-Sicherheit ist ein weiteres Thema, das auf seiner Agenda steht. Vor zwei Jahren habe die Hochschul- und Landesbibliothek nach einem Sicherheitsvorfall in der Universität Gießen erlebt, dass auch Hochschulen und Universitäten Angriffsziele seien. Über sogenannte „Awareness Kampagnen“ plant Kreiker daher, das Bewusstsein der Hochschulangehörigen für die IT-Sicherheit zu erhöhen. Dabei sollen verschiedene, auch spielerische Aktionen für das Thema sensibilisieren. „Wir sind zwar gut aufgestellt, können aber noch besser werden.“

Und nicht zuletzt hat der Vizepräsident für Digitalisierung die Ökologie und Nachhaltigkeit im Blick, zwei Aspekte, die oft vernachlässigt würden. Man könne viele Themen mit Künstlicher Intelligenz „erschlagen“, müsste hierfür aber viele Datencenter errichten, die jede Menge Energie verbrauchen. „Hier die Balance zu bekommen, ohne dass man über das Ziel hinausschießt, ist mir wichtig“, sagt er. „Wir müssen bei der Digitalisierung immer auch die Menschen und die Ökologie mit bedenken. Digitalisierung ist sinnvoll, wenn sie die Prozesse in Studium, Lehre und Verwaltung erleichtert.“ Der Sinn von Digitalisierung sei, das Geschäft der Hochschule zu optimieren. Dies gelte es, bei allen Digitalisierungsinitiativen im Hinterkopf zu behalten. „Wenn sich herausstellt, dass sich ein Prozess analog mit weniger Aufwand abwickeln lässt, dann ist es sinnvoll, ihn analog zu belassen.“ +++

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