Göring-Eckardt: „Impf-Gipfel hinkt der Realität hinterher“

Katrin Göring-Eckardt
Katrin Göring-Eckardt (Grüne)

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat sich enttäuscht über die Beschlüsse der Regierungschefs von Bund und Ländern gezeigt. Der Impfgipfel habe viele Fragen offengelassen und hinke der Realität hinterher, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Damit die Impfkampagne in den nächsten Wochen bei besserer Impfstoffverfügbarkeit mehr Tempo entfalten kann, hätte es heute klare Absprachen und Vorbereitungen für die baldige Einbeziehung der über 10.000 Betriebsärzte geben müssen.“

Zudem müsse zügig geprüft werden, ob bei bestimmten Impfstoffen die Zulassung für Kinder und Jugendliche erweitert werden könne „oder wie Kinder anders schneller einen Impfschutz erhalten können“, forderte Göring-Eckardt. Die Rücknahme von Beschränkungen für Geimpfte und Genesene nannte die Fraktionsvorsitzende „gut und überfällig“. Wenn die Einschränkung von Bürgerrechten medizinisch nicht mehr gegeben sei, müssten Freiheiten wieder zurückgegeben werden. Dies gelte „auch bei Ausgangsbeschränkungen“, sagte Göring-Eckardt. Es müsse schnell geklärt werden, wie der Nachweis über Impfungen oder eine überstandene Corona-Erkrankung in der Praxis erbracht werden solle.

Reiseverband zeigt sich enttäuscht vom Bund-Länder-Treffen

Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat enttäuscht auf das Bund-Länder-Treffen reagiert. Zwar begrüße der Verband es, dass sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten mit der Frage möglicher Freiheiten für Geimpfte befasst haben, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es ist allerdings enttäuschend, dass es kein konkretes Ergebnis gab. Weder wurde ein schlüssiges Testkonzept beschlossen, noch gab es konkrete Zeitangaben, wann Geimpfte ihre Grundrechte zurückerlangen“, sagte eine DRV-Sprecherin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der DRV forderte eine Übergangsphase, während der Reisen ermöglicht werden sollen, sofern ein negativer Corona-Test vorliege. Beim Impfen ist Deutschland aus Sicht des Verbands auf einem guten Weg. „Dementsprechend sind wir positiv gestimmt, dass dem Sommerurlaub im Inland und auch im Ausland kaum noch etwas entgegensteht“, sagte die Sprecherin. Voraussetzung dafür seien tragfähige Konzepte, die Teststrategien sowie Hygiene- und Sicherheitskonzepte beinhalten würden.

Landkreistag zu Impfgipfel: Es fehlen klare Regeln für Geimpfte

Der Deutsche Landkreistag hat sich enttäuscht über den Impfgipfel von Bund und Ländern geäußert. Die Einschränkungen für Geimpfte sollten so schnell wie möglich beendet werden, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Hier hätten wir klarere Verabredungen erwartet.“ Es sei richtig, wenn schnell überall dort, wo bereits ein negativer Antigentest ausreiche, dies auch für Geimpfte und Genesene gelte. Gerade für den Einzelhandel und die Gastronomie wäre damit endlich eine Perspektive verbunden. Auch die Impf-Priorisierung müsse rasch aufgehoben werden. Zwar sei Juni ein gutes Ergebnis, „wir hätten uns allerdings auch Mai vorstellen können“, so Sager. Mittlerweile sei der Immunisierungsgrad der älteren Bevölkerung und der Risikogruppen gut vorangeschritten. „Damit würden wir noch einmal Geschwindigkeit gewinnen“, sagte Sager. +++


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