Gesundheitsministerium: Impfpass-Fotos nicht im Internet teilen

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Das Bundesgesundheitsministerium warnt davor, nach einer Corona-Impfung Fotos von Impfpässen in den sozialen Netzwerken zu teilen. Man rate grundsätzlich dazu, möglichst wenig persönliche Daten im Netz zu veröffentlichen, zitiert die „Welt am Sonntag“ das Ministerium. „Das gilt auch für die Daten aus dem persönlichen Impfpass“, hieß es. Dabei sind sensible Daten wie Name, Impftermin und die Chargennummer des Impfstoffs erkennbar.

Sie lassen sich missbrauchen – etwa, um falsche Impf-Nebenwirkungen an das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zu melden. Eine Sprecherin des PEI räumte auf Anfrage der Zeitung ein, „dass mit einer solchen Chargenbezeichnung natürlich auch falsche Verdachtsfallmeldungen generiert werden können“. Wer eine Chargennummer und den dazugehörigen Impftermin kennt, kann über das Internetportal „nebenwirkungen.bund.de“ oder die „SafeVac-App“ des PEI eine plausibel wirkende Meldung abgeben. Dafür müssen Nutzer keinen Namen und auch keine Kontaktdaten hinterlassen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sieht zudem auch Risiken für die Impfpass-Besitzer selbst. Durch die Priorisierung beim Impfen ließen sich gerade bei jungen Menschen Rückschlüsse auf ernste Vorerkrankungen schließen. Die Betreiber von sozialen Netzwerken werteten die erkennbaren Eigenschaften einer Person in der Regel aus, um werberelevante Rückschlüsse zu ziehen und sie zu verkaufen.

Schwesig will auf Impfgipfel mehr klare Ansagen

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) verlangt von der Bundesregierung auf dem Impfgipfel mit den Ländern am Montag mehr Ehrlichkeit. „Wir brauchen mehr Impfstoff und klare Aussagen vom Bund, wann wir mit welchen Impfstoffmengen von welchen Herstellern rechnen können“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Die Länder benötigen Klarheit und Verlässlichkeit.“ Die Ministerpräsidentin schließt dabei auch mögliche Impfungen mit dem russischen Impfstoff Sputnik V ein. „Selbstverständlich werde ich den Bundesgesundheitsminister fragen, was die Gespräche des Bundes zum Sputnik-Impfstoff ergeben haben“, so Schwesig. „Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, sollten wir ihn auch einsetzen.“ Dafür brauche man Optionen, die dann im Fall einer Zulassung fällig würden. Die SPD-Politikerin will auf dem Gipfel auch über den Einsatz der Bundeswehr reden. „Ich werde mich dafür aussprechen, dass wir spätestens dann, wenn wir noch mehr Impfstoff zur Verfügung haben, mehr mobile Impfteams der Bundeswehr einsetzen. Das ist ein guter Weg, um die ländlichen Regionen noch besser zu erschließen.“ +++


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1 Kommentar

  1. Demokratie braucht das Recht auf Meinungs-, Presse-Freiheit, das Recht Freiheit selbst zu entscheiden.

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