Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat sich konstituiert und geht geschlossen und mit klaren Zielvorstellungen in die neue Legislaturperiode der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung. Sieben Mitglieder umfasst das Gremium: Jutta Hamberger, Marie-Louise Puls, Emily Best, Jochen Kohlert, Knut Heiland, Ernst Sporer und Christa Joa-Sporer. An der Spitze steht künftig Marie-Louise Puls, die einstimmig zur Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde.
Der Auftakt ist geprägt von einem spürbaren Ernst der Lage. „Wir gehen mit dem klaren Anspruch in diese Wahlperiode, Fulda gut für die Zukunft aufzustellen“, sagt Puls. Zugleich macht sie deutlich, dass die Rahmenbedingungen schwieriger geworden sind. Die Entwicklungen der vergangenen Monate hätten die Herausforderungen nicht kleiner werden lassen – im Gegenteil. Besonders das Aus der „Gummi“ sowie das Ende von tegut nennt sie als Einschnitte, die weit über wirtschaftliche Kennzahlen hinausgingen. „Das sind Einschnitte, die viele Menschen in ihrem Alltag berühren und die auch Angst machen, wie es weitergeht.“
Diese Einschätzung teilen auch ihre Fraktionskollegen. Für Knut Heiland steht fest, dass Fulda an einem Wendepunkt angekommen ist. Die kommenden Jahre müssten genutzt werden, um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern und gleichzeitig neue Perspektiven zu entwickeln. Dabei gehe es nicht nur um Zahlen und Strukturen, sondern um konkrete Lebensrealitäten. „Wir brauchen sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze in Fulda, damit die Menschen hier eine verlässliche Perspektive haben“, betont Ernst Sporer.
Ein zentrales Thema der kommenden Jahre wird aus Sicht der Grünen die Entwicklung des sogenannten Gummi-Areals sein. Die Dimension dieser Aufgabe ist der Fraktion bewusst. Es gehe um weit mehr als ein einzelnes Projekt, vielmehr um eine langfristige Weichenstellung für die Stadtentwicklung. Auch finanziell sei dies ein Kraftakt, der über die aktuelle Wahlperiode hinausreiche. „Wir wollen mitentscheiden, was dort entsteht“, unterstreicht Sporer. Die Vorstellungen sind dabei bewusst offen, aber klar umrissen: Eine Mischnutzung gilt als zwingend notwendig. Wohnen, innovative Unternehmen, klassisches Gewerbe, Dienstleistungen und auch Start-ups – all das soll auf dem Areal seinen Platz finden können.
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung rückt ein weiteres Thema in den Fokus: die Energieversorgung der Stadt. Die Grünen sehen hier dringenden Handlungsbedarf und setzen auf mehr Unabhängigkeit. Stichwort ist die kommunale Wärmeplanung, die in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen dürfte. Der Ausbau erneuerbarer Energien, eine stärkere Bürgerbeteiligung und die Stärkung regionaler Wertschöpfung sind für die Fraktion dabei wesentliche Bausteine.
Noch allerdings befindet sich die Kommunalpolitik in einer Übergangsphase. Bis zur konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 20. April sind viele formale Fragen offen. Marie-Louise Puls beschreibt die Situation als eine Art Wartesaal, in dem zwar noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen werden, die Zeit jedoch intensiv genutzt wird. Intern werden Zuständigkeiten geklärt, Gremienbesetzungen vorbereitet und Gespräche mit anderen Fraktionen geführt.
Dass sich die personelle Zusammensetzung der Fraktion im Zuge weiterer Besetzungen noch verändern kann, wird dabei nicht ausgeschlossen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Grünen wollen in der neuen Legislaturperiode sichtbar mitgestalten – mit einem Fokus auf wirtschaftliche Stabilität, nachhaltige Entwicklung und die Frage, wie Fulda den anstehenden Umbruch bewältigen kann. +++

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