Hessentag in Fulda: Vereine im Losglück – Festzug wird zur Bühne des Ehrenamts

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Glücksfee: Vera Dudyka mit Dominik Höhl. Foto: Stadt

Wenn sich am 21. Juni der große Festzug durch die Stadt schlängelt, wird er mehr sein als nur der farbenfrohe Schlusspunkt eines zehntägigen Ausnahmezustands. Er wird auch zur Bühne für das, was solche Großereignisse im Innersten zusammenhält: das Ehrenamt. Rund 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden entlang der Strecke erwartet – und mittendrin fünf Fuldaer Vereine, die künftig nicht nur Teil des Geschehens, sondern auch Gastgeber sind.

Die Stadt hat ihnen die begehrten Standplätze für Getränke und Essen zugesprochen. Nicht per Entscheidung am grünen Tisch, sondern per Los. Ein Verfahren, das Transparenz verspricht – und am Ende vor allem eines bringt: strahlende Gesichter bei den Gewinnern und leise Enttäuschung bei den übrigen Bewerbern.

37 Vereine hatten sich beworben, fünf wurden gezogen. Die Glücksfee: Vera Dudyka, Teil des Hessentagspaars. An ihrer Seite: Hessentagsbeauftragter Dominik Höhl. Gemeinsam bestimmten sie jene, die entlang der Festzugstrecke für das sorgen sollen, was bei keinem Großereignis fehlen darf – Verpflegung und Begegnung.

Das Los fiel auf die Sportgemeinschaft Oberrode (Kurfürstenstraße), den Sportverein Haimbach (Höhe Landesbibliothek), die Sportgemeinschaft Sickels (Heinrichstraße), die Sportgemeinschaft Johannesberg (Lindenstraße) sowie die Dorfgemeinschaft Bernhards (Rabanusstraße). Fünf Standorte, fünf Vereine – und für jeden von ihnen eine Chance, sich und ihre Arbeit sichtbar zu machen.

Dass mit der Vergabe auch eine Unterstützungspauschale von jeweils 500 Euro verbunden ist, wirkt dabei fast wie eine Randnotiz. Wichtiger ist die Geste dahinter. „Diese Maßnahme ist auch ein bewusstes Zeichen zur Förderung des Ehrenamtes und der städtischen Vereinsarbeit“, sagt Dominik Höhl. Worte, die den Kern treffen: Ohne die Vereine wäre ein Ereignis wie der Hessentag kaum denkbar.

Und doch bleibt ein Spannungsfeld. Die große Bereitschaft, sich einzubringen, trifft auf begrenzte Möglichkeiten. „Wir sind immer wieder überwältigt von der großen Bereitschaft, den Hessentag aktiv mitzugestalten“, so Höhl weiter. Gleichzeitig bittet er um Verständnis, dass nicht alle berücksichtigt werden konnten. Ein Satz, der nach Routine klingt – und doch die Realität vieler Bewerbungsverfahren beschreibt.

Für die ausgewählten Vereine beginnt nun eine intensive Phase. Planung, Organisation, Abstimmung – und vor allem: Mobilisierung der eigenen Mitglieder. Denn am Ende geht es nicht nur darum, Getränke auszuschenken oder Speisen auszugeben. Es geht darum, Atmosphäre zu schaffen.

„Ziel ist es, mit der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Mitglieder nicht nur für das leibliche Wohl der Gäste zu sorgen, sondern auch eine einladende und stimmungsvolle Atmosphäre entlang der Festzugstrecke zu schaffen“, sagt Vera Dudyka.

So wird der Festzug nicht nur zum Höhepunkt eines Landesfestes, sondern auch zu einem Schaufenster für das, was eine Stadtgesellschaft trägt: Engagement, Gemeinschaft – und die leise, oft übersehene Arbeit derjenigen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass vorne gefeiert werden kann. +++


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