Hessen: Weiterentwicklung von Ausländerbehörden zu Willkommensbehörden

Asyl

Wiesbaden. „In der Integration von Ausländern und insbesondere von den zu uns kommenden Flüchtlingen liegt eine der großen Aufgaben unserer Gesellschaft. Deshalb müssen gerade die Ausländerbehörden, die häufig die erste Anlaufstelle für die neuen Mitbürger sind, zu Willkommensbehörden weiterentwickelt werden“, so der Staatssekretär, bei der Vorstellung des neuen Projekts „Stärkung der Ausländerbehörden in Hessen.“

„Jeden Tag kommen Menschen hierher, um neu anzufangen. Sie kommen als Flüchtlinge, als Familiennachzügler oder um eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Ihre Integration ist für Hessen eine der großen gesellschaftlichen Aufgaben auch in Zukunft. Um die Potenziale dieser Menschen für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft zu entdecken und fördern zu können, benötigen wir auch professionelle Willkommensstrukturen. Die Ausländerbehörden sind dabei ein zentraler Akteur. Der Weg von einer Ordnungs- zu einer Willkommensbehörde ist kein leichter, da diese Kultur parallel zum regulären Tagesgeschäft aufgebaut werden muss“, erläuterte Dreiseitel.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration wird daher – unterstützt durch eine Finanzierung aus dem AMIF (Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU) – ein breit angelegtes Projekt zur Weiterentwicklung der hessischen Ausländerbehörden hin zu einer stärkeren Serviceorientierung starten. Acht Standorte sollen ausgewählt werden, die bei der Professionalisierung ihrer integrationspolitischen Aufgaben und insbesondere bei der Bewältigung der aktuellen Aufgaben im Rahmen der Fluchtzuwanderung begleitet und unterstützt werden. Das hessische Sozial- und Integrationsministerium fordert nun über eine Ausschreibung alle hessischen Ausländerbehörden auf, sich bis zum 4. Dezember 2015 für dieses Projekt zu bewerben.

Nach der Auswahl werden bis zu acht Standorte intensiv unterstützt und begleitet. Ziel ist es, zukunftsfähige Willkommensbehörden zu schaffen: kunden- und serviceorientierte Behörden, die durch die Vernetzung mit anderen Ämtern, wie den Wohnungs- und Jugendämtern und den Sozialbehörden sowie mit Vereinen, den Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Migrantenorganisationen und mit Teilen der lokalen Wirtschaft Beratung aus einer Hand anbieten können. Durch eine positive Außenwahrnehmung und ein verbessertes Arbeitsklima wird auch die Attraktivität des Arbeitsplatzes in der Ausländerbehörde erhöht. Nicht nur die Nutzerzufriedenheit- sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter wird gesteigert.

Das durch den Projektträger imap –Institut für interkulturelle Management-und Politikberatung GmbH- durchgeführte Projekt ist eine Fortführung des bereits zuvor vom Integrationsministerium initiierten Netzwerks hessischer Ausländerbehörden. In diesem Rahmen gelang ein intensiver Austausch zu integrationspolitischen Fragestellungen. Alle teilnehmenden Behörden begrüßten diese Vernetzung und formulierten den Bedarf an einer Fortführung und weiteren Begleitung. Daher wird im Rahmen des neuen Projekts über die acht Standorte hinaus, auch das Netzwerk aller interessierten Ausländerbehörden weitergeführt, denn „die Ausländerbehörden sind die Visitenkarten Deutschlands“, so der Staatssekretär. +++ fuldainfo

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