Hessen rüstet Kommunen gegen Cyberangriffe

Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck
Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck

Das Land Hessen verstärkt seine Maßnahmen zum Schutz von Städten, Gemeinden und Landkreisen vor Cyberangriffen. Mit einem umfassenden, kostenfreien Unterstützungsangebot im Rahmen des Aktionsprogramms Kommunale Cybersicherheit (AKC) sollen Kommunen gezielt dabei unterstützt werden, ihre IT-Infrastruktur besser zu schützen und im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Hessens Innenminister Roman Poseck betonte die zentrale Bedeutung digitaler Sicherheit für Staat und Gesellschaft. „Eine sichere IT ist der Lebensnerv unserer digitalen Gesellschaft“, erklärte der Minister. Ziel des Programms sei es, die kommunale Handlungsfähigkeit zu sichern und Städte sowie Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber digitalen Angriffen zu machen.

Nach Angaben des Innenministeriums geraten hessische Kommunen zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. Ransomware-Angriffe, Phishing oder andere digitale Attacken könnten erhebliche Folgen haben – von Ausfällen in der Verwaltung bis hin zu Störungen der öffentlichen Daseinsvorsorge oder kritischer Infrastruktur. Ein Zusammenbruch kommunaler IT-Systeme hätte unmittelbare Auswirkungen auf Bürger und Dienstleistungen.

Das Aktionsprogramm wurde bereits 2024 ins Leben gerufen und umfasst ein breites Unterstützungsportfolio. Dazu gehören Maßnahmen zum Schutz von IT-Systemen, Notfallplanungen, konkrete Hilfe bei Cybervorfällen sowie Schulungsangebote für Mitarbeiter. Auch international werde die Bedeutung der Cybersicherheit immer stärker wahrgenommen: Selbst auf der Münchner Sicherheitskonferenz spielte das Thema zuletzt eine wichtige Rolle. Laut Munich Security Index sehen Befragte in Deutschland Cyberangriffe sogar als größte Bedrohung für das eigene Land – noch vor Handelskonflikten, Klimawandel oder Künstlicher Intelligenz.

Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf schneller Hilfe im Ernstfall. Mit einem sogenannten Incident Response Service steht Kommunen ein Expertenteam zur Verfügung, wenn etwa durch einen Ransomware-Angriff Daten verschlüsselt oder IT-Systeme lahmgelegt wurden. Im Krisenfall sollen Spezialisten innerhalb von 24 Stunden vor Ort sein. Die ersten fünf Einsatztage sind für die Kommunen kostenfrei. Voraussetzung für diese Unterstützung ist ein vorheriges, ebenfalls kostenloses Audit der IT-Infrastruktur durch das Kommunale Dienstleistungszentrum Cybersicherheit.

Neben der Notfallhilfe setzt das Land besonders auf Prävention. Eine neue Phishing-Simulationsplattform ermöglicht es Kommunen, realistische Angriffsszenarien nachzustellen und Beschäftigte gezielt zu schulen. Hintergrund ist, dass viele Sicherheitsvorfälle auf menschliche Fehler zurückgehen – etwa durch das Öffnen betrügerischer E-Mails oder den Einsatz kompromittierter Datenträger. Ergänzend bietet ein weiterentwickeltes E-Learning praxisnahe Trainings zu aktuellen Cyberrisiken und neuen Angriffsmethoden.

Poseck rief alle hessischen Kommunen dazu auf, die Angebote aktiv zu nutzen. Besonders kleinere und mittlere Städte und Gemeinden sollten sich registrieren, da Cyberkriminalität keine Grenzen kenne. Mit dem Aktionsprogramm wolle das Land die digitale Widerstandsfähigkeit der kommunalen Verwaltung stärken und sie langfristig fit für die Zukunft machen. +++


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