Am 9. Oktober 2026 wird die Barockstadt Fulda zum Schauplatz einer kraftvollen Demonstration für Grundwerte und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter dem eindringlichen Motto „FULDA STEHT ZUSAMMEN!“ formiert sich im gesamten Landkreis ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis. Der gemeinsame Aufruf richtet sich an alle demokratischen Kräfte – von Vereinen, Verbänden und Gewerkschaften über Kirchen, Religionsgemeinschaften, Initiativen und Parteien bis hin zu Unternehmen, Jugendorganisationen, Kultur- und Sportvereinen sowie den Bürgerinnen und Bürgern der Region. Es geht um nicht weniger als ein unüberhörbares Signal für Menschenwürde, Freiheit und eine offene Gesellschaft.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt spürbarer gesellschaftlicher Spannungen. Wer die politischen Entwicklungen und Wahlergebnisse der vergangenen Monate – etwa in Sachsen-Anhalt, Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern – aufmerksam verfolgt hat, erkennt die Brisanz der Lage. Demokratische Werte erweisen sich nicht als gottgegebenes Fundament, sondern als schützenswertes Gut. Rechtsextreme Kräfte versuchen zunehmend, das Klima zu vergiften: Sie verbreiten Hass und Hetze, schüren Ängste und stellen Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Lebensweise gegeneinander. Dem tritt die osthessische Region nun entschlossen entgegen. Demokratie ist kein passiver Zustand, sondern lebt von Menschen, die aktiv für sie einstehen.
Das Bündnis formuliert dabei eine unmissverständliche Haltung. Ein klares „JA“ gilt der Demokratie, der Freiheit, der menschlichen Würde, der Vielfalt, dem respektvollen und friedlichen Miteinander sowie den Menschenrechten. Ebenso wenig lässt die Erklärung Raum für Zweifel bei den Absagen: Ein entschiedenes „NEIN“ richtet sich gegen Hass, Hetze, Rassismus, Ausgrenzung, Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und die systematische Spaltung der Gesellschaft. Angesprochen ist der Rechtsextremismus ebenso wie jede weitere Form von Extremismus, die darauf abzielt, die freiheitliche Grundordnung zu untergraben.
Dass eine wehrhafte Demokratie keineswegs monotonen Gleichschritt bedeutet, betont der Aufruf ausdrücklich. Die Vielfalt an Positionen, der offene Austausch und auch der respektvolle Streit bilden den eigentlichen Kern demokratischer Kultur. Doch bei allen politischen Differenzen sichert ein gemeinsames Fundament den Zusammenhalt: Werte wie Menschenwürde, Freiheit, Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und das Völkerrecht stehen nicht zur Disposition. Niemand im Landkreis Fulda, in Hessen oder in ganz Deutschland darf Angst haben müssen – sei es wegen des Aussehens, des Glaubens, der Herkunft oder der Art zu lieben.
Der Appell geht daher weit über eine bloße Tagesveranstaltung am 9. Oktober hinaus. Es ist die Einladung an Organisationen, Betriebe und Einzelpersonen in der gesamten Region, Teil dieser Bewegung zu werden: durch das Unterzeichnen des Aufrufs, das Verbreiten der Botschaft in den eigenen Netzwerken und die persönliche Teilnahme an Kundgebung und Demonstration vor Ort. Eine starke Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Schwächeren schützt und die Mehrheit nicht schweigt. Wenn Fulda am 9. Oktober Flagge zeigt, wird sichtbar: Der Wille zum Zusammenhalt ist stärker als die Rhetorik der Spaltung. +++

and then
Hinterlasse jetzt einen Kommentar