Hanauer Adventskalender erstrahlt wieder in neuem Glanz

Adventskalender in Hanau Foto: Hanau Marketing GmbH/David Seeger

Drei Jahre mussten die Gäste des Hanauer Weihnachtsmarktes auf ihn verzichten, aber jetzt erstrahlt er wieder in vollem Glanz: Der große Adventskalender, der wegen der Sanierung des Neustädter Rathauses in den letzten Jahren nicht installiert werden konnte, wird heuer wieder über dem Weihnachtsmarkt erstrahlen und die Augen von Kindern und Erwachsenen zum Leuchten bringen. Pünktlich zum Jubiläum – denn vor 25 Jahren verwandelte sich die Fassade des Rathauses erstmals in einen der größten Adventskalender Deutschlands.

„Der Adventskalender in den Fenstern unseres Rathauses ist ein Markenzeichen der Stadt geworden, das bundesweit Beachtung findet“, freut sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky auf die Rückkehr der liebgewonnenen Tradition. Er bedankt sich gleichzeitig bei seiner Amtsvorgängerin Margret Härtel, die „diese großartige Idee vor 25 Jahren hatte“. Und es passe zur Brüder-Grimm-Stadt, dass die Fenster auch in diesem Jahr wieder märchenhaft gestaltet werden. „Der Weihnachtsmarkt und die Festspiele sind Botschafter unserer Stadt. Deshalb liegt es quasi auf der Hand, diese miteinander zu verbinden“, so Kaminsky.

Auch in diesem Jahr zeigt der Kalender nicht die üblichen Winter- und Weihnachtsthemen, sondern bezieht sich auf die Märchen der Brüder Grimm Festspiele, die im folgenden Jahr gezeigt werden. Diesmal sind es die populären Geschichten von „Aschenputtel“, „Hase und Igel“ sowie „Hans im Glück“, die im kommenden Jahr auf dem Festspielprogramm stehen und aus denen Szenen in den Fenstern der Rathausfassade aufleuchten werden. Passend zum Motto des „märchenhaften Weihnachtsmarkts“, der am Montag, 21. November eröffnet wird. Das erste Türchen des Kalenders soll am 1. Dezember um 18 Uhr im Beisein von Oberbürgermeister Claus Kaminsky und seiner Vorgängerin Margret Härtel durch Hanaus Märchenbotschafterin Marie Luise Marjan geöffnet werden. Sie wird gemeinsam mit Intendant Frank-Lorenz Engel auch über die kommende Saison der Brüder Grimm Festspiele berichten und auf der Weihnachtsmarktbühne ein Stück aus „Aschenputtel“ vorlesen.

Gestaltet hat die Bilder wieder der bekannte Hanauer Künstler Joerg Eyfferth, der den Rathauskalender seit Anfang an betreut und schon sehr oft gestaltet hat. Im 25. Jahr betreten Eyfferth und die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt dabei technisches Neuland. Nach der Sanierung des Gebäudes hat das Rathaus nämlich wieder historisch korrekte Sprossenfenster erhalten, die natürlich bei den Darstellungen stören würden. Aus diesem Grund werden vor die Fenster Rahmen gesetzt, die individuell eingepasst wurden. „Das ist alles bereits bei der Sanierung berücksichtigt und von Anfang an geplant worden“, freut sich Eyfferth darüber, dass so der beliebte Kalender erhalten bleiben konnte. In die aktuelle Zeit passt dabei auch die Beleuchtung der Fenster: Energiesparende LED-Beleuchtung am Rand, die von den Bilderfolien aufgenommen wird, sorgt für eine Reduzierung des Stromverbrauchs. Außerdem wird im Rahmen der städtischen Energiesparmaßnahmen auch die Beleuchtungszeit auf die Abendstunden reduziert.

Die Besucherinnen und Besucher des Weihnachtsmarktes werden den Kalender aber in vollem Glanz erleben. Sie können sich dabei auf verschiedene Szenen aus den Märchen freuen, etwa wie die Tauben Aschenputtel beim Auslesen der Linsen helfen, der Hase an der angeblichen Schnelligkeit des Igels verzweifelt oder Hans über Pferd, Kuh und Gans strahlt, die er nach und nach gegen seinen Goldklumpen eintauscht. Die einzelnen Kalenderbilder werden auch täglich im Internet veröffentlicht und erläutert. Bei den Darstellungen hat Joerg Eyfferth sich vor allem auf Porträtmalerei konzentriert. Kleine Elemente kann er auf den Bildern nicht verwenden. „Man darf nicht vergessen, dass es zwischen Zuschauern und den Bildern doch einen gehörigen Abstand gibt“, so Eyfferth. Winzige Details würde man zum Beispiel an der Spitze der Fassade gar nicht erkennen können. Da kommt dem Künstler seine langjährige Erfahrung zugute, seit vor 25 Jahren die Hanauer Rathausfassade erstmals in einen riesigen Adventskalender umgewandelt wurde.

Zu verdanken haben die Weihnachtsmarktbesucherinnen und -besucher diesen Höhenpunkt der Adventszeit, der weit über die Stadtgrenzen hinaus für positive Schlagzeilen gesorgt hat und weiterhin sorgt, der damaligen Oberbürgermeisterin Margret Härtel. Die Geschichte ist dabei legendär und begann in einem Friseursalon der Stadt. Dort ließ sich Härtel die Haare richten, blätterte derweil in den bekannten bunten Illustrierten. Dabei entdeckte sie eine Geschichte, nach der ein Schwarzwald-Städtchen plane, seine Rathausfassade mit einem Adventskalender zu schmücken. „Mich hat es vor Aufregung kaum noch im Friseurstuhl gehalten“, erzählt die ehemalige OB lachend. Kaum saß die Frisur, sei sie im Laufschritt auf den Marktplatz gerannt und habe die Fenster des Rathauses durchgezählt. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als ich feststellte, dass für 24 Bilder Platz war“, so Härtel. Die OB begeisterte Mitstreiter für die Idee und besorgte vor allem in der Hanauer Wirtschaft und Stadtgesellschaft Sponsoren, die das Projekt mitfinanzierten. Schließlich erstrahlten die Bilder an der Rathausfassade über dem Weihnachtsmarkt.

In diesem Jahr wird der Weihnachtsmarkt wieder mit bekannten und beliebten Ständen aufwarten. Neben Weihnachtsschmuck und Kunsthandwerk gibt es diverse Spezialitäten zum Essen und Trinken und auch wieder einen Stand, an dem sich soziale Einrichtungen und Institutionen präsentieren. Hinzu kommen Mini-Riesenrad und Karussells, die vor allem Kinderherzen höherschlagen lassen. Ganz neu in diesem Jahr: Mitten auf dem Platz wird es ein zweistöckiges Karussell geben, von dem sich der Blick über den Markt noch besser genießen lässt. Auf der großen Bühne wird an allen Tagen ein buntes Programm mit zahlreichen Künstlern, Chören und Orchestern stattfinden. Uneingeschränkt nutzbar ist jetzt auch wieder das Foyer des sanierten Rathauses, das seine Türen für den traditionellen Kunsthandwerkermarkt öffnet.

Der Weihnachtsmarkt zu Füßen des Brüder-Grimm-Nationaldenkmals findet vom 21. November bis 22. Dezember statt, jeweils in der Zeit von 11 Uhr bis 21 Uhr. Details und Bühnenprogramm werden in der Presse und im Internet veröffentlicht. Hier gibt es auch Informationen über die zahlreichen weiteren Aktionen zur Adventszeit in der Stadt, wie etwa die vorweihnachtlichen Aktionen auf dem Altstädter Markt, die Reihe „Wintergold“ im Fronhof und die vielen Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen in den Stadtteilen. „Wir hoffen, dass viele Besucherinnen und Besucher diese Angebote nutzen“, so Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. „Gerade in so dunklen Zeiten ist es wichtig, Lichter der Hoffnung zu setzen, sich zu treffen und den Zusammenhalt zu stärken“, so der Oberbürgermeister. Dazu biete das weihnachtliche Hanau viele Möglichkeiten. +++ pm

Sie können uns jederzeit Leserbriefe zukommen lassen.

Diskutieren kann man auf Twitter oder Facebook

Bleiben Sie auf dem Laufenden