Großer Andrang beim Tag des offenen Denkmals in Fulda

Stift Wallenstein im Fokus des Interesses

Fulda. Auch Fulda hat sich am vergangenen Wochenende am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ beteiligt. Einige Gebäude, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind, waren an diesem Tag geöffnet – und die Interessierten kamen in Scharen. In der Fuldaer Innenstadt stand vor allem das Palais Buseck (Stift Wallenstein) im Fokus des Publikumsinteresses. Die geplanten zwei Führungen durch das Palais mussten wegen des enormen Besucheransturms um eine weitere Führung erweitert werden.

Im Erdgeschoss des Gebäudes berichtete Gudrun Jonas, Vize-Präsidentin von Soroptimist International Club Fulda, sehr anschaulich über das Leben und die Rolle der (adligen) Frauen im 18. Und 19. Jahrhundert. Zugleich erläuterte dort der Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Fulda, Adrian Hehl, anhand von Abbildungen und Karten die Baugeschichte des Gebäudes beziehungsweise der Vorgängerbauten.

Im Prunkstück des Gebäudes, dem Kapitelsaal, berichteten der Hausherr, Hauprecht Freiherr Schenck zu Schweinsberg, als Obervorsteher der Hessischen Ritterschaft sowie Soroptimist-Präsidentin Hildegard Hast und weitere Mitglieder der Fuldaer Soroptimistinnen über die Geschichte des freiadligen Stiftes und das Leben im ehemaligen Palais Buseck. Hildegard Hast spannte dabei den Bogen von den ersten Stiftsdamen, insbesondere Äbtissin Caroline von Gilsa, bis hin zu der letzten Äbtissin Wilhelmine von Sandersleben, die nach der Auflösung noch mit zwei Stiftsdamen bis ins 21. Jahrhundert hinein im Stift gelebt hat. Die letzte noch lebende Stiftsdame ist Marie-Luise Gräfin zu Eulenburg. Sie konnte jedoch aus gesundheitlichen Gründen an der Veranstaltung nicht teilnehmen. Soroptimist-Schatzmeisterin Eva-Maria Helfrich erläuterte die finanzielle Situation des Stifts Wallenstein und der einzelnen Stiftsdamen, während Ingrid Möller-Münch die Salonatmosphäre des 19. Jahrhunderts wieder auferstehen ließ – mit besonderen Hinweisen zu den Dichtern Franz Dingelstedt und Heinrich Koenig, die regelmäßig im Salon der Stiftsdamen verkehrt haben und den “freien Geist” dort genossen haben.

Durch das Entgegenkommen des Hausherrn und durch den besonderen Einsatz der Damen von Soroptimist International (SI) Club Fulda war es möglich, dem Publikum die sonst verschlossenen Räume und auch den besonderen Blick auf den Dom und die Michaelskirche zu zeigen.

Ein großes Publikumsinteresse verzeichnete auch das Fuldaer Vonderau-Museum. Die Leiterin des Museums, Dr. Sabine Fechter, beschränkte sich bei ihren beiden Führungen nicht auf die ehemalige Kapelle des Päpstlichen Seminars, sondern erläuterte die gesamte Vierflügelanlage des Museumsbaus. Die Führung startete im Innenhof, weitere Stationen waren das Lapidarium und die Außenfassaden an Kasernengässchen, Steinweg und Jesuiten/Universitätsplatz. Im Innern des Hauses gab es Erklärungen zur Kapelle und zur kulturgeschichtlichen Abteilung mit den prächtigen Sammlungen an Mobiliar, Fayencen etc. aus absolutistischer Zeit. Auch verschiedenen Nutzungen des Gebäudes im Laufe der Jahrhunderte wurden beleuchtet und stießen insbesondere bei alteigesessenen Fuldaerinnen und Fuldaern auf reges Interesse. +++ pm

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