Der Chef des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat zu einer möglichen allgemeinen Impfpflicht angekündigt, dass er und seine Kollegen alle Impfwilligen in ihren Arztpraxen impfen werden. "Jeder, der in die Praxen kommt und sich impfen lassen will, wird von den Hausärztinnen und Hausärzten auch geimpft", sagte er der "Rheinischen Post". "Selbstverständlich bieten die Hausärztinnen und Hausärzte ihren Patientinnen und Patienten auch Informationsgespräche an, in welchen Fragen und Ängste im geschützten Umfeld diskutiert werden können", sagte Weigeldt.
"Sollte eine Impfpflicht kommen, dann muss die Politik auch festlegen, welche Sanktionen Menschen zu erwarten haben, die sich dennoch nicht impfen lassen möchten und wie diese durchgesetzt werden sollen." Das sei nicht die Aufgabe der Hausärzte, hob er hervor. Klar sei, dass die Hausärzte "niemanden gegen ihren ausdrücklichen Willen impfen können und werden", sagte Weigeldt. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte zuvor erklärt, die Kassenärzte würden eine Impfpflicht in ihren Praxen nicht umsetzen, falls sie eingeführt würde.
[su_heading style="flat-light" size="15" align="left" margin="10"]Bayerns Gesundheitsminister verlangt Klarheit zur vierten Impfung[/su_heading]
Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die Bundesregierung aufgefordert, bald zu klären, wann eine vierte Impfung gegen Corona kommt. "Klar ist: Wir müssen uns auf jeden Fall frühzeitig auf eine mögliche vierte Impfung vorbereiten, wir brauchen Planungssicherheit", sagte er dem Nachrichtenportal ntv.de. "Denn Voraussetzungen für die vierte Impfung sind unter anderem genug Impfstoff, entsprechende wissenschaftliche Empfehlungen sowie eine flächendeckende Impfinfrastruktur." Der Bund habe bereits die weitere hälftige Finanzierung der Impfzentren zugesagt, "was ich sehr begrüße", so Holetschek. "Ich fordere den Bund auf, hier auch rasch auf wissenschaftlicher Ebene Klarheit zu schaffen, wann eine vierte Impfung den größtmöglichen Schutz bietet." Die Daten aus Israel seien wohl diesbezüglich leider noch nicht so aussagekräftig. "Ich hoffe, dass bald bessere Daten vorliegen, gerade im Hinblick auf die vulnerablen Gruppen in Alten- und Pflegeheimen, deren Booster-Impfungen teils schon länger zurückliegen. Für sie brauchen wir rasch Klarheit." Der Fuldaer Immunologe Peter Kern plädierte für eine vierte Impfung bereits nach spätestens drei Monaten. "Jedes Immunsystem braucht Wiederholungslektionen für eine einmal gelernte Immunantwort", sagte er ntv.de. "Das können Infektionen mit dem bestreffenden Erreger oder Booster-Impfungen sein." Schwächere Immunsysteme behielten eine Lektion aber nicht so lange und auch nicht so intensiv. Diese Menschen seien im Falle einer Infektion auch viel stärker gefährdet, schwer zu erkranken. "Deswegen müssen sie häufiger geimpft werden. Für sie muss die zweite Boosterung bald kommen, spätestens drei Monate nach der ersten." +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar